Die Preise für E-Books könnten deutlich sinken. Einem Bericht der Sunday Mail zufolge wird die EU-Kommission in dieser Woche einem Vorschlag der polnischen Ratspräsidentschaft beraten, wonach die Mehrwertsteuerraten denen von gedruckten Büchern angeglichen werden dürfen. In Deutschland würde diese bedeuten, dass statt 19 Prozent nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer anfallen. In Großbritannien würde der MwSt.-Satz sogar von 20 Prozent auf 0 Prozent fallen.


Bisher gilt für E-Books, dass sie nach geltendem EU-Recht als Software-Dienstleistungen eingestuft und mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belastet werden. Im Gegensatz dazu gelten gedruckte Bücher als unabdingbar für die Bildung und dürfen deshalb, falls die nationalen Gesetzgeber dies wünschen, mit einem verminderten Mehrwertsteuersatz belastet werden.

Frankreich und Luxemburg waren schon im vergangenen Jahr von dieser Maßgabe abgewichen und erheben seitdem den gleichen Steuersatz für gedruckte wie für elektronische Bücher. In Frankreich liegt der Satz einheitlich bei 5,5 Prozent, in Luxemburg (Europasitz von Amazon, Barnes & Noble und Kobo) bei 3 Prozent. Gegen beide Länder hat die EU-Kommission im März ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof eingeleitet.

Die ungleiche steuerliche Behandlung war in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert worden. Verlegerverbände und Branchenexperten hatten beklagt, dass mit der erhöhten Mehrwertsteuer für E-Books der Strukturwandel im Buchmarkt unnötig erschwert werde. National tätige E-Book-Anbieter hatten darauf hingewiesen, dass durch die ungleichen Steuersätze zwischen Luxemburg und den anderen EU-Staaten ausgerechnet die großen, international agierenden Anbieter einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erhalten.