Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9

Amazon: Der braune Sumpf klebt nach der ARD-Reportage weiter an Amazon. Arbeitsministerin von der Leyen fordert laut FAZ Aufklärung über die Arbeitsbedingungen. Zugleich wird der lokale Shitstorm global. Der Independent weidet sich an den Neo-Nazi-Wachen. Kein schönes Presseclipping für Jeff Bezos. Man kann es abtun mit einem Schulterzucken. Die Briten eben. In deren Amazon-Shop kann man ohnehin noch so einigen Nazi-Dreck kaufen, wenn man auch "Mein Kampf" als deutscher Kunde nicht aus dem Kindle-Store herunterladen kann. Vielleicht rettet Amazon ja die "Die Welt ist schlecht und wir sind auch nicht besser"-Haltung, die die Süddeutsche Zeitung mit "Amazon, das sind wir" zum Ausdruck bringen will. Weitaus unruhiger dürfte Amazon beobachten, dass die Partner pikiert sind. Den Abschied eines völlig unbekannten Kleinverlags wie dem Ch. Schroer Verlag dürfte man noch mit einem Achselzucken quittieren. Wolfgang Grupp, Inhaber des schwäbischen Textilherstellers Trigema, hebt aber in der Welt auch schon den drohenden Zeigefinger. Da dreht sich grad einiges. Beschäftigte des Versandhändlers im Logistikzentrum Graben wählen erstmals eine Arbeitnehmervertretung.

Jetzt lesen: Was Mode-Unternehmer Garry Weber von Zalando hält und wer der SEO-König in Deutschland ist.

 

Zitat des Tages: “händler oder dienstleister die ihren laden nicht um ihrer selbst betreiben, sondern für ihre kunden (oder ihren kunden zumindest dieses gefühl vermitteln), müssen keine angst vor amazon haben." Blogger Felix Schwenzel erinnert in kleinschreibung daran, dass bei Amazon der Kunde König ist. Und erinnert dann gleich auch noch an die dm-Märkte, in denen man das Gefühl habe, dass dort auch die Angestellten gut und fair behandelt werden.

 

Gerry Weber: Modeunternehmer Gerry Weber strebt für das aktuelle Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 24 Millionen Euro im E-Commerce an. Das sagte er der Welt. Werber erwartet, dass der E-Commerce-Anteil in der Branche unter dem der Unterhaltungselektronik bleiben werde. Ein Onlineanteil von 20 Prozent in der Textilbranche erscheint ihm schon sehr hoch. Mit Blick auf Zalando erklärte Weber, dass das Unternehmen die gesamte Schuh- und Modebranche revolutioniert habe. Das verdiene, auch angesichts des Milliarden-Umsatzes, Respekt.

Amazon II: Amazon beherrscht Google. Und zwar unangefochten in der Handelswelt. Der Online-Händler wird in der Google-Suche von allen Händlern am häufigsten angezeigt. Nach Berechnungen des Analyseunternehmens Searchmetrics für den Focus tauchten Amazon-Anzeigen auf den Werbeflächen im vergangenen Jahr dreimal häufiger auf als die Werbung der nächstplatzierten Unternehmen Otto und Ebay.

Google: Gerüchte gab es immer wieder. Jetzt sollen sie Realität werden: Eigene Stores von Google. Nach einigen Shop-in-Shop-Testläufen sollen nun selbstständige Stores ausgerollt werden, in denen dann Android-Tablets und Smartphones verkaft werden. Google hat die Berichte bislang nicht kommentiert. Sinnig wären Store-Lösungen nach dem Vorbild von Apple aber durchaus. 

Sport Scheck: Sport Scheck, Teil der Otto Group, macht rund ein Drittel des Gesamtumsatzes (408 Millionen Euro brutto in 2011/12) im Web. Das schreibt die Welt. Sport Scheck will aber weiter auf Multichannel setzen und die Zahl der Filialen von derzeit 17 auf 25 erhöhen.

Rakuten: War es ein so gigantischer Erfolg oder war schlicht der Server zu klein kalkuliert für den Rakuten Super Sale? Erstmalig in Deutschland startete der japanische Marktplatz-Riese gestern abend seine Verkaufsaktion. Prompt war die Website Abend zeitweilig nicht mehr erreichbar. Die Aktion, ein Lackmus-Test für die Aussichten in Deutschland, geht noch bis zum 18. Februar um 22 Uhr. Inzwischen haben sich auch die Server wieder berappelt.

Momox: Internethändler momox steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz mit dem Online-Ankaufsservice für gebrauchte Bücher, CDs, DVDs, Computerspiele und Elektronik um etwa 50 Prozent auf rund 60 Millionen Euro. Mittlerweile beschäftigt das Berliner Unternehmen mehr als 600 Mitarbeiter an drei Standorten. Um den Bekanntheitsgrad vom momox weiter zu steigern, setzt das Unternehmen auch 2013 wieder verstärkt auf TV-Werbung.

Zahl des Tages: Rakuten erreicht in Japan eine Wiederbestellrate von 4,61 pro Quartal. Exciting Commerce hat die Zahl aus den Tiefen des Jahresberichts gefischt.

Grafik des Tages: Rund 50 Prozent seines Umsatzes macht Zalando nicht mit Schuhen. Das kann man einer Grafik in der Präsentation (pdf) des Zalando- Top-Investors Kinnevik entnehmen. Die Präsentation zum Q4 (pdf) nennt zudem die Zahl von 90 Millionen Besuchern auf der Website im Monat.

Lesetipp des Tages: Es geht auch ohne VC-Gelder. Shoepassion.de: Der Anti-Zalando

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: Amazon: Warum die Empörung berechtigt ist

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