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Zuerst kommt Amazon – und dann kommt lange nichts

Screenshot Amazon.at

In Österreich kommt Amazon - und dann lange nichts.

Das EHI Retail Institute und Statista haben sich in einer Studie die E-Commerce-Märkte unserer Nachbarn im Süden unter die Lupe genommen- und durften feststellen, dass sich Österreich und Schweiz in ihren Strukturen erheblich voneinander unterscheiden.
Eine wichtige Erkenntnis: Die Schweizer kaufen offensichtlich häufiger bzw. mehr in Online-Shops ein als die Österreicher – allein mit den höheren Lebenshaltungskosten lässt sich das sicher nicht erklären. So gab jeder Schweizer im Jahr 2010 fast 340 Euro bei den Top-250-Online-Shops aus, während es im Nachbarstaat nur 194 Euro waren. Die 250 größten E-Commerce-Anbieter in der Schweiz haben 2010 insgesamt 2,7 Mrd. Euro umgesetzt, während es in der Alpenrepublik 1,6 Mrd. Euro waren. (Für Deutschland haben EHI und Statista für 2010 einen Wert von 22,7 Mrd. Euro ermittelt.)

In Österreich führt das Feld der Anbieter Amazon an – und dann kommt lange nichts. Für Amazon.at haben die Researcher für 2010 einen Umsatz von 204,4 Mio. Euro errechnet. Auf Rang 2 kommt der zur Otto Group gehörende Versender Universal (80,0 Mio. Euro), auf Rang 3 der Otto Versand (55,0 Mio. Euro). Ebenfalls in den Top 10 liegt auch noch Amazon.com mit einem Umsatz von 18,3 Mio. Euro. Die Otto Group agiert in Österreich unter Unito Versand & Dienstleitungen GmbH. Dazu gehört auch noch quelle.at, das mit einem Umsatz von 18,6 Mio, Euro ebenfalls noch unter den zehn umsatzstärksten Online-Shops zu finden ist.

Screenshot von Leshop.ch

Lebensmittel im Netz verkaufen - in der Schweiz funktioniert es.

Während in Österreich die Generalisten die Nase vorn haben, sind es in der Schweiz die Spezialisten. Und die ganz große Überraschung – zumindest aus hiesiger Sicht – ist, dass es ausgerechnet ein Lebenmittelanbieter ist, der bei den Eidgenossen ganz hoch im Kurs steht. Le Shop erzielte nach Angaben von EHI und Statista 2010 einen Umsatz von 109, 4 Mio. Euro und verweist damit Nespresso (95,3 Mio. Euro) und den Computer- und Unterhaltungselektronikanbieter Digitec (95,1 Mio. Euro) auf die Plätze. Amazon.de rangiert hier erst auf Platz fünf mit 74,3 Mio. Euro. Allerdings wurde Amazon.frgesondert ausgewiesen. Rechnet man nun den Umsatz beider Plattformen zusammen, ergibt sich für den US-Riesen ein Gesamtumsatz von 104,9 Euro.

Bei den Anbieterkategorien hingegen gibt es große Parallelen zwischen den beiden Alpenländern. gut 47 Prozent der Anbieter sind in beiden Fällen Pure Player. Knapp 30 Prozent kommen aus dem stationären Handel. Aus dem Versandhandel kommen im Österreich 14 Prozent und in der Schweiz 18 Prozent der Anbieter.

Die Österreicher kaufen offensichtlich ganz besonders gern “Bekleidung, Textilien, Schuhe” im Internet ein. Diese Produktkategorie wird zumindest von den meisten Shops (36 Prozent aller Top-250-Player) angeboten. Knapp auf Rang zwei landet das Segment “Computer, Unterhaltungselektronik, Handys, Zubehör” (34,4 Prozent) vor “Accessoires ohne Schmuck” 27,6 Prozent). Erheblich anders stellt sich das Bild laut Studie in der Schweiz dar. “Computer, Unterhaltungselektronik, Handys, Zubehör” finden sich dort bei 52,4 Prozent der Anbieter. Auf Rang zwei rangieren “Medien (Bücher, CD, DVD, Software)” mit 36,4 Prozent. Das Segment “Bekleidung, Textilien, Schuhe” rangiert hier erst auf Platz drei (32,4 Prozent).

Die Konzentration ist in beiden Ländern ähnlich wie in Deutschland recht weit fortgeschritten. In Österreich entfällt auf die Top 10 im E-Commerce ein Anteil von 32,3 Prozent des Gesamtmarktes. In der Schweiz beträgt der Wert 26,1 Prozent. Zum Vergleich: Für Deutschland wurde ein Wert von 31,5 Prozent ermittelt.

Bei den angebotenen Zahlungsverfahren hat in Österreich und in der Schweiz die Kreidtkarte die Nase vorn. In Österreich folgen auf den Plätzen Überweisung/Vorauskasse und PayPal, während in der Schweiz Überweisung/Vorauskasse und klassische Rechnung auf den Rängen zwei und drei rangieren.

 

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Thema: E-Commerce, Studien
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