Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!
Eine Studie der News-Organisation ProPublica zeigt gerade auf, dass Amazon in der Buy Box und auf den Preisvergleichsseiten wohl nicht immer ganz so akkurat kalkuliert, wie man sich das gemeinhin vorstellen würde. Offenbar werden Händler, die am FBA-Programm teilnehmen, bevorzugt, Platzierungen mit ohnehin bevorzugten Prime-Kunden im Hinterkopf kalkuliert. Zwar gilt für den Preis-Algorithmus von Amazon in der Regel: Einkaufserlebnis schlägt Preis. Doch ob das der Kunde immer so nachvollziehen mag? Details und weitere News im Morning Briefing.



Rewe hebt beim Lieferservice die Preise an:

Rewe müht sich offensichtlich seinen Onlineshop kostendeckender zu bekommen. Die Liefergebühren wurden zum Teil deutlich erhöht, rechnet  der Supermarktblog vor. So wurde die Kostenlos-Lieferung ab einer Bestellsumme von 100 Euro abgeschafft und durch eine ab 120 Euro ersetzt. Dafür gibt es eine neue 80-Euro-Schwelle, bei der Rewe einen Euro Rabatt auf die Lieferkosten gewährt. Leute mit Zeit, die zwischen 7 und 13.30 Uhr bzw. zwischen 14.30 und 22 Uhr zuhause warten wollen, bekommen die Lieferung immerhin kostenlos. 

ParcelLock kommt nun in den Hausflur:

ParcelLock, das Gemeinschaftsunternehmen der Paketdienste DPD, GLS und Hermes, hat die gefühlt endlose Pilottestphase beendet und steht ab sofort Herstellern von Paket- und Schließfächern zur Verfügung. Burg-Wächter und Renz bringen jetzt erste Modelle für die Nutzung in Einzel-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern auf den Markt. Das Paketkasten-System für den Hausflur ist ein anbieterneutrales System und konkurriert damit mit den Paketkästen der Post. Der Nutzer legt im My ParcelLock-Kundenportal oder per App fest, welche Dienstleister Zugriff auf die Box erhalten. Die können die Paketkästen dann mit einer TAN, ähnlich wie beim Online-Banking, öffnen.

Neues Model für Amazon Fashion:

Falls Sie Barbara Palvin noch nicht kennen. Sie werden das Model jetzt öfter sehen. Als Gesicht der Herbst/Winterkampagne 2016 von Amazon.  Palvin wird europaweit in der Amazon Fashion Print- und Social-Media-Kampagne zu sehen sein.

Zooplus-Vorstand kann länger:

Der Aufsichtsrat von Zooplus verlängert die Verträge des Vorsitzenden Cornelius Patt sowie der Vorstände  Andrea Skersies und Andreas Grandinger. Angesichts der Wachstumsraten überrascht das nicht allzu sehr. Zooplus rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2016 mit einem europaweiten Netto-Umsatz (ohne sonstige betriebliche Erträge) von mindestens 900 Millionen Euro.

Rossmann kommt Responsive:

Ist es noch der Rede wert, wenn ein Shop neuerdings Reponsive Design kann? Ja, hört man viele Kunden seufzen. Also kann man es getrost noch als Mobil-Offensive sehen, wenn die Drogeriekette Rossmann den ersten vollständig responsiven Online-Shop in der deutschen Drogeriebranche launcht. Die neue Shop-Plattform verbindet Produktinszenierung und Content wie Ratgeber- und Magazinhalte. Aperto hat dafür die Konzeption sowie das Design verantwortet und weite Teile der technischen Umsetzung auf Basis der CMS-Plattform Magnolia realisiert.

GoButler landet bei Amazon:

GoButler, einst ein SMS-Concierge-Service voller Hoffnung, wandelte sich mangels Nachfrage schließlich in den Bot-Anbieter Angel.Ai. Teile dieses Startups übernimmt laut Gründerszene nun Amazon. GoButler-Gründer Navid Hadzaad ist nun „Head of New Bot Products“ bei Amazon.


INTERNATIONAL

Buy Box - Kritik am Preis-Algorithmus von Amazon:

Der Preis-Algorithmus von Amazon zeigt in der Buy Box nicht immer den besten Preis-Deal an. Stattdessen findet man dort besonders häufig Eigenmarken oder auch teurere Produkte anderer Anbieter. Die Organisation ProPublica hat 250 Produkte untersucht, fand in 75 Prozent der Fälle günstigere Angebote. Doch die Untersuchung, die auch der Guardian aufgreift, unterliegt einem Irrtum. Denn für die geheime Formel bei der Besetzung der Buy Box zählt nicht allein der Preis. Eine Rolle spielen auch Elemente wie Bestellmängel, Bewertungen, Bearbeitungszeit, Kundendaten, Versandgeschwindigkeit und der kostenlose Versand. Die Studie zeigt aber auch, dass Amazon auf den Preisvergleichseiten Produkte von Händlern, die am FBA-Programm teilnehmen, offenbar bevorzugt und die Bewertung und Platzierung dort mit Prime-Kunden im Hinterkopf kalkuliert - sogar dann, wenn der Kunde kein Prime-Mitglied ist.


Amazon Echo - Nutzer kaufen noch mehr ein:

Prime-Kunden shoppen mehr und geben bei Amazon auch mehr Geld bei Amazon aus. Das ist bekannt. Unter diesen VIP-Kunden sind die Nutzer der Sprachsteuerungsbox Amazon Echo so etwas wie die noch wertvollere Spitze. Jüngste Zahlen deuten an, dass Besitzer des Amazon Echo noch öfter auf Amazon shoppen (plus 6 Prozent) und 10 Prozent mehr Umsatz machen. Drum

Spar startet Online-Lebensmittelhandel:

In Österreich steigt nun auch Interspar in den Online-Lebensmittelhandel ein, liefert vorerst aber nur in Wien aus. Die Zustellung kostet 4,90 Euro. Spar betreibt bereits seit Jahren einen Online-Shop. Dort gab es bislang aber nur Wein und Non Food. Fruchtportal

Ralph Lauren holt Amazon-Managerin:

Der Modehersteller Ralph Lauren hat Valeria Juarez zum Senior Vice President of E-Commerce für die Region Europa/Nahost/Afrika (EMEA) ernannt. Juarez kommt von Amazon.com. Sie agierte dort als Director der Region EU für Amazon Prime und zuvor als Direktor of Apparel. TW


TRENDS & FAKTEN

Boom der Shopping-Clubs:

Eine Marktstudie von A.T. Kearney prognostiziert Online Shopping-Clubs jährliche Wachstumsraten von bis zu 25 Prozent in Deutschlan. Laut den  Unternehmensberatern wuchs der Gesamtmarkt von Plattformen wie Amazon Buy VIP, Brands4friends (Ebay), Limango (Otto Group), Zalando Lounge, Vente-privée und Best Secret (Schustermann & Borenstein) in Deutschland zwischen 2011 und 2015 um mehr als 150 Prozent. Auch für die Zukunft prognostiziert A.T. Kearney goldene Zeiten: bis 2020 erwarten die Berater ein Wachstum von rund 135 Prozent. 

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Schon gewusst?
Spannende Jobs finden Bewerber im Online-Stellenmarkt von etailment