Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser! Ist Amazon-Gründer Jeff Bezos eher ein Manager-Typ oder Unternehmer-Typ? Die Frage beantwortet vielleicht die Art, wie er die "Washington Post" gekauft hat. Da gab es keine großen Verhandlungen, keine Due-Diligence-Prüfung, also keine Risikoabwägung. "It was done on a handshake", sagte Bezos beim Vanity Fair New Establishment Summit (Facebook Video).

Gut möbliert - Onlinehandel legt zweistellig zu:

10,7 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum attestiert der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) dem deutschen Onlinehandel im dritten Quartal. 13,7 Milliarden Euro hat der bevh zusammengerechnet. Größter Gewinner ist der Möbelhandel mit einem Plus von 33,1 Prozent auf 960 Millionen Euro. Mit plus 6,7 Prozent steigerten die Marktplatzhändler den Gesamtumsatz auf 6,4 Milliarden Euro. Die Multichannel-Versender liegen bei 4,7 Milliarden Euro (plus 11,3 Prozent) und die Pure-Player holen mit einem Plus von 24,2 Prozent von nun 2 Milliarden Euro weiter auf. Dafür können sie sich wahrscheinlich bei Zalando bedanken. Basis der Zahlen ist der mit Mafo-Künsten gepäppelte Daumen - pardon - eine Verbraucherbefragung. 

Zooplus futtert sich weiteres Plus an:

Zooplus meldet im dritten Quartal (nach vorläufigen Zahlen) ein Plus von 28 Prozent auf 227 Millionen Euro und bleibt seiner Umsatzprognose von 900 Millionen Euro für 2016 treu.

Breites Interesse an Händler-Offerte von Zalando:

80 Prozent der Befragten eines Stationärhändler-Panels der TextilWirtschaft können sich vorstellen, Bestellaufträge aus ihrem Laden heraus für einen Online-Händler auszuführen. Im Rahmen des Integrated Commerce-Ansatzes bietet Zalando mit dem Partner Gaxsys kleineren lokalen Einzelhändlern die Option, mit geringem technologischen Aufwand ausgewählte Bestellungen, die im Zalando Onlineshop eingehen, selbst anzunehmen und abzuwickeln, wenn sie die passenden Artikel in ihrem Geschäft vorrätig haben. Wird das Angebot angenommen, packt der Händler die Ware in Zalando-Kartons ein und verschickt sie. Derzeit testet Zalando das System mit zehn Händlern.

Trigema und die Hassliebe zum E-Commerce:

Diese Zahl kann neidisch machen: Der Trigema-Online-Shop hat eine Retourenquote zwischen 10 und 11 Prozent. Die Zahl nennt Trigema-Chef Wolfgang Grupp im Interview mit etailment. Obwohl er sich selbst dem Internet eher verweigert, führt für ihn geschäftlich kein Weg daran vorbei. Online wächst Trigema jedes Jahr zwischen 15 und 20 Prozent.


Amazon bietet deutschen Kickstarter-Shop:

Amazon hat seine Kooperation mit der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingedeutscht. In der Kategorie im Pinterest-Look verkauft Amazon bereits in den USA Produkte, die bei Kickstarter Geld gesammelt haben und schließlich auch produziert wurden. Das Kickstarter-Programm beruht auf der aus dem Launchpad-Programm bekannten Konzept, mit dem Amazon Produkten von Start-ups im Shop eine Bühne gibt, die so hip und neu sind, dass kein Mensch, weiß, wo er sie kaufen soll. Damit dürfte Amazon auch lernen, welche jungen Produkte eine Zukunft haben.

Wachwechsel bei Hermes Fulfillment:

Georg Rau, 45, folgt im Januar 2017 auf Dieter Urbanke auf dem Sessel des Vorsitzenden der Geschäftsführung bei Hermes Fulfilment. Urbanke, 63, wechselt in den Ruhestand. Rau, promovierter Physiker, ist seit August 2014 bei Hermes Fulfilment als Geschäftsführer verantwortlich für Human Resources und IT. Zuvor war er bei McKinsey & Company, SAP und DHL.

INTERNATIONAL

Yoox Net-a-Porter baut Tech Hub:

Jetzt gönnt sich auch Yoox Net-a-Porter einen Tech Hub, um die weitere digitale Transformation voranzutreiben. In London soll sich ein Team von 200 Mitarbeitern vor allem um neue mobile Ideen kümmern, weiß Internetretailer.

PayPal kassiert gut:

PayPal hat seinen Umsatz im dritten Quartal von 2,26 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 2,67 Milliarden Dollar erhöht. Der Gewinn legte auf 323 Millionen Dollar nach 301 Millionen zu. Zudem ist die Zahl der Kunde deutlich gestiegen. Der US-Konzern war im vergangenen Jahr von eBay abgespalten worden.

Apple-Fakes bei Amazon:

Apple hat auf Amazon.com nach gefälschtem Zubehör gefahndet und war unangenehm erfolgreich. Ergebnis: Bis zu 90 Prozent der dort gelisteten Apple-Adapter und -Kabel sollen falsch sein. Nun klagt Apple gegen einen Anbieter. Besonders peinlich für Amazon: Die Fakes wurden auch noch via FBA (Fulfillment by Amazon) ausgeliefert.

TRENDS & FAKTEN

Lust auf digitale Assistenten:

39 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren können es sich vorstellen, digitale Sprachassistenten wie Amazon Echo und Google Home zu nutzen. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverband Bitkom ergeben. 14 Prozent davon können sich auch vorstellen, mit diesen Geräten zu shoppen.


Interesse an Chatbots:

eBay liegt mit der Entwicklung seines plaudernden Chatbots namens "Shopbot" nicht so ganz verkehrt. Ein Viertel der deutschen Internetnutzer würde sich per WhatsApp oder Facebook Messenger beim Kauf beraten lassen. Unter den Millennials sind es sogar 29 Prozent, wobei 6 Prozent dieser Befragtengruppe zwischen 18 und 35 Jahren angaben, diesen Service schon einmal genutzt zu haben. Die Zahlen nennt das Meinungsforschungsinstitut Ipsos.   

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