Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 

Limango:  Kandidat für den schlechtesten Spot des Jahres. Kandidat für den Beweis, dass der Otto-Konzern den Anschluss an den Kunden verpasst wie einst die Kommunikation von Neckermann. Das jüngste Werbefilmchen, noch uninspirierter als die letzten Otto-Spots (suchen Sie im Web besser nicht danach), für die Tochter Limango (Agentur: berger baader hermes) ist von geradezu grotesker Beliebigkeit und beweist in seiner Mutlosigkeit, wie sehr man wohl im Konzern die Hosen voll hat. Hauptsache, alles ist dreimal chemisch gereinigt. Merke: Wer keine Fehler machen will, der macht schon den ersten Fehler. Den Kollegen der W+V schwant beim Spot des Smart Shopping-Shops in Erinnerung an die Waltons auch schon Böses: "Gute Nacht, BBH....Gute Nacht, Limango...Gute Nacht, Otto...!" Völlige Idiotie des Spots:  Er verweist auf die Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten beim Onlineshopping. Einself.

Google:  Google Catalog , Sammelsurium an Handelskatalogen bei Google, findet jetzt auch den Web von Tablets ins Desktop-Web.

Wie es bei Hess Natur weiter geht, was Otto von Loewe hat und warum man an Tankstellen demnächst die Augen offen halten sollte. Dies und mehr nach dem Klick.

 

Hess Natur:  Der Streit um Hessnatur eskaliert. Die Genossenschaft HnGeno soll einen Konkurrenzbetrieb planen. Schon im kommenden Jahr könne das neue Unternehmen, zunächst mit einem Grundsortiment, am Markt auftreten, heißt es bei "Der Handel". Unterdessen wehrt sich Investor Capvis juristisch dagegen, mit der Rüstungsindustrie verquickt zu werden.

Otto/Loewe:  Der Fernsehhersteller Loewe steckt in der Krise, schreibt rote Zahlen. Der Umbau Richtung Web - bislang eher halbherzig. Teil davon jetzt: eine Vertriebskooperation mit Otto. Otto übernimmt den Online-Vertrieb einiger Produktlinien. Auslieferung und Installation übernimmt indes der stationäre Fachhandel. Profitieren dürfte vor allem Otto.de. Weil nun der Glanz einer - wenn auch kriselnden - Premium-Marke im Sortiment strahlt. (per mail)

Payleven: Mit Payleven können jetzt erstmals mobile Transaktionen mit Debit- und Kreditkarten aller Anbieter durchgeführt werden. Unter anderem auch Kreditkarten von Visa, die vorher nicht für Mobile Payment Transaktionen verfügbar waren. Payleven, Rivale von iZettle und Square, setzt nämlich auch auf die Chip & PIN-Lösung. Beim Zusatzgerät, das per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet verbunden wird, erfolgt die Eingabe der jeweiligen PIN über ein Tastenfeld auf dem Gerät. Bisherige Lösung in Sachen Mobile Payment setzen allein auf „Swipe and Sign“-Mechanik. (per mail)

Modomoto:  Christina Hese wird Head of Marketing beim Curated Shopping Service Modomoto. Die 26-jährige war zuletzt strategische Planerin, Redakteurin und Beraterin beim ZDF sowie bei ZDFneo. (per mail)

Amazon: In den USA baut Amazon bereits eigene Packstationen in Serie. Auch etailment hat immer wieder darüber berichtet. Jetzt könnten die Amazon Delivery Lockers auch nach Deutschland kommen, spekuliert die Wiwo. Amazon dürfte aber dabei der erste sein wollen. "Wer die besten Spots als Aufstellorte oder Partner-Shops für sich gewinnt, profitiert dabei schließlich nicht nur von den erheblichen Kostenvorteilen auf der “letzten Meile” des Transportprozesses, sondern schadet gleichermaßen den Wettbewerbern: “Wo ich schon bin, da kannst du nicht sein!”", schrieb etailment vor wenigen Wochen und machte als einen möglichen Standort 24/7-Tankstellen aus. 

Facebook: Test in den USA: Bei Facebook können Nutzer jetzt dafür bezahlen, dass ihre Beiträge wie Promoted Posts von Unternehmen eher und besser im Newsstream erscheinen. Problematisch? Ein wenig. Wenn es um Wohnungs - oder Jobsuche geht vielleicht aber auch massenkompatibel.

Promarkt: Nett, stört nicht. Die Marketingkampagne für die sich zurechtschrumpfende Elektronikkette Pro-Markt kommt mit dem neuen Slogan "Kauf das Richtige" daher. Recht findig ist aber das neue Produkt-Empfehlungssystem der Rewe-Tochter, das Kunden sowohl in der Werbebeilage als auch am PoS wieder finden. Ein Element ist der so genannte „Pro-Check“. Dieser setzt sich aus Testberichten und Kundenmeinungen im Internet zusammen. ProMarkt gewichtet diese Bewertungen zu gleichen Teilen und präsentiert seinen Kunden dann die entsprechende Durchschnittsnote als „Pro-Check“. Hm. Als brutalstmöglichstes Transparenz-Tool sollte man sich das wahrscheinlich aber nicht vorstellen.  Eher als ein kleines Showrooming-Antidot.

Zahl des Tages:  Facebook hat jetzt eine Milliarde Mitglieder und feiert das auch mit einem Werbefilm.

Grafik des Tages: In Zukunft virtuell Kleidung anprobieren zu können, hält die Hälfte der Verbraucher für möglich, sagt die Studie "Zukunft des Handels" von eBay. Was Kunden jetzt schon tun, was sie tun würden (8 Prozent können sich vorstellen, dass Smart Devices Teil des Körpers sind) und was sie erwarten, zeigt die Grafik (pdf).

Lesetipp des Tages: Der Data-Days Vortrag von Buchautorin Kathrin Passig ("Internet: Segen oder Fluch") zum selberklicken (pdf) und warum wir Algorithmen so unsympathisch finden.

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: Neckermann ist nicht überall: Wie sich der Handel gegen den Negativtrend stemmt