Die Microsoft-Suchmaschine Bing ist im Wettbewerb mit Google so etwas ein wie Underdog. Ein verkannter Underdog. Denn der Bing-Anteil an der ­Suche hat deutlich zugenommen. Und könnte von aktuellen Trends 2017 deutlich profitieren- und damit auch für den Handel attraktiver werden.

Konzern-Chef Satya Nadella hat für Microsoft die Losung ausgerufen, das Unternehmen wieder zu einem Trendsetter zu machen und auch gegenüber Google längst verloren geglaubtes Terrain wieder zurückzuerobern.

Die Suchmaschine Bing spielt dabei eine wichtige Rolle. Lange waren die Marktanteile von Bing an der Suche – gerade auch hierzulande – eher homöopathisch. Das hat sich inzwischen geändert. In den USA kommt Bing auf einen Marktanteil von etwas mehr als 30 Prozent, in Deutschland sind es immerhin schon 12,3 Prozent. Seit 2011 hat sich damit der Anteil verfünffacht.

Bing Ads campaign basics

Damit gehört Bing durchaus auch in ein Mediabudget für Suchmaschinenwerbung. Wenn man als Händler eher Desktop-Kunden erreichen will. Denn die Erfolgszahlen spielen den Suchanteil per Desktop wieder, samt allerlei anderer Endgeräte wie die Xbox. Den wachsenden Anteil der mobilen Suche klammert Microsoft bei solchen Zahlen aus.

Bing macht Siri schlau

Aber auch hier könnte Microsoft bald punkten. So füttert Apple seinen digitalen Sprachassistentin Siri mit Daten von der Suchmaschine Bing. Ein strategischer Vorteil. Denn die mobile Sprachsuche gewinnt zunehmend an Relevanz.  Bereits jede vierte Suchanfrage bei Bing ist eine gesprochene – Tendenz steigend.

Zunächst steht hier das Smartphone im Fokus. Gerade auch beim Shopping - und vor allem bei Kunden auf der Suche nach stationären Geschäften und entsprechenden Angeboten. Alsbald aber ist die Sprachsuche  ebenso bei anderen digital vernetzten Assistenten Alltag.

Bald mehr Einkäufe und Suche auf Zuruf

Auch wenn die Sprachsteuerungsbox Amazon Echo, die ebenfalls Bing nutzt, noch in den Kinderschuhen steckt. Das Potenzial aber ist gewaltig.

Wenn die Suche via Desktop bereits antiquiert ist, dann wird es der Suchschlitz einer Suchmaschine auf dem Smartphone bald erst recht sein. Erst recht, wenn für die Suche künftig mehr und mehr Chatbots bemüht werden und Microsoft dann mit seiner Sprachassistentin Cortana helfen kann, Einkäufe auf Zuruf zu erledigen.

Damit ist dann auch eine bessere Adressierung der Kunden möglich. „Unternehmen können dank der längeren Suchphrasen bei Sprachanfragen Absicht und Kontext der Suche viel besser einschätzen, und gezielter auf die Wünsche der Kunden eingehen“, sagt Carsten Rauh, Director Search Advertising / Strategic Sales Germany bei Microsoft Deutschland.


Mit Blick auf die semantische Suche müssen Retailer aber Inhalte mehr denn je Inhalte so verfassen, dass sie wie gesprochene Sätze klingen, um Nutzerfragen möglichst sinnvoll zu beantworten. „Zudem sollten Werbetreibende ihre Keyword-Listen um längere Keyword-Phrasen ergänzen und strukturierte Daten in das Backend ihrer Website integrieren, denn in den Suchlisten werden die Ergebnisse dadurch erweitert und somit präsenter für Suchende dargestellt. Der Treffer hebt sich von anderen ab“, rät Rauh.

Zurück zur Gegenwart: Da sind noch die Kosten die Gretchenfrage der Suchmaschinenwerbung. Microsoft rühmt sich, dass Bing von konsumfreudigeren Nutzern eingesetzt wird und die eigenen Anzeigen in etlichen Branchen einen besseren Cost-per-Click (CPC) bieten als Google. Ausgerechnet für den Bereich Retail gilt das aber so noch nicht, weshalb das Management hier schleungiste Besserung gelobt, um die Attraktivität der Bing Ads und der Bing-Shoppingkampagnen zu heben.  Auch wenn in Einzelfällen die CPCs im Bing Network bereits günstiger sind als bei Google AdWords.
© Microsoft


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