Asics-Kampagne: Die Vertriebspolitik will das Kartellamt jedenfalls nicht so weiterlaufen lassen
Asics-Kampagne: Die Vertriebspolitik will das Kartellamt jedenfalls nicht so weiterlaufen lassen
eBay/Asics: Händlern die Nutzung von Online-Marktplätzen wie eBay oder Amazon ohne Ausnahme zu untersagen, das geht aus Sicht des Bundeskartellamt gar nicht und zeigt Ascis die rote Karte.  Der Sportartikelhersteller hatte seinen Händlern unter anderem den Vertrieb über Marktplätze verboten.  Das Kartellamt sieht darin eine "schwerwiegende Wettbewerbsbeschränkung“. Zwar gesteht es das Kartellamt Herstellern zu, ihre Händler nach bestimmten Kriterien auszuwählen, doch schieße Asics mit dem Vertriebsverbot über Online-Marktplätze „über das Ziel hinaus“, sagt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

Das Asics-Vertriebssystem diene vielmehr „vorrangig der Kontrolle des Preiswettbewerbs im Online- sowie im stationären Vertrieb“. Damit aber werde der Wettbewerb beinträchtigt. Die Behörde bemängelt auch, dass Asics seinen Händlern die Unterstützung von Preisvergleichsmaschinen verbietet. Ferner dürfen die Markenzeichen von Asics nicht auf Internetseiten Dritter verwendet werden, auch nicht um Kunden auf den Online-Shop des autorisierten Händlers zu leiten. Das Bundeskartellamt findet auch diese pauschalen Verbote unzulässig.
Neben Asics haben unter anderem auch Anbieter wie Adidas und Mammut ihren Händlern eine „Lex eBay“ auferlegt. Ein kartellrechtliches Verwaltungsverfahren gegen Adidas läuft derzeit noch.

Jetzt lesen: Zalando bessert im Lager nach, Fielmann spottet über Internet-Firmen und die Sanitärhersteller verschlafen das Web.


Zalando: Nach einem RTL-Fernsehbericht über die Arbeitsbedingungen in dem Erfurter Logistikzentrum kündigt Zalando Verbesserungen an und setzt erste Maßnahmen um. So gibt es nun auch im Produktionsbereich Sitzmöglichkeiten. In Abstimmung mit den Mitarbeitern soll auch die Pausenregelung überprüft werden. Abgeschafft wird die Prämie von 500 Euro für Mitarbeiter, die Hinweise für die Aufklärung eines Warendiebstahls liefern.

 

Zitat des Tages:Man kann viel aus dem Internet lernen. Zum Beispiel, dass Firmen viele Jahre lang Verluste machen und dennoch immer wieder erfolgreich Wagniskapital einwerben." Brillenhändler Günther Fielmann hält laut Welt auch weiterhin nichts vom Brillenhandel im Web. Das hält die Familie aber nicht davon ab, per Fielmann Ventures Online-Projekte und Apps zu testen. Fielmann steigerte den Umsatz im 1. Quartal um fast 10 % auf 306 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn stieg auf 59 Millionen Euro. Fielmann hat in Deutschland einen Umsatzanteil von 20 Prozent sowie einen Absatzanteil von 50 Prozent. 

 
Gerry Weber: Gerry Weber baut in Halle-Künsebeck für 90 Millionen Euro ein neues Logistikzentrum. Das Logistikzentrum mit insgesamt 76.000 qm Lager- und Funktionsflächen ist auch für das Multichannel-Geschäft bestens gerüstet. „Ein Meilenstein ist, dass wir mit diesem neuen Multichannel-Lager zum spätmöglichsten Zeitpunkt entscheiden können, welchem Vertriebskanal das Produkt zugeordnet wird. Hierdurch kann eine bessere Warenverfügbarkeit in allen Kanälen gewährleistet werden“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Gerhard Weber laut TextilWirtschaft.


Weltbild:
Jede vierte Weltbild-Filiale wird geschlossen. 293 Mitarbeiter sind betroffen. Insgesamt will das insolvente Unternehmen 53 Weltbild-Plus-Läden innerhalb eines Jahr dicht machen. 24 bereits bis Juli. "Der Handel" nennt die Geschäfte der ersten Schließungswelle. An der kann man gut erkennen, dass die ohnehin schon langweiligen Innenstädte in austauschbaren Mittelzentren betroffen sind. Bei der Suche nach einem Investor für das Gesamtunternehmen ist Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz  derzeit "vorsichtig optimistisch“. Er setzt auf ein „Multichannel-Konzept".

 

Zalando II: Zalando ist auf Platz fünf der wertvollsten Start-ups der Welt. Der Modeversand wurde bei der letzten Finanzierungsrunde mit 4,9 Milliarden US-Dollar bewertet, sagt das von WSJ erstellten Ranking. Einziger weiterer europäischer Vertreter in der Spitzengruppe ist Spotify. (Grafik: Statista)



MyParfum: Myparfum wagt nach Insolvenz, Rückkauf und Sanierung einen neuen Anlauf und sammelt ab sofort über die Crowdinvesting-Plattform Companisto Geld ein. Überzeugen soll die Kleinanleger ein neues Konzept. Gründer Matti Niebelschütz will auch offline gehen und MyParfum als Partner in Filialen starten. Laut Niebelschütz führe man bereits Gespräche mit Parfümerieketten. In ersten Geschäften stehe die Einbindung bereits kurz bevor. In den nächsten Jahren sollen bis zu 240 Partner-Filialen MyParfum-Düfte anbieten.


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Klingel: Mit Teleshopping wurde Ricarda Manuela Hofmann groß. Dann machte sich die Verkäuferin von HSE24 von dannen und startete im Oktober 2013 mit www.ricardam.com einen Webshop mit Beauty-Produkten für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nun kooperiert sie auch mit dem Versender Klingel und vertreibt dort Schmuck und Modeartikel, die zum Teil eigens für die Klingel-Kundinnen zwischen 45 und 70 hergestellt werden.

Digitale Welt:


Alibaba: Alibaba investiert noch vor dem Börsengang in die größte Online-Videothek in China und sichert sich für 1,2 Milliarden Dollar einen Anteil von 18,5 Prozent an Youku Tudou, das gerne als das Youtube Chinas umschrieben wird. Venture Beat


LivingSocial: Finales Lebenszeichen? Bei der Amazon-Tochter LivingSocial sanken die Umsätze im ersten Quartal um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 77 Millionen US-Dollar. LivingSocial will sich jetzt deutlicher an die mobile Kundschaft wenden. WSJ


Digitale Praxis:

PPC Masters: Beim Kongress PPC Masters in Hamburg am 22. Mai sagen Experten, wie Onlinehändler mehr aus Klicks, Google Adwords und SEA herausholen. Etailment verlost zwei Freitickets.


Digitales Wissen:

Sanitärhersteller: Eine Badewanne online bestellen - das können sich viele Markenhersteller der Bad- und Sanitärbranche wohl nur schwerlich vorstellen und lassen deshalb viele Chancen im E-Commerce ungenutzt oder verzichten gleich ganz auf den digitalen Direktvertrieb. Zu diesem Ergebnis kommt der Markenmonitor des E-Commerce-Center Köln am Institut für Handelsforschung. Danach sind acht der zehn untersuchten Markenhersteller der Branche Bad und Sanitär im Donröschenschlaf und haben keinen eigenen Online-Shop. Selbst wer mit einem Shop unterwegs ist, agiert eher schüchtern. Beispiel Grohe: Der Hersteller von Sanitärarmaturen bietet in seinem Shop nur eine Auswahl an Spa- und Wellness-Accessoires. Dornbracht, Grohe, Duravit und Hansa als auch Keramag, Hansgrohe und Villeroy & Boch bieten immerhin eine Händlersuchfunktion an. Die Markenhersteller Keuco, Ideal Standard und Geberit verzichten selbst darauf und mithin auf Umsatz und Kunden.



Internationalisierung: Google möchte zusammen mit weiteren Partnern in der Initiative "Weltweit Wachsen“ deutschen Onlinehändlern beim Export helfen. Denn die hinken im internationeln Vergleich noch hinterher. Mit dabei sind der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), die Universitäten Leipzig und Reutlingen sowie Deutsche Post DHL, PayPal, BDO und Kern. Die Partner wollen ihre jeweiligen Kompetenzen in den Bereichen Online-Vertrieb und -Marketing, Logistik, Zahlungsabwicklung und Website-Übersetzung bündeln und den Händlern aub Juni auf der Plattform www.weltweitwachsen.de mehr Know-how vermitteln.


Digitale Trends & Fakten:



Zahl des Tages: Mit 372 Millionen Euro für 84 Investitionen im ersten Quartal 2014 in britische Start-ups ist Großbritannien weiter der beliebteste Ort für Start-up-Finanzierungen. Deutschland ist mit 246 Millionen Euro für 42 deutsche Firmen Nummer 2 in Europa, schreibt das WSJ.


Grafik des Tages: Wie schnell sind schnelle Ladezeiten? Radware hat 500 Retailer getestet und kommt auf einen Mittelwert von 10 Sekunden. Weitere Zahlen verrät die Grafik.


Lesetipp des Tages: Der Untergang des stationären Handels - noch aufzuhalten? 
Maik Klotz, Head of New Business bei Buhl Data Service, rät dem Handel bei Location Insider, den Einkauf mehr als Freizeitvergnügen zu gestalten - mit Kaffee und Spielecke für Kinder.

 

Beliebtester Beitrag am Vortag: eBay: Software Ship-from-Store macht den Laden zum Logistikzentrum

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