Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 

Bauer: Happinez, das ist eines dieser erfolgreichen Magazine rund ums Wohlfühlen und Erleuchtung light. Jetzt dehnt der Verlag Bauer die Marke aus und geht zum Heft (Auflage 100.000) auch mit einem Webshop online. Zusammenzucken dürften da alle Händler des gepflegten Esoterik-Kitsches. Bauer nennt das ganze übrigens "Mindstyle-Themen". Die gibt es nun auch bei Bauer im Onlineladen. Womit ein weiterer Verlag mit der Mischung aus Content und Commerce sein Heil im E-Commerce sucht. Zuletzt hatte das Modemagazin Harper’s Bazaar die Line Extension gewagt.

Wer mit Same-Day-Delivery experimentiert und wer mit Werbung langweilt. Dies und mehr nach dem Klick.

Google:  Ich leg mich jetzt mal fest: Spätestens 2017 ist Same-Day-Delivery optionaler Standard im Handel. Irgendwer wird das Thema disruptiv knacken und sei es nur zur Marktverdrängung. Man stelle sich nur mal vor, wie schnell Zalando weg sein könnte, wenn Otto morgen ohne Mehrpreis Same-Day-Delivery anbieten würde. Aber ich komme ins Plaudern. Anlass: Google bietet seinen Mitarbeitern in San Francisco einen Same-Day-Delivery Dienst, schreibt die New York Times. Wal-Mart, Amazon und eBay testen ja auch bereits in der einen oder anderen US-Großstadt. Google kooperiert bei seinem etwas geheimnisvollen Service mit lokalen Händlern und Kurierdiensten.

Stiftung Warentest:  Nur zwei von zwölf getesteten Einkaufs-Apps sind laut Stiftung Warentest gleichzeitig "gut" und sicher. Alle anderen Apps weisen Mängel in der Funktionalität oder beim Datenschutz auf - oder beides. Am besten weg kommen laut "Der Handel" noch die Apps von eBay und UCI (Kinokarten).

Tirendo: Mit Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel in der Werbung ist der Online-Reifenhändler Tirendo in die Offensive gegangen. Jetzt kommt noch namhafte Unterstützung auf der Finanzseite dazu. So konnten die Berliner laut Deutsche Startups das Hamburger Family Office Jahr als externen Investor für ihr Unternehmen gewinnen. Die Jahr Holding ist vor allem als Anteilseigner des Verlages Gruner + Jahr (Geo, Eltern, stern) bekannt.

brands4friends:  Was mir neu war: Das man virale Werbung per Pressemitteilung ankündigt. Das ist ja ungefähr so, als wenn man sich freiwillig mit Grippe ansteckt. Seis drum: brands4friends hat also einen "Viralspot" gemacht. Die Story geht so: "Eine Gruppe von Leuten steht wartend vor einem Paternoster. Eine junge Frau im unauffälligen Sekretärinnen-Look steigt in den Fahrstuhl und kommt auf der nebenliegenden Seite umwerfend glamourös gestylt zurück. Die Wartenden sind verblüfft und begeistert. Die Fashion-Metamorphose im Paternoster nimmt ihren Lauf: Jeder fiebert seinem neuen Look entgegen und feiert mit den bereits Umgestylten das erstaunliche Ergebnis." Jetzt wird auch klar, warum man dafür eine Pressemitteilung braucht. Dem Spot fehlt jeglicher virale Trigger - und auch sonst alles.

Amazon: Rund 110.000 Quadratmeter Fläche hat das neue "Fulfillmentcenter" von Amazon in Pforzheim. 1000 Leute sollen dort arbeiten. Die Stadt legt sich mächtig ins Zeug für Amazon. "Eine Amazonstraße gibt es schon und ab Dezember auch eine gleichnamige Bushaltestelle", weiß Der Handel. Kann jemand bitte ein Foto machen? Wunderbare Gelegenheit für ein Symbolbild zum Thema Mobile Commerce.

Baldessarini:  Die Männermode-Marke Baldessarini tritt nun mit einem Online-Shop an. „Wir wollen in unserem Online-Shop auch besondere Teile unserer Kollektion zeigen, die es nicht überall im stationären Handel zu kaufen gibt“, zitiert Textilwirtschaft Burkhard Stuhlemmer, Managing Director von Baldessarini.

Xing:  Burda Digital will das Netzwerk Xing komplett übernehmen.Vorerst soll der bisherige Anteil von 29 auf 39 Prozent angehoben werden. Das macht ein Pflichtangebot für den Rest notwendig. Das will Burda auch abgeben - zu 44 Euro pro Aktie.

Media-Markt:  Mit 12 TV-Spots greift Media-Markt im Weihnachtsgeschäft an. Im Mittelpunkt des von Stammbetreuer Ogilvy & Mather, Frankfurt, entwickelten Auftritts steht eine Media-WG: Fünf junge Elektronik-Freaks, die ihre Schwäche für Hightech-Produkte aller Art in einer Wohngemeinschaft voll ausleben. Bei den Online-Maßnahmen liegt der Fokus stärker als bislang auf sozialen Medien. Media-Markt wolle bei jungen Kunden Boden gut machen, schreibt Horizont.

Zahl des Tages:  Gute Chancen für Re-Commerce: 53% der Deutschen haben innerhalb der letzten 12 Monate Secondhand-Ware (Ausnahme: Kraftfahrzeuge und Immobilien) gekauft zu haben. Bei den 18-34 Jährigen betrug dieser Prozentsatz sogar 65%. Im Vergleich hierzu gaben 45% der Befragten an, in der gleichen Zeit mindestens ein gebrauchtes Produkt verkauft zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Online-Befragung von 1.041 Konsumenten von Sempora Consulting. Bücher (54%) und Kleidung (46%) sind die am meisten gekauften Secondhand-Produkte. Weitere häufig gekaufte Produktkategorien sind CDs (31%), DVDs (26%), Computer / Konsolenspiele (23%) sowie Spielzeuge und Möbel.

Zahl des Tages II: 80 Prozent der Smartphone und Tabletbesitzer nutzen ihr Gerät, während sie fernsehen. Das sagt eine Studie von eDigitalResearch und IMRG laut Internet Retailer. Eingentlich muss man es natürlich umgekehrt formulieren. Denn schließlich ist TV das neue Nebenbei-Medium. Aber wie dem auch auch sei. Online-Händler profitieren laut Studie massiv vom Second Screen.

Grafik des Tages: Die Nutzung von Siri.

Lesetipp des Tages: China: a special report on digital marketing and e-commerce

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: 4 Start-up-Ideen mit Mehrwert