Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 

Amazon: Amazon (Pressemeldung) kauft für eine noch unbekannte Summe die US-Buch-Community Goodreads. Schätzungen reichen von 200 Millionen Dollar bis zu einer Milliarde Dollar. Die Leserplattform gilt als größte englischsprachige Plattform für Leseratten mit derzeit sechzehn Millionen Buchliebhabern. Die von Otis Chandler, Sproß einer Verlagsdynastie (Los Angeles Times), und seiner Frau Elizabeth gegründete Website (Slogan: See what your friends are reading) soll aber ihre Unabhängigkeit behalten. Amazon baut damit jedenfalls seine Marktmacht im Bereich der so wichtigen Leserrezensionen aus und stärkt das Kindle-Ökosystem, meint der Buch-Blog. Amazon ist bereits mit der Büchertauschplattform Shelfari und der Leser-Community LibraryThing im Geschäft. Angesichts der Marktmacht denken die ersten schon über eine Art Literatur-Planwirtschaft für Deutschland nach. Noch aber gibt es Wettbewerb. Und zwar guten. Das wohl größte deutschsprachige soziale Büchernetzwerk ist das soeben relaunchte Lovelybooks. Es gehört einer Tochtergesellschaft von Holtzbrinck. Dort können sich auch Autoren wie meiner einer vorstellen.

Jetzt lesen: Google macht mit dem Test des Shopping-Express Ernst und eBay macht in Optimismus. 

 

Zitat des Tages: “Ich gehe davon aus, dass sich das Volumen des Online-Handels bis 2020 von derzeit 9,3 auf dann 25 Prozent erhöht“. Hans-Otto Schrader, Chef der Otto-Group, erwartet laut Wirtschaftswoche noch fulminante Wachstumssprünge.

eBay: Die Auktionsplattform, die keine mehr sein will, macht in Optimismus. Auf seiner Investorenkonferenz kündigte eBay an, vor allem mobil, mit dem Marktplatz und mit Paypal wachsen zu wollen. Ziel: Bis 2015 will der Handelsriese jährlich um bis zu 19 Prozent zulegen und 300 Milliarden Dollar erreichen (Stand derzeit: 175 Milliarden Dollar).

Google: Wie etailment bereits im November meldete, experimentiert Google in San Francisco mit einem eigenen Same-Day-Delivery-Angebot. Nach internen Test mit Mitarbeitern weitet Google den Feldversuch nun aus und sucht echte Kunden. Während der Testphase ist der Google Shopping Express kostenlos. Mehr zum Thema in Kürze.

Starbucks: 10 Prozent des Umsatzes in seinen Shops will Starbucks in diesem Jahr mobil kassieren. Unter anderem via Starbucks-App. Verwundern kann das nicht. In den USA nutzt jeder dritte Besitzer einer Starbucks-Kundenkarte diese auch zum Bezahlen, schreibt Internet Retailer.

Wal-Mart: Neuester Streich im Kampf um die Vorherrschaft in der Logistik: Wal-Mart überlegt, seine Kunden als Lieferanten einzuspannen, um Online-Besteller zu beliefern, schreibt Consumerist. Noch aber ist das nur ein Gedankenspiel.

Showrooming: Ein Laden in Ausstrahlen verlangt von seinen Kunden fünf Dollar Eintritt, will so Showrooming stoppen. Die 5 Dollar werden beim Einkauf angerechnet. Kein Aprilscherz, schreibt DailyFinance.

dm Drogeriemarkt: dm Drogeriemarkt startet einen eigenen YouTube-Channel und will dort "einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen des Drogeriemarkts" bieten. Verantwortlich für Konzeption, Grafik, Video und Umsetzung ist die Digitalagentur Weitclick aus Stuttgart. Herzstück des Channels sind die Formate „mitgefragt?“ und „mitgetestet!“. Bei „mitgefragt?“ können Kunden Themen vorschlagen und Fragen stellen. Das Thema mit den meisten Userstimmen wird dann Gegenstand der nächsten „YouTube-Sendung“. Bei „mitgetestet!“ kann man sich für Produkttests bewerben. Im Bereich „Eure Videos“ können Beauty-Fans Pflege- und Makeup-Tipps per Video  vorstellen. Da darf man gespannt sein. Die Drogeriekette macht auch auf Facebook schon seit Jahren eine gute Figur.

Weltbild: Das Performance Advertising Netzwerk Zanox schnappt sich mit der Verlagsgruppe Weltbild eine weitere Top 10 Größe des deutschen E-Commerce und startet für diese ein Partnerprogramm, meldet Zanox.

Multichannel: Aus der Reihe: Studien bestätigen das Bekannte. Laut einer Studie des Düsseldorfer Beratungsunternehmens SMP, so die Lebensmittel Zeitung, hat es der stationäre Handel in Deutschland bisher nicht geschafft, E-Commerce als relevanten Wachstumskanal zu erschließen. Interessant aber immerhin, dass SMP eine Doppelpreisstrategie favorisiert. So zeige die SMP-Untersuchung der Cross-Channel-Strategien in den USA, dass weder das gleiche Sortiment noch einheitliche Preise in den USA  zum Erfolg verhelfen.  Stattdessen böten Big Player Online-Preise auch nur im Netz an.

Alibaba: Vielleicht sollte sich der deutsche Handel weniger um Zalando sorgen, als mehr um die Chinesen. Die drängen nicht nur mit Modemarken nach Europa, sondern haben mit Alibaba auch einen E-Commerce-Riesen in den eigenen Reihen, der mehr Umsatz macht als Amazon und eBay - zusammen. Alibaba dürfte das erste E-Commerce-Unternehmen werden, das eine Trilliarde  Billion Dollar Umsatz machen kann. The Economist hat sich den Giganten angesehen.

360buy: 360buy.com, eine der größten chinesischen E-Commerce-Websites, nennt sich künftig JD.com. Klingt chinesiger als das alte 360buy. JD steht zudem für Jingdong. Das ist die Unternehmensgruppe hinter der Website.

Zahl des Tages: Der Europäische E-Book-Markt wuchs 2012 um über 200%, sagt eine Studie von AT Kearney und geht für Deutschland von 8 Millionen E-Book-Käufern aus. Der Markt in 14 Folien.

Grafik des Tages: Why Ecommerce Sites are Getting Slower

Lesetipp des Tages: Google und die Ambitionen im Mobile Payment: The Incredible Shrinking Google Wallet

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: 20 ungeschminkte Wahrheiten über den E-Commerce (in animierten Gifs)

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