Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!

Verbundgruppen tun mir immer ein bisschen leid. Sie sind im digitalen Wandel immer nur so schnell wie die schwächsten Glieder in der Kette, müssen jeden Bedenkenträger mit anschieben, kämpfen beim Weg ins Web mit Harmonisierungsbeschwerden beim Provisionsmodell, bei Regulierung und Umsatzverteilung. Das kann ein gordischer Knoten sein. Wer ihn lösen will, verstrickt sich oft lang und schmerzhaft. Das zeigt gerade das Beispiel Electronic Partner. Der neue "Shop" ist nur ein "Shöpchen" - ein Kompromiss zwischen Wollen und Wehe. Nur: Den Online-Kunden interessiert das nicht. Der sortiert die schwächsten Glieder einfach aus. Gerade in einem Markt in dem Same Day Delivery allmählich zum neuen Standard wird.

Details und mehr kompakte und kuratierte News zum digitalen Handel nach dem Klick.

Electronic Partner startet ein "Shöpchen":

Die Verbundgruppe Electronic Partner hat wieder einen Online-Shop. Einen, der irgendwie aus den 80er Jahren gefallen ist. Denn Kunden können dort nur die 18.000 Produkte der Fachhändler sehen. Geliefert wird nicht. Abgeholt werden muss die Ware vorerst immer im Laden (Click & Collect). Den Versand, schon einmal für 2015 angekündigt, will man später einmal wuppen. EP macht damit seine strukturellen Probleme zum Problem des Kunden. Anders gesagt: Der EP-Auftritt ist als Shop dead on arrival, kann bestenfalls als Visitenkarte dienen. Verbundgruppen wie ANWR sind da mit Schuhe.de Lichtjahre weiter.


Comtech wächst zweistellig:

Die norwegische Komplett Group wächst mit Comtech auf 780 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 25 Prozent. Comtech allein bringt es auf rund 150 Millionen Euro und ein Plus von 26 Prozent, meldet Exciting Commerce.


Hudson’s Bay hat Deutschlandpläne für Gilt:

Die Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay könnte ihren Shoppinglcub Gilt auch nach Deutschland bringen. Vorstandschef Jerry Storch denkt dabei auch über eine Vernetzung von Gilt mit den Filialen nach. Gilt macht rund 500 Millionen Dollar Umsatz.

Kaufland startet eigene App:

Die SB-Warenhaus-Kette Kaufland bietet nun eine eigene App an. Mit einem recht rudimentären Funktionsumfang, wie Location Insider findet. Der Online-Shop von Kaufland soll spätestens 2017 starten.

TV-Premiere für Foodist:

Foodist liefert Delikatessen frei Haus und als Abo-Angebot und macht das nun auch im TV schmackhaft. Unter dem Motto „Entdeckt, um zu überraschen“ läuft der 20-sekündige Spot (Agentur: Neverest) auf den Sendern der ProSiebenSat.1 Gruppe und zeigt stimmungsvolle Bilder aus der Küche und aus der Koch-Box. Die TV-Kampagne resultiert aus der erfolgreichen Bewerbung von Foodist am ProSiebenSat.1 Accelerator-Programm, das die Teilnehmer auf Fernsehwerbung vorbereitet und sie im Austausch für Unternehmensanteile (Media-for-Equity)mit 500.000 Euro TV-Budget ausstattet.


Spreadshirt wirbt nackig:

Die Spreadshirt-Tochter Teamshirts, die sich mit individualisierten Produkten an Gruppen richtet, setzt in ihrer ersten TV-Kampagne komplett auf (verpixelte) Nackedeis. "Der Spot soll auf humorvolle Art zeigen, dass ein Team nur mit einheitlicher Kleidung als solches erkannt wird“, erklärt Elmar Kühn, Head of TeamShirts. Ah ja.

Linemayr neuer Tchibo-Chef:

Thomas Linemayr folgt Anfang 2017 auf Markus Conrad als Vorsitzender der Geschäftsführung des Hamburger Handelskonzerns Tchibo. Linemayr kommt von der Lindt & Sprüngli Gruppe.

INTERNATIONAL


Tesco testet IFTTT:

Ein kurioser, und zugleich interessanter Versuch von Tesco, um Shopping-Aufgaben zu automatisieren. Kunden können Shopping-Aufträge mit Hilfe von IFTTT automatisieren. IFTTT was? "If This Then That" ist ein recht beliebter Webdienst mit dem man Webanwendungen miteinander verbinden und automatisieren kann. Dafür bietet IFTTT auch fertige "Rezepte" nach dem Wenn-Dann-Prinzip an, die lästige Aufgaben von selbst erledigen - beispielsweise einen Tweet bei Twitter direkt auch bei Facebook zu teilen. Tesco hat nun eine Reihe eigener "Rezepte" kreiert, beispielsweise donnerstags Milch in den Warenkorb zu legen oder ein Produkt zu kaufen, wenn es im Preis sinkt. Nutzer können zudem eigene Lösungen zusammenbauen. Das System erklärt Tescolabs im Blog.


Volvo macht mit Kofferraum als Paketstation ernst:

Erinnern Sie sich noch an das Projekt von Volvo, das den Kofferraum 2014 zur Paketstation machte? Das Konzept lässt den Autobauer nicht los. Jetzt soll das System in einem Großversuch mit der schwedischen Post weiter ausgewalzt werden.


Micgros.ch wird persönlicher:

Mit dem Relaunch von Migros.ch (Agentur Aperto) soll der Kunde noch mehr von Personalisierung und Lokalisierung profitieren. So ist nun das Kundenkonto mit dem Migros Kundenbindungs- und Bonuspunkteprogramm „Cumulus“ verknüpft.

Gillette Club wirbt im Mafia-Look:

Mit einem Werbeclip im Stil von Mafia-Filmen sollen nun alle Männer in UK mitbekommen, dass Gillette einen Abo-Service (Gillette Club) für Rasierklingen hat.

Migros öffnet Galaxus für weitere Händler:

Der Schweizer Handelsriese Migros will seinen Online-Shop Galaxus demnächst auch für andere Händler öffnen und so sein Sortimentsangebot erweitern. Das kündigte Migros-Chef Herberg Bolliger im Interview mit der „Schweiz am Sonntag“ an. 

15 Millionen Dollar für Plus-Size-Mode:

Eloquii, Online-Anbieter von Plus-Size-Mode, hat in einer Finanzierungsrunden 15 Millionen Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehört Acton Capital Partners.

TRENDS & FAKTEN

Gute Zeiten für Shopping-Clubs:

Gute Aussichten attestiert eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young den Shopping-Clubs (pdf). Die überwiegend weibliche Kundengruppe sei zahlungskräftig und kauffreudig. Nach Schätzungen von EY stiegen die Umsätze der Shopping-Clubs 2015 um 22 Prozent auf 780 Millionen Euro.




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