Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!

Es mag ja vielleicht an meinem norddeutschen Naturell liegen, aber ich gehöre zu der eher skeptischen Fraktion. Als Twitter seinen Buy-Button vorstellte und am Algorithmus schraubte, klang das für mich erstmal wie der verzweifelte Versuch, endlich einen Weg zur Monetarisierung zu finden. Nun ist der Erfolg offensichtlich ausgeblieben und die Kaufoption wird wieder eingestampft. Und als eher skeptischer Mensch überrascht mich das Gros der Berichterstattung über die aktuellen Zahlen der Otto-Gruppe. Bei aller Freude über steigende Umsätze. In der Bilanz muss niemand lange blättern, um auch eine Unschönheit zu entdecken. Die taucht aber nur in wenigen Berichten auf.

Details und mehr kompakte und kuratierte News zum digitalen Handel nach dem Klick.

Twitter ohne Buy-Button:

Wie u.a. Internetretailer berichtet, verabschiedet sich Twitter aus dem Social Commerce. Das Unternehmen hat sein E-Commerce-Team aufgelöst und die Mitarbeiter in andere Abteilungen versetzt. Das Thema Social Commerce soll demnach nicht weiter verfolgt werden. Offensichtlich waren die Nutzer dann doch nicht bereit, über ein Netzwerk einzukaufen, sondern tun dies lieber über mobile Websites und Apps.


Otto wieder im Aufwind:

Nicht nur die Lebensmittelzeitung widmet sich ausführlich den neuen Geschäftszahlen der Otto-Gruppe. Der zukünftige Chef Alexander Birken will konzernweit in IT und E-Commerce investieren. Durchaus vorderhand erfreulich sind die Zahlen, die der aktuelle Amtsinhaber noch verkünden durfte. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde der Umsatz um 5,4 Prozent gesteigert. Er betrug 12,1 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern ist von mageren 44 Millionen im Vorjahr auf 187 Millionen Euro gestiegen. Nach Steuern gibt es bei Otto aber nach wie vor einen dicken Fehlbetrag von 190 Millionen Euro, der gegenüber dem Vorjahr kaum reduziert werden konnte. Eine Zahl, die es weniger in die Schlagzeilen geschafft hat.


Stampay mit Bezahlfunktion:

Per E-Mail hat das Unternehmen Stampay angekündigt, in das Mobile Payment einsteigen zu wollen. Stampay bietet eine digitale Bonuskarte in Form einer Smartphone-App an. Und die soll jetzt um eine Bezahlfunktion erweitert werden. Sie wird als Prepaid-Karte realisiert, der Kunde behält also die volle Kostenkontrolle. Mit seinem System richtet sich Stampay gerade an kleinere Händler, die ohne viel Aufwand in Mobile Payment und Bonussysteme einsteigen wollen.

LocaFox mit eigenem Kassensystem:

Wie Locafox per E-Mail mitgeteilt hat, bietet das Unternehmen nun mit "LocaFox POS" ab Juni ein elektronisches Kassensystem an. Damit reagiert die Firma auf das Ergebnis einer Befragung von 1.000 Händlern. Denn demnach verfügen rund 70 Prozent der kleineren und mittelständischen Händler nicht über eine digitale Warenwirtschaft. Dies will Locafox in Kooperation mit Speed4Trade ändern. "LocaFox POS" ist Kasse, Warenwirtschaft, elektronisches Kassenbuch und E-Commerce-Lösung in einem. Das System verfügt über eine direkte Anbindung an den von Locafox betriebenen Marktplatz.


Spekulationen über Start von Amazon Fresh in Deutschland:

Ein Bericht des Manager Magazins heizt die Spekulationen über einen baldigen Start von Amazon Fresh wieder an. Demnach geht es im Herbst nun tatsächlich mit 15 Partnern los. Marktstart wird demnach in Berlin sein, wo die Kunden dann frische Lebensmittel bestellen können. Laut dem Bericht soll es Amazon aber nicht gelungen sein, einen großen Lebensmittelhändler vom Projekt zu begeistern.

Globetrotter baut weiter um:

Nach der Übernahme durch die schwedische Fenix-Gruppe geht der interne Umbau bei Globetrotter nun weiter. Angela Rux ist aus der Geschäftsführung ausgetreten, führt ihre Geschäftsbereiche jedoch als Prokuristin weiter. Eine Nachfolgerin in der Geschäftsleitung ist laut dem Bereich der TextilWirtschaft nicht geplant.

Otto muss Nubon neu ausrichten:

Die Lebensmittelzeitung berichtet, dass die Otto-Gruppe sein Unternehmen Nubon neu ausrichten muss. Nubon bietet eine Händlerplattform zur Kundenbindung per Smartphone, konnte aber keine ausreichenden Erlöse aus seinem transaktionsbasierten Geschäftsmodell erwirtschaften. Unter dem neuen Namen Otto Group Solution Provider (OSP) sollen ab sofort White-Label-Lösungen und mobile IT-Dienste angeboten werden.

INTERNATIONAL


Börsenaufsicht prüft Alibabas Buchführung:

Ins Visier der US-Börsenaufsicht ist Alibaba geraten. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Aufsichtsbehörde einen intensiven Blick auf die Buchführung des E-Commerce-Riesen werfen wird. Geprüft wird unter anderem auch das Berichtswesen über den "Singles Day", dem Verkaufsgroßereignis in China. Das Ergebnis ist offen und es wird auch noch eine Weile dauern, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Offenbar misstrauen die Behörden den doch beeindruckenden Rekordzahlen aus der Vergangenheit. Das berichtet u.a. E-Commercefacts.

Amazon baut neue Fulfillment-Zentren in den USA:

Wie E-Commercebytes berichtet, wird Amazon in den USA kräftig in den Ausbau seiner Kapazitäten in Sachen Fulfillment investieren. Aktuell werden neue Zentren in Illinois und Kalifornien entstehen. Darüber hinaus sollen in diesem Jahr noch 6 weitere Stützpunkte eröffnet werden. Im Rahmen des Aufbaus seiner Kapazitäten, werden wohl 1.500 neue Arbeitsplätze geschaffen.


TRENDS & FAKTEN

 

Lesetipp des Tages: Retailtechnology hat sich die Mühe gemacht und bietet einen Überblick über aktuelle Technologien bei virtuellen und digitalen Umkleidekabinen.

Grafik des Tages:
Mit dem Thema Click & Collect beschäftigt sich die neue Infografik von Statista. Es zeigt sich: Der Service hat durchaus noch weiteres Potenzial, denn schließlich haben erst 16 Prozent der Konsumenten einmal davon Gebrauch gemacht.

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