Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 

Fab:  Ich glaube ja, Fab-Kunden haben gar keinen PC. (Ironie off). Jedenfalls stieg der mobile Umsatzanteil in Europa binnen weniger Tage rapide an, schreibt Gründer Jason Goldberg. Grund: Die neue App. Fünf Tage nach Einführung der neuen App in Europa schnellten die Mobile-Anteile des wachstumsstarken Design-Kaufhauses von bislang 8-9 Prozent auf 15 Prozent nach oben. Und dabei gibt es noch nicht einmal eine Android-Version. Es scheint sich zumindest für Fab auszuzahlen, ganz bewusst auf Mobile zu setzen, und dabei auch die Vernetzung der Kunden untereinander möglichst einfach zu gestalten.

Zalando hat die Umsatzmilliarde in Reichweite, TV pusht Online-Umsätze und E-Food steht ein Boom bevor. Dies und mehr nach dem Klick.

Zalando:  Im ersten Halbjahr 2012 schaffte Zalando einen Nettoumsatz von 471 Millionen Euro. Zalando ist damit auf einem guten Weg, den Umsatz des Vorjahres (510 Mio) zu verdoppeln. Die Milliarde scheint greifbar. Grund genug offenbar für den Investor Kinnvik, sein Engagement deutlich auszuweiten und Holtzbrinck Ventures, Tengelmann Ventures und Rocket Internet Anteile für rund 300 Millionen Euro abzukaufen.

Zitat des Tages: “In Deutschland hat sich irgendwie die Unsitte etabliert, dass jeder Student ohne irgendwelche Erfahrung die Bewertung seines Startups pauschal mit 1 Mio. Euro ansetzt. Aus meiner Sicht eine viel zu hohe Bewertung und der Hauptgrund für mich, warum ich Angel Investing nicht als sinnvolles Business ansehe.", Internet-Unternehmer Thomas Promny (Velvet Ventures, Gimahhot) teilt aus und erklärt auch gleich noch den Unterschied zwischen Business-Angels, Inkubatoren und Company-Buildern. 

Apple: Apple bohrt seine Gutschein-und Ticket-Sammelstelle-App Passbook zur Mobile Payment-Lösung auf. Künftig soll man in Apple-Stores mit iPhone auch zahlen können, wenn man sich lediglich mit einem Barcode auf der App identifiziert, schreibt Mobile Commerce Daily.

Wine in Black: Wine in Black, nach eigenen Angaben führender deutscher Online-Händler für Wein, vereinbart eine strategische Partnerschaft mit Lot18, einem New Yorker Unternehmen, das besondere, handselektierte Weine anbietet. Als Teil des Deals übernimmt Wine in Black das Management von Lot18.fr in Paris. "Lot18.fr ist erst der Anfang unserer großen Internationalisierungsoffensive”, sagt Geschäftsführer Stephan Linden, der das Unternehmen gemeinsam mit Christian Hoya gegründet hat. Wine in Black ist eines der Vorzeigeprojekte des von der Otto Group finanzierten Inkubators Project A. Der deutsche Weinmarkt ist 8,4 Milliarden Euro groß und hat derzeit einen Online-Anteil von rund 3 Prozent. In Frankreich liegt er bei 6 Prozent.

Mirapdo: Otto-Tochter Mirapodo präsentiert gerade den dritten TV-Spot aus der Reihe "Deine Schuhe sind unsere Welt". Wenn ich mir den Clip bei Horizont ansehe, frage ich mich, warum gibt es für jemanden wie Mirapodo, das Dank Media-for-Equity im TV landet, nicht auch Creativity-for-Equity. Vielleicht käme dann mal kein Kinderfernsehen dabei heraus.

Avandeo: Avandeo, gerade erst mit einem TV-Spot reüssiertes Münchner Start-up, hat mit LBBW Venture Capital und der KfW Bankengruppe zwei weitere Investoren an Bord geholt. Die Finanzierung liegt im hohen einstelligen Millionenbereich. Zudem beteiligen sich die bereits bestehenden Kapitalgeber Partech International, Mountain Super Angel und der High-Tech Gründerfonds (HTGF).

Facebook: Facebook will kleine und mittelständische Unternehmen für Werbung innerhalb des sozialen Netzwerks mit dem Programms Small Business Boost und Gutscheinen ködern. Unternehmen mit mindestens 50 Facebook-Fans, die sich bis Ende Oktober für die Aktion registrieren, bekommen zunächst einen Gutschein für Anzeigen im Wert von 30 Euro. 5 Millionen sind in Europa ingesamt im Topf.

Indiska: Der schwedische Modefilialist Indiska baut sein Europa-Geschäft deutlich aus. Der Anbieter von Bohemian Modern Style, so nennt das die Textilwirtschaft, hat seinen Online-Vertrieb auf die gesamte EU und Norwegen ausgedehnt. Allerdings gibt es bislang nur zwei Sprachversionen der Website: Englisch und Schwedisch.

Sagepay: Sage Pay, britischer Marktführer für E-Payment-Lösungen kommt nach Deutschland und peilt vor allem kleinere Online-Händler an.

Justfab: Gut so: Kunden müssen von Justfab ihr Geld zuückbekommen, schreibt Golem. Der Online-Shoppingclub hatte seine Kunden nicht ausreichend über das Widerrufsrecht informiert. Das System glich nach Meinung von Verbraucherschützern einer Abo-Falle. Nutzer hätten daher das Recht, die Verträge zu widerrufen.

HDE: Eigentlich logisch - wenn mit Flächensterben und E-Commerce-Wachstum im klassischen Handel kein Stein auf dem anderen bliebt, muss sich auch der HDE wandeln und deutlicher in Sachen Online zeigen. Der Handelsverband Deutschland bietet seinen Online-Händler daher an, "Flagge" zu zeigen und das HDE-Logo auf der Webseite zu führen. Ich wette, die Kunden wird das schwer beeindrucken. Als nächstes könnte der HDE seinen Mitgliedern ja vorschlagen, was mit animierten Gifs zu machen - oder mit Fähnchen.

Tom Tailor: TV-Werbung wirkt. Tom Tailor boomt jedenfalls online nach der TV-Kampagne für den Webshop. Im dritten Quartal plus 60 Prozent online, in den Tom-Tailor-Geschäften plus 28,5 Prozent. Grund dafür sei die TV-Kampagne für den Webshop, heißt es bei Tom Tailor laut Hamburger Abendblatt.

Zahl des Tages: Die Marktforscher von IGD sagen für den britischen Online Lebensmittel-Handel ein gewaltiges Wachstum voraus. Bis 2017 soll sich der E-Food-Markt auf 11 Milliarden Pfund verdoppeln. Das entspräche einem durschnittlichen Wachstumm von knapp 15 Prozent. Kernmotivation der Kunden, zitiert Talking Retail aus der Studie: Zeit und Geld sparen.

Lesetipp des Tages: Facebook hat den “Edgerank” geändert, die "Coca-Cola-Formel zur Zusammenstellung des Newsfeeds", nennt das Jan Eggers, "Digital-Evangelist" beim HR, und rät Unternehmen nun zu Bescheidenheit in Sachen ROI und zu mehr Interaktion.  

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