Liebe Leserin, lieber Leser, mehr Geld, mehr Umsatz, lauteres Online-Weihnachtskassenklingeln. Jede Studie verspricht neue Rekordzahlen. Was keine Studie sagt, was aber insgeheim befürchtet wird: 2017 könnte zum Offenbarungseid für die Logistikbranche werden, die angesichts der Massen an Bestellungen hier und da zu spät die Geschenke bringt. Weil es an allen Ecken an Kapazitäten fehlt. Amazon zeigt nun, dass es ein Stück weit künftig auch ohne die großen Anbieter gehen könnte. Eine deutliche Warnung.

Amazon Flex startet in Deutschland:

Der Uber-ähnliche Paketdienst Amazon Flex startet nun auch in Deutschland und rollt zunächst in Berlin an. Das Lieferkonzept im Uber-Modus macht private Fahrer zu Paketboten, beispielsweise um Spitzenzeiten besser abzufedern. Außerdem organisiert Flex die Lieferung aus dem Lager anderer Händler. Amazon hat das Modell zwei Jahre lang in Indien getestet und kürzlich auch in den USA gestartet. Angesichts immer größerer Probleme der Logistik, dem Online-Boom Herr zu werden, muss sich Amazon emanzipieren. DHL kommt ja nicht mal mit Paketstationen hinterher.

Lidl freundet sich digital mit Media Markt-Saturn an:

Lidl sucht nun digital doch wieder den Anschluss und kooperiert mit dem Retailtech Hub von Media Markt-Saturn. Der Hub nimmt Start-ups unter seine Fittiche.

Rakuten startet Club-Konzept:

Rakuten möchte auch ein wenig Prime-Feeling bieten und sortiert seine Satelliten nun in den „Club Rakuten“. Für 19,90 Euro jährlich gibt es kostenlosen Hin- & Rückversand, mehr Superpunkte auf alle Einkäufe, Rakuten.tv und exklusive Shopping-Aktionen.

Adidas - mehr als sportlicher E-Commerce-Umsatz:

Adidas ist in Sachen Umsatz gerade wieder richtig fit (plus 8,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro). Auch digital wachsen die Muskeln. Im dritten Quartal wuchsen die E-Commerce-Umsätze um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den Umsätzen sind auch die Verkäufe der Vertriebspartner enthalten. Konkrete Zahlen nennt der Sportartikelhersteller nicht.

Streit um Markennamen "Black Friday":

Im Streit um den Markennamen "Black Friday" hat Black-Friday.de vor dem Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen die Black Friday GmbH sowie die Super Union Holdings Ltd. erlassen, Inhaber und Lizenznehmer der Marke. Mit der einstweiligen Verfügung wird dem Duo unter anderem verboten zu behaupten, die Verwendung der Bezeichnung in der Werbung oder Links auf die Seite www.black-friday.de seien eine Verletzung der Wortmarke "Black Friday". .

Amazon zahlt nicht:

Rund 3.000 deutsche Marktplatzhändler warten gegenwärtig auf ihr Geld vom Online-Riesen. Amazon liefert bestenfalls wachsweiche Antworten. Ursache der Probleme soll eine IT-Panne sein. Für die Händler, die selbst nun auf offenen Rechnungen sitzen, ist das gerade vor dem Weihnachtsgeschäft besonders bitter. Manch einem könnte der Ruin drohen.

Cyber Monday Woche bei Amazon:

Am 20. November 2017 läutet Amazon offiziell die Schnäppchensaison ein. Bis einschließlich 27. November 2017 finden Kunden in der Cyber Monday Woche unter über 55.000 Angebote mit bis zu 50 Prozent Rabatt.

INTERNATIONAL

Amazon macht sich bei Whole Foods breit:

Das war ja klar. In den Whole Foods-Märkten kommen nach der Übernahmen durch Amazon nun auch die hauseigenen Gadgets wie Kindle und Echo prominent auf die Fläche. 

Sainsbury's wächst auch digital:

Sainsbury's, die zweitgrößte Supermarktkette Großbritanniens, kämpft trotz wachsender Umsätze weiter mit sinkenden Profiten. Da schlägt aber auch die Argos-Übernahme ins Kontor. Zeichen setzt die Kette mit dem Ausbau von Click & Collect, Same Day Delivery und rund 7 Prozent Wachstum im Online-Geschäft.

Kohl’s profitiert online von den Läden:

Die US-Warenhaushette Kohl’s legt online um 15 Prozent zu. Interessante Zahl: Rund jede dritte Online-Bestellung wird in den Läden abgefertigt. Zudem steigen die Zahlen beim Instore-Pickup.. Details weiß Internet Retailer.

Neue Möbel-Marken von Amazon:

Amazon startet mit Stone & Beam und Rivet zwei neue Möbel-Marken, die zunächst der US-Konkurrenz Sorgen machen dürften. In den USA wird der Anteil von Amazon am Online-Möbelmarkt inzwischen auf bis zu 20 Prozent geschätzt.

TRENDS & FAKTEN

Apple tüftelt an AR-Brille:

Apple plant für 2020 ein Augmented-Reality-Headset, das ohne Smartphone-Unterstützung auskommen soll.

Mega-Deal für Musical.ly:

Die Playback-App Musical.ly geht für mindestens 800 Millionen Dollar an den chinesischen Social-Media-Riesen Toutiao. Die gerade erst vor drei Jahren gestartete App, ist bei Kids und Jugendlichen sehr beliebt. Die können mit der App kurze Musikvideos aufnehmen. Falls Sie dass nicht kennen: Das sieht etwa so aus, wenn man sich selbst zum Affen macht.

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Unterwäsche-Fachgeschäft nannte man so etwas früher. Heute heißt das Dessous oder Lingerie. Klingt schicker. Das gilt bei Hunkemüller nicht nur für BH, Slips oder Bademoden.  Chic hat auch die Digitalstrategie. Dort wo sie sichtbar ist, aber auch dort, wo man nicht hinguckt. Worauf Hunkemöller-Chef Philip Mountford achtet und was die Kundinnen digital wollen, verrät er im Interview

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