Liebe Leserin, lieber Leser, freies WLAN auf dem Marktplatz in Memmingen, meldet heute "Focus" in einer Schlagzeile. Der Digitalisierungsnotstand in Deutschland wird immer dann greifbar, wenn derlei im Jahr 2017 noch als Neuigkeit und Pilotprojekt gefeiert wird. Von Google und Levis gibts derweil schon die erste vernetzte Jeans-Jacke für den US-Markt, deren Ärmel zur Touch-Oberfläche für das Smartphone wird. Die Zukunft, sagt Science-Fiction-Autor William Gibson, ist längst da, sie ist nur nicht gleichmäßig verteilt.

Opel-Marketingchefin übernimmt Chefposten bei Douglas:

Marketingchefin Tina Müller verlässt Opel und wird laut "Handelsblatt" ab November Chefin der Parfümeriekette Douglas und soll aus dem Händler eine Beauty-Plattform machen. Die einstige Henkel-Managerin hatte das Opel-Image mit der Kampagne "Umparken im Kopf" wieder aufpoliert.

Avon verkauft nun auch im Onlineshop:

Laut OnetoOne hat das Kosmetikunternehmen Avon, Dinosaurier des Direktvertriebes, seit kurzem einen Onlineshop. Die Avon-Beraterinnen sollen dort auch ihren eigenen Onlineshop eröffnen können und bestehende Kundinnen beraten.

Weltbild will mit Marktplatz wachsen:

Onlineshops mit großer Reichweite kommen ja inzwischen nicht mehr drumherum, sich anderen Händlern als Marktplatz anzubieten. Mehr Sortimente, mehr Kunden lautet die Rechnung. Bei Weltbild soll das aufgehen. Denn der Buchhändler feiert per Pressemeldung den erfolgreichen Start seines Marktplatz mit externen Kooperationspartnern wie Ravensburger Spiele- und Buchverlag, Schlager.de oder dem Pflanzenvertrieb Dominik. Konkrete Zahlen dazu gibt es aber nicht. Tja.  Auch sonst ist Weltbild verschämt schmallippig, teilt lediglich mit, das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 habe über dem Branchenschnitt gelegen. Das wäre vermutlich etwas mehr als ein Prozent. Nichts, womit man hausieren geht. 

Karlsuhe testet Location Based Marketing:

Gelbe Seiten und weitere Partner wollen am 7. und 8. Oktober in Karlsruhe wieder einmal zeigen, was in Sachen Location Based Marketing geht und Angebote teilnehmender Einzelhändler in Echtzeit auf die Smartphones der Karlsruher "beamen". Die ortsbezogene Werbung wird dabei auf der Gelbe Seiten App zu sehen sein. Für das Pilotprojekt in Durlach im Vorjahr meldet Gelbe Seiten 1.600 Teilnehmer, mehr als 5.400 Push-Nachrichten und 877 ausgelöste Interaktionen zwischen Händlern und Kunden.

INTERNATIONAL

Amazon startet Programm für generalüberholte Produkte:

Mit "Amazon Renewed" (Demo-Video) wildert Amazon nun ein einer Domäne von eBay und bietet eine Plattform für aufpolierte Second-Hand-Produkte (Refurbished) aus dem Elektronik-Sortiment. Amazon zertifiziert zudem die Qualität der generalüberholten Produkte. Deshalb dürfen vorerst auch nur ausgewählte Marktplatz-Anbieter und Vendoren an dem Programm teilnehmen.

Kopiert eBay Amazon FBA?:

eBay denkt offenbar über einen Fulfillment-Service ähnlich dem FBA-Programm von Amazon nach. Darauf deutet zumindest eine Umfrage unter Händlern hin, spekuliert eCommerceBytes.

Target rüstet visuelle Suche mit Pinterest auf:

Die US-Kette Target will die visuelle Such-Technologie des Bilder-Netzwerks Pinterest in die Target-App und den Webshop integrieren. Mit eigenen Fotos sollen Kunden dann nach ähnlichen Produkten bei Target suchen können. Insbesondere im Mobile Commerce wird die visuelle Suche immer mehr zu einem "Must have".

Shop Apotheke kauft Europa Apotheek:

Der niederländische Arzneimittel-Versandhändler Shop Apotheke Europe kauft den Rivalen Europa Apotheek Venlo für 126 Millionen Euro. Die Shop Apotheke Europe brachte es im Geschäftsjahr 2016 auf ein Umsatzplus von 41 Prozent auf 177 Millionen Euro.

TRENDS & FAKTEN

Studie des Tages:

Supermarkt-Kunden kaufen in den USA online am liebsten bei Amazon ein. Von wegen Zuverlässigkeit und Bequemlichkeit. Knapp dahinter liegt immerhin Walmart. Das sagt eine aktuelle Studie.

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Bei den Onlinemodellen der Verbundgruppen standen bisher die Händler im Vordergrund. Das Ergebnis war mau. Intersport hat gemerkt, dass auch der Kunde kein schlechter Adressat ist. Offene Plattform statt Marktplatz heißt die Zukunft für Digitalchef Carsten Schmitz, mit dem die Kooperation zum größten Sportartikelhändler im Netz werden soll. Im Interview mit etailment sagt er, wie Intersport gegen Amazon punkten will.