Das EHI Retail Institute hat auf der EuroCIS die "Retail Technology Awards Europe" vergeben. Gewinner sind Lösungen bei Hervis Sports, der Metro Group und den T-Punkten.

Mit diesem Preis zeichnet das Institut Unternehmen aus dem Handel für den "Einsatz herausragender und innovativer Lösungen im Bereich Informationstechnologie" in drei Kategorien aus. Die Awards werden von IBM und Visa Europe gesponsert . Premiere dieser Ehrung war auf der EuroShop im vergangenen Jahr.

Hervis Sports: "Best In-Store Solution"

Über den Titel "Best In-Store Solution" darf sich Hervis Sports freuen, ein Tochterunternehmen der SPAR Österreichische Warenhandels AG. Das Unternehmen betreibt 130 Sportartikel-Läden in Österreich, Slowenien, Ungarn, Tschechien, Kroatien und Rumänien.

Für die Expansion in verschiedenen Ländern ist dementsprechend eine flexible Lösung am Point of Sale (POS) essentiell, wozu Hervis Sports eine so genannte Thin Client-basierte Shop Lösung entwickelt hat: In jedem Land wird sowohl im Laden als auch im Backoffice derselbe Windows-basierte "IGEL Thin Client" genutzt.
 
Alle Applikationen - außer der Kassenfunktion - werden durch einen "Presentation-Server" von Citrix gestartet. Je nach Land werden die entsprechenden Sprachen und Applikationen benutzergerecht zur Verfügung gestellt. Der Vorteil: Somit wird in jedem Land die gleiche Hardware verwendet. Im Falle einer Störung kann der Backofficeserver ohne weiteres zur Kasse umfunktioniert werden. Dabei können die Kassen - obwohl als Thin Client ausgelegt - notfalls auch ohne Netzverbindung autark weiterarbeiten.

Unabhängige Kassensoftware

Damit die Kassensoftware unabhängig von der Datenverbindung zum Rechenzentrum arbeiten kann, ist sie lokal auf einer Compact Flash-Karte mit 4 Gigabyte Speicherkapazität installiert. Jene wird mittels PCMCIA- oder PCI-Adapter mit dem IGEL Thin Client verbunden, erläutert die IGEL Technology GmbH aus Bremen.

Die erfassten Kassendaten werden über das lokale Netzwerk an einen kleinen Linux-Server am jeweiligen Standort weitergeleitet und dort im Bedarfsfall so lange zwischengespeichert, bis die Verbindung zur Zentrale wiederhergestellt ist. Im Offline-Betrieb kann das Thin Client-System auch auf die Compact Flash-Karte speichern. Damit sei eine Redundanz der Kassendaten gegeben, die für die Steuererfassung in Osteuropa erforderlich ist.

Metro Group: "Best Enterprise Solution"

Die Metro beschäftigt als viertgrößter Einzelhändler der Welt rund 290.000 Mitarbeiter in mehr als 2.200 Filialen weltweit. Für die guten Kundenbeziehungen dieses Riesen wählte die Metro Group Solution, eine Querschnittsgesellschaft der Metro Group, die Customer Relationship Management (CRM)-Applikation von Teradata als Basis für die "METRO Campaign Management"-Lösung. Diese wurde durch die MGI (Metro Group Information Technology) an die Anforderungen des Hauses angepasst.

Die Lösung ist bereits in acht Ländern aktiv: Kampagnen können damit jetzt ohne Spezialwissen angelegt werden, lobt das EHI. Viele Kundenattribute, die von den Ländern definiert wurden, liegen demnach für die schnelle und unkomplizierte Segmentierung vor. Sowohl die Qualität als auch die Effizienz bei der Generierung der Kampagnen konnten gesteigert werden. So ist beispielsweise die Rücklaufquote bei Aktionen, die auf Basis des neuen Tools erstellt wurden, um 8 Prozent höher als in der Kontrollgruppe.

Ferner können mit den gleichen Ressourcen, mit denen 80 Kampagnen geführt wurden, nun bis zu 400 Kampagnen geführt werden. Bei Ländern, die seit längerem mit stabilen Segment- und Kontrollgruppendefinitionen arbeiten, ist demnach mittlerweile eine sehr genaue Erfolgsvorhersage für Aktionen möglich.

Telekom Shop Vertriebsgesellschaft: "Best Customer Experience"

Für die stationären Shops hat die Deutsche Telekom AG ein ganzheitliches Store-Konzept ausgearbeitet, in dem verschiedene Digital Signage-Komponenten aufeinander abgestimmt eingesetzt werden. Beispielsweise kommen Lounge Cubes zum Einsatz, an denen die Kunden die Wartezeit überbrücken oder sich bereits im Vorfeld informieren können.

In diesen Lounge Cubes ist ein Multimedia-Touch-Tisch integriert, auf dem der Kunde Videos betrachten, Spiele spielen oder Informationen zu Produkten und Dienstleistungen abrufen kann. Die interaktiven Elemente werden aber auch bei der Beratung durch Verkaufsmitarbeiter zur Visualisierung und Darstellung genutzt. Die Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse und die Unterstützung des Verkaufspersonals durch die multimedialen Komponenten schlägt sich nieder in steigenden Besucherzahlen und in steigenden Umsätzen, argumentiert das EHI.
 
Unterstützt wurde die Telekom Shop Vertriebsgesellschaft mbH durch die Firmen People Interactive Design (Design und Implementierung der Multimedia Elemente), Foresee GmbH (Programmierung der Touch Applikation) und Interbrand Zintzmeyer & Lux GmbH (Gesamtkonzept und Shop Design).