Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!

Es mag recht früh einsetzende senile Bettflucht gewesen sein, aber die Nacht war für den Chronisten deutlich früher zu Ende, als eigentlich geplant gewesen wäre. Und statt sich im Bett zu wälzen, habe ich mich mit DSL-Tarifen auseinandergesetzt und bei Ikea online nach einer neuen Einrichtung geschaut. Eine Alternative wäre wohl, wenn ich denn in Bayern wohnte, das "Private Shopping" eines Möbelunternehmens gewesen, das jetzt eine Beratung rund um die Uhr anbietet.

Details und mehr kompakte und kuratierte News zum digitalen Handel nach dem Klick.

Dress for less stellt Insolvenzantrag:

Wie die TextilWirtschaft berichtet, hat der Online-Outlet-Betreiber Dress-for-less wegen drohender Zahlungsunfähigkeit vor dem Amtsgericht Darmstadt einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Jan Markus Plathner bestellt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 260 Mitarbeiter. Genaue Zahlen über die Schieflage wurden nicht genannt. Der Geschäftsbetrieb soll aber uneingeschränkt weitergeführt werden.


Private Shopping bei Möbel Biller:

Angesichts der Konkurrenz durch Platzhirsche wie Otto, Ikea oder Home 24 müssen sich kleinere Anbieter in der Möbelbranche schon etwas einfallen lassen. Das kann die Spezialisierung auf eine Nische und innovativer Service sein. Das mittelständische Unternehmen Möbel Biller aus Bayern bietet mit seinem "Private Shopping" einen bemerkenswerten Service an. Montags bis Samstags können sich Kunden rund um die Uhr beraten lassen. Dazu teilt der Kunde seinen Wunschtermin mit und kann sich dann in den Geschäftsräumen informieren. Nach einem Bericht aus dem "Handelsjournal" sieht der Inhaber darin die Chance, die Flexibilität des Online-Handels mit der persönlichen Beratung vor Ort zu kombinieren.

Digitale Bonuskarte für Arnsberg:

Der Westen berichtet von einem bemerkenswerten Pilotprojekt aus Arnsberg. Dort läuft die Aktion "Digitale Bonuskarte / Digitales Schaufenster" an. Geplant ist eine Versuchsphase von einem Jahr. Zum Start machen 16 Händler mit, deren Geschäfts auch besonders gekennzeichnet sind. Der Kunde erhält einen Anhänger mit Chip, auf dem er beim Einkauf Bonuspunkte sammeln kann, deren Wert jeder Händler selbst festlegt. Pro Händler gibt es eine Karte auf dem Chip. Eine Registrierung ist nicht notwendig. Über eine Aktionsseite im Internet ruft der Kunde seinen aktuellen Punktestatus ab und kann sich dort auch über Angebote der Händler informieren. Ergänzt wird das Projekt durch einen Versuch mit einem "Digitalen Schaufenster". Mit einem QR-Code bzw. NFC-Aufkleber rufen sich Kunden aktuelle Angebote des Geschäfts auf das Smartphone. Einkaufen kann der Kunde über diesen Kanal allerdings nicht. Das soll er auch weiterhin lokal vor Ort tun.

Autokauf per App bezahlen:

Und noch einmal etwas aus einer Nische (wenn auch einer großen). In einer Pressemitteilung per E-Mail stellt Easy Car Pay ein neues Bezahlsystem für den Autokauf vor. Gerade im Gebrauchtwagenhandel ist die Barzahlung immer noch die Königin. Ein klassischen Zug-um-Zug-Geschäft. Der Kunde erhält Wagenschlüssel und Papiere, der Händler sein Geld. Doch inzwischen kaufen die meisten Kunden einen "Gebrauchten" über eine der zahlreichen Online-Plattformen. Mit der App von Easy Car Pay kann das ausgewählte Fahrzeug direkt mit allen Daten in den Online-Bezahlprozess importiert werden. Käufer und Verkäufer registrieren sich auf der Plattform. Die gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung des Käufers wird per Video-Identverfahren erledigt. Der Kaufbetrag wird vom Anbieter treuhänderisch verwahrt. Erst wenn sich die Parteien nach Probefahrt und Besichtigung einig sind, gibt der Kunde das Geld frei. Darüber erhält der Verkäufer dann eine SMS als Bestätigung.


Rakuten will sich auf Deutschland und Frankreich konzentrieren:

Wie unter anderem Ecommercebytes berichtet, verabschiedet sich Rakuten aus Großbritannien und Spanien. Damit richtet der Marktplatz seine europäischen Aktivitäten neu aus. Dem zufolge werde man sich jetzt auf Frankreich und Deutschland fokussieren. Hier wird das Potenzial für nachhaltiges Wachstum gesehen. Der gleiche Bericht zitiert einige Stimmen aus Händlerforen, die darin keinen Verlust sehen da sich die Verkäufer immer schleppender entwickelt hätten. Die Marktplätze werden wohl Ende August geschlossen.



Polnischer Marktplatz Allegro startet in Deutschland:

Das werden sich die Strategen bei Rakuten wahrscheinlich anders vorgestellt haben. Denn kaum will man sich auf Deutschland fokussieren, erwächst hier ein neuer Wettbewerber. Wie TMTA als Erstes berichtet, ist der führende polnische Marktplatz mit einem Angebot für Deutschland gestartet. Allegro gibt es bereits seit 1999 und kann auf 14 Millionen Mitglieder blicken.

Zara setzt auf neues System für Umkleiden:

Die Bewirtschaftung von Umkleidekabinen im stationären Handel mit Fast Fashion ist anspruchsvoll. In seinem Flagship-Store in Köln beschreitet Zara jetzt einen neuen Weg. Nein, keine große Digitalisierung, sondern nur eine kleine. Am Eingang der Umkleiden wird die Ware, die der Kunde probieren will, vom Personal gescannt. Alle Kabinen sind nummeriert und der Kunde erhält anschließend vom Personal eine Kabine zugewiesen. Auf dem Display darin sollen dann weitere Varianten der ausgesuchten Stücke dargestellt werden. Das berichtet die TextilWirtschaft.


INTERNATIONAL


Jet steigert Konversion mit einfachsten Mitteln:

Wie Internetretailer berichtet, ist es Jet.com mit einfachsten Mitteln gelungen, die Conversion auf seinen Seiten zu erhöhen. Und wie funktioniert der Zaubertrick? Auf den Detailseiten zu einem Produkt werden die Kontaktmöglichkeiten des Kundenservice,  die Rückgabepolitik und die Versandkosten in kurzer Form dargestellt. Der Anstieg der Conversion sei danach signifikant gewesen. Jet.com hat angekündigt, in diesem Jahr 1 Milliarde Dollar Umsatz erzielen zu wollen. 3,6 Millionen Kunden können auf dem Marktplatz bei mehr als 1.600 Verkäufern bestellen.

Amazon investiert in Indien:

Internetretailer berichtet davon, dass Amazon plane, in den Ausbau seiner Geschäfte in Indien 3 Milliarden Dollar zu investieren. Damit setzt das Unternehmen auf einen boomenden Markt. Nach aktuellen Schätzungen werden bis zum Jahr 2020 in Indien 25 Prozent aller Verkäufe online erfolgen. Bis dahin sollen 175 Millionen Menschen dort das Online-Shopping nutzen.


TRENDS & FAKTEN

 

 
Zahl des Tages: 455,3 Milliarden Euro gaben die europäischen Verbraucher im Jahr 2015 online aus. Weitere interessante Zahlen gibt es hier.

Beliebtester Beitrag am Vortag: So kaufen die Deutschen im Web ein


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