Liebe Leserin, lieber Leser, wenn wir für unsere Erklärstücke oder das "Morning Briefing" recherchieren, stolpert man ziemlich regelmäßig über Details der Branche aus der Kategorie "Nutzloses Wissen". Andererseits findet man dann auch heraus, und das macht sich in manch einer Folie als Ausdruck der Marktmacht sicher ganz hübsch, dass Amazon über 90.000 Vorschläge für Toilettenpapierhalter machen kann. So, das wissen Sie jetzt auch. Und nun zu den wirklich wichtigen Dingen.

Renault-Händler verkauft via Amazon:

Das Berliner Autohaus König nutzt Amazon als Vertriebsweg. Deutschlands größter Renault-Händler kommuniziert dort eine Leasingaktion. Der angebotene Twingo wird aber nicht geliefert. Man kann ihn lediglich reservieren und muss dann für Auto und Papierkram in den Laden. Auch Opel, Mercedes oder auch Fiat und Toyota hatten Amazon bereits für die eine oder andere Aktion genutzt. Neu ist, dass erstmals ein Händler selbst aktiv wird.

eBay lockt mit Tiefpreisgarantie:

eBay startet nun auch in Deutschland eine Tiefpreisgarantie, die die Wow-Schnäppchen vertrauenswürdiger machen soll. Findet der Kunde eines der WOW!-Angebote andernorts billiger, gibts einen Gutschein auf die Preisdifferenz von eBay und der Kunde kann den Artikel zum Wettbewerbspreis kaufen. eBay hat dabei unter anderem besonders  Amazon, Otto, Zalando, Obi, Douglas und Notebooksbilliger.de auf dem Kieker. Etailment ordnet die Tiefpreis-Attacke ein.

Notebooksbilliger - Arnd von Wedemeyer tritt ab:

Gründer Arnd von Wedemeyer gibt bei Notebooksbilliger den Vorstandsvorsitz ab, bleibt aber Mitglied des Vorstands. Neuer CEO wird der langjährige Acer-Chef Oliver Ahrens, weiß Channel Observer. Zuletzt hatten COO David Patzer und Vorstand Sascha Crocoll das Haus verlassen.

Zalando-Aktie nicht mehr modisch:

Das ist kein schönes Signal. Nach der Deutschen Bank stuft auch Goldman Sachs die Zalando-Aktie ab. Nicht mehr kaufen, lautet das Signal der Analysten. Die geduldige Amazon-Offensive im Mode-Segment zeigt offenbar bei der Zukunftsbewertung Wirkung. Amazon ist ohnehin längst der Hidden Champion in der Textilwelt.

Dress-for-less holt Otto-Managerin:

Die Signa-Tochter Dress-for-less holt die derzeitige Heine-Managerin Sandra Rehm zurück. Die Otto-Managerin  beteiligt sich als geschäftsführende Gesellschafterin beim Online-Händler für Design-Mode. Rehm arbeitete bereits von 2005 bis 2012 bei Dress-for-Less. Bei der Signa-Tochter Tennis-Point verstärkt ab 2018 Christian Singer als General Manager International die Geschäftsleitung.

Sehr gesunder Umsatz der Shop Apotheke Europe:

Die Shop Apotheke Europe steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 54 Prozent auf über 126 Millionen Euro. Im umsatzstärksten Segment „Deutschland“ erhöhte die führende OTC-Online-Apotheke in Europa ihren Umsatz im um 31 Prozent auf rund 92 Millionen Euro.

Karstadt motzt App auf:

Eigentlich müsste man es nicht vermelden, dass Karstadt eine neue App (Agentur: APPSfactory) hat, die mit digitaler Kundenkarte, Barcode-Scanner und Warenverfügbarkeitsprüfung ein bisschen davon zeigt, was gerade so "state of the art" ist. Aber andererseits - Karstadt!

INTERNATIONAL

Klares Plus für Ocado:

Die Ocado Gruppe (Bilanz als pdf) hat im ersten Halbjahr mit dem Online-Supermarkt 659,6 Millionen Pfund umgesetzt. Das zweistellige Plus wurde dank steigender Warenkörbe und mehr Kunden erreicht. Eine Erfolgsstory, so lange man nicht auf die angesichts erheblicher Investitionen deutlich verschlankten Gewinne schaut. Die Zahlen bewertet Internet Retailing.

Wein von Amazon:

Na dann Prost. Mit "Next" gibt es nun eine Weinmarke, die in Kooperation mit Amazon aufgezogen und eingekorkt wurde. ReCode weiß mehr.

Alibaba präsentiert Echo-Klon:

Der digitale Assistent von Alibaba nach dem Vorbild von Amazon Echo hat nun das Licht der Welt erblickt. “Tmall Genie X1" kann denn auch genau das, was man von so einem Nachbau einer intelligenten Dose erwarten würde. Reuters fasst es zusammen.

TRENDS & FAKTEN

Reuter schaltet Paydirekt wieder ab:

Der Onlinebezahldienst der deutschen Banken, Paydirekt, wird ja von Händlern schon mal ein bisschen wie sauer Bier angeguckt. Doof wenn dann, kaum das man ein paar illustre Handelsketten an Bord hat, eine große Marke Paydirekt wieder ins Klo spült abschaltet. Die Wirtschaftswoche weiß das von dem Online-Badmöbelhändler Reuter. Grund: Die Kunden nutzen Paydirekt nicht.

Google Shopping - Die Strafe und die Folgen:

2,4 Milliarden Dollar Strafe soll Google wegen Kartellverstößen bei Google Shopping zahlen. Das tut weh. Noch schmerzlicher aber sind die Änderungen, die nun Händlern bevorstehen. Für sie stehe nun besonders viel auf dem Spiel, erklärt iBusiness.

Zahl des Tages:

Mehr als 100 Schnäppchen bietet Amazon in den USA am Prime Day exklusiv über seine digitale Plaudertasche Alexa in Amazon Echo und Co an.

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Während die Trendgurus das Mantra der 1:1-Personalisierung predigen wissen Praktiker: In intelligentem Clustering steckt der klarere ROI. Die Kosten sind überschaubar, das Ergebnis allemal besser als eine produkt- und preisfokussierte Ansprache, die für alle gleich aussieht. Wie Personas der Konversionsrate nutzen und wo man sich da etwas abschauen kann, erklärt etailment.