Liebe Leserin, lieber Leser, eine spannende Überschrift ist wie eine schicke Produktverpackung. Sie soll und darf verführen. Die gestrigen Schlagzeilen anlässlich der zwischen Ebay und dem niederländischen Payment-Dienstleister Adyen geschlossenen Kooperation dürften aber deutlich über das Ziel hinausgeschossen sein. Denn in operative Hektik sollte jetzt kein Händler verfallen. Im Laufe des Vormittags bringen wir an dieser Stelle eine Analyse. Weitere News gibt es wie immer nach dem Klick.

Amazon macht deutlich mehr Umsatz:

Gestern hat das Unternehmen seine Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2017 veröffentlicht. Der Nettoumsatz stieg im vierten Quartal um beeindruckende 38% auf 60,5 Mrd US-Dollar, verglichen mit 43,7 Mrd im vierten Quartal 2016. Im Gesamtjahr stieg der Nettoumsatz um 31% auf 177,9 Mrd US-Dollar, verglichen mit 136,0 Mrd im Vergleichszeitraum. Das Betriebsergebnis sank dagegen leicht um 2% auf 4,1 Mrd US-Dollar.

Ebay will mit Adyen Zahlungen selbst abwickeln:

Der Marktplatz hat in einer Pressemitteilung angekündigt, die Zahlungsabwicklung auf seiner Plattform als Intermediär selbst übernehmen zu wollen. Dazu wurde eine Kooperation mit dem niederländischen Payment-Anbieter Adyen geschlossen. PayPal wird den Händlern aber als Bezahloption bis Mitte 2020 weiter zur Verfügung stehen.

Kisura meldet vorläufige Insolvenz an:

Der Curated-Shopping-Anbieter muss vorläufige Insolvenz anmelden. Grund dafür ist offenbar eine kurzfristig gescheiterte Finanzierungsrunde. Der Betrieb soll dennoch normal weiterlaufen.

Futterhaus wächst ordentlich:

Deutlich stärker als geplant ist der Tierbedarfshändler Futterhaus gewachsen. Um stolze 9,5 Prozent konnte der Tierbedarfshändler den Umsatz für 2017 auf 344 Mio. Euro steigern. Als Gründe für die positive Entwicklung sieht das Unternehmen die Neuausrichtung der Sortimente und die eingeschlagene Eigenmarken- und Marketingpolitik. Zum Wachstum beigetragen hat zudem der Expansionskurs: 16 neue Märkte wurden unter Futterhaus-Flagge eröffnet, weitere 30 sollen in diesem Jahr in Deutschland hinzukommen.

Beate Uhse darf auf Investoren hoffen:

Der insolvente Erotikhändler darf hoffen, einen Käufer zu finden, der das Geschäft wieder sichert. Bereits 35 Investoren hätten ernsthaftes Interesse an dem Unternehmen signalisiert, darunter seien deutlich mehr als die Hälfte strategische Investoren. Mitte Februar sollen konkrete Angebote vorliegen.

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Erfolgreicher mit einer durchdachten Omnichannel-Strategie:

Der „naive“ Kunde war gestern. Wer heute einkauft, kommt mit ganz anderen Erwartungen, Tools und Wünschen. Nur wenige Einzelhändler haben darauf bereits die passende Antwort. Zwar entscheiden sich immer mehr Händler für die Umsetzung einer ganzheitlichen Omnichannel-Strategie, dennoch ist Europas Einzelhandel noch nicht optimal auf die Zukunft eingestellt – zu diesem Ergebnis kommt der IDC-Bericht: Making Your Omni-Channel Strategy a Reality.

INTERNATIONAL

Top-Manager von Zalando wechselt zu Yoox:

Giuseppe Tamola, der bisher für Zalando die Geschäfte in Italien, Spanien und Polen geleitet hat, ist zum Rivalen Yoox Net-a-porter (YNAP) gewechselt. Tamola hatte seit 2011 für Zalando gearbeitet. Mit ihm verliert das Unternehmen einen erfahrenen Manager, der aktiv das Geschäft in Italien und Spanien aufgebaut hat.

Nutzer verbringen weniger Zeit bei Facebook:

Facebooks neuer Kurs, den Mitgliedern weniger Videos zu zeigen, hat zu kürzeren Nutzungszeiten geführt. Im vergangenen Quartal hätten die Mitglieder deswegen täglich 50 Millionen Stunden weniger bei Facebook verbracht. Gründer und Chef Mark Zuckerberg betonte, dass man sich durchaus bewusst sei, dass dies auch auf die Geschäftszahlen durchschlagen könnte, dieses Risiko aber in Kauf genommen werde, um die beim Online-Netzwerk verbrachte Zeit sinnvoller zu gestalten.

Calida will Online-Geschäft ausbauen:

Die Schweizer Wäschemarke will das Online-Geschäft ausbauen. 2017 wurden acht Prozent des Umsatzes online erzielt. In diesem Jahr soll dieser Anteil zweistellig werden. Um das Ziel zu erreichen, investiert das Unternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag.

TRENDS & FAKTEN


Lesetipp des Tages:

Mit Prime ist Amazon ein Kundenbindungsprogramm im wahrsten Sinne des Wortes gelungen. Denn finanzielle Erwägungen können es nicht sein, die die Kunden vom Kündigen abhalten. Es wirkt psychologisch, wie eine schöne Analyse der Washington Post zeigt.

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Eine grundlegende Weisheit: Ein rares Gut weckt Begehrlichkeiten. Ob „limitierte Auflage“ oder „so lange Vorrat reicht“ – mit Verknappung lässt sich Neugierde und Kauflust von Konsumenten reizen. Neues Werkzeug: Pop-up Stores. Überschätzt oder der Ansatz der Stunde? Überrasch' mich!

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