Nur mit dem Sortiment punkten? Das klappt vermutlich nur noch auf dem Flohmarkt
Nur mit dem Sortiment punkten? Das klappt vermutlich nur noch auf dem Flohmarkt
Unterschiedliche Kunden erwarten zu unterschiedlichen Wünschen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Lösungen.  Entsprechend vielfältig sind die Lösungsansätze, um Kunden im Online-Handel glücklich zu machen. Etailment stellt 10 Wege und Player vor.

 
Butlers

Die Kette Butlers setzt rundum auf eine Multichannel-Strategie. Anfang 2012 generierte das Unternehmen bereits 14 Prozent seines Umsatzes online. Diese Quote soll innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahre auf 50 Prozent gesteigert werden. Für mehr Wachstum braucht höchstwahrscheinlich mehr Touchpoints mit Servicelementen. So nutzt Butlers beispielsweise einen Online-Konfigurator, mit dem Kunden Butlers-Artikel personalisieren lassen können. Den Kunden wird so ein individuelles Kauferlebnis vermittelt. Der Einzelhändler hat darüber hinaus eine „Augmented Reality“-Applikation entwickelt, mit der Kunden in 3D sehen können, wie ein Möbelstück in ihrer Wohnung aussieht. Falls das nicht reicht, gibt es auch noch eine Videoberatung: Die Kunden sitzen bequem Zuhause am PC und können sich von den Mitarbeitern im Laden per Video-Chat zeigen lassen, wie beispielsweise der Schrank von innen aussieht.

Conrad Electronic

Es ist ganz sicher so etwa wie der dreifacher Rittberger im E-Commerce: Die Abfrage der Verfügbarkeit eines Produkts im Laden, während man noch im Online-Shop surft. Gerade bei Produkten, die einen genaueren Blick – oder Beratung – erfordern, kann das sinnvoll sein. Conrad Electronic bot den Service schon, da hieß der Trend zu Warenabholung noch nicht einmal Click & Collect. Das Feature hat sogar meiner einen nach Äonen mal wieder in einen Laden geführt. Aber auch nur weil Conrad kein Same Day Delivery bot und ich es sehr eilig hatte. Die Online-Verfügbarkeitsprüfung macht aber auch sonst Sinn. Genug, dass auch Mode-Händler sie vermehrt in den Webhsop einbauen. 

Falke

Kunden wollen Auswahl bei den Zahlverfahren. Doch selbst Händler, die einen ganzen Strauß an Optionen bieten, schrecken vor einer Lösung immer wieder zurück: Amazon Payments.  Dabei kann man in einem Webshop wie bei Falke auf diese Art ohne lästige Eingabe aller möglichen Kundendaten mit wenigen Klicks mit den im Amazon-Konto hinterlegten Zahlungs- und Versandinformationen bezahlen. Laut einer Unternehmenssprecherin läuft Amazon Payments bei Falke überaus erfolgreich. Es ist inzwischen das zweithäufigst genutzte Zahlverfahren der Kunden und dürfte damit auch zu einer deutlich besseren Konversion beitragen. Beliebter bei den Falke-Kunden ist nur noch Zahlung per Rechnung. Amazon hat seinen Dienst zudem mit „Amazon Login and Pay“ nochmals erweitert und vereinfacht. Vorerst aber nur in den USA. Ob deutsche Händler damit ihre Meinung ändern? Die bleiben wohl eher misstrauisch. Sie treibt die Angst um, Amazon könnte zu viel Wissen über den eigenen Warenkorb erhalten.

eBay

Anleihen beim Layout von Pinterest und eine personalisierte Startseite. So will eBay den Käufern ein besseres Einkaufserlebnis bieten. Statt von einem Angebot erschlagen zu werden, bekommt der Kunde seine begehrten Produkten und Interessensgebiete angezeigt. Neben der Gestaltung eigener Wünsche nimmt der personalisierte Feed auch Rücksicht auf frühere Einkäufe und Suchvorgänge. Fehlt nur noch ein schlauer Algorithmus, der dafür sorgt, dass auch passende Produkte jenseits der eigenen Konsum-Bubble zu sehen sind. Für die Personalisierung im Entdecker-Modus.

Glamloop

Gebraucht ist "in": Früher hieß das schlicht Re-Commerce. Weil es in Sachen Mode ein bisschen schicker klingen muss, lautet der Trend hier "Pre-loved Fashion". Im Markt gibt es zwei Geschäftsmodelle: Entweder kaufen Unternehmen gebrauchte Dinge auf und verkaufen sie - nach Aufbereitung (Refurbishing) oder Prüfung - teurer weiter. Oder sie bieten Marktplätze, auf denen die Nutzer selbst zum Händler werden können. Anbieter wie Vite EnVogue, rebelle.de,  secondglam.com, kleiderkreisel.de, maedchenflohmarkt.de, vintagehub.de, und kirondo.de kämpfen in teils unterschiedlichen Segmenten um ein tragbares Geschäftsmodell. Mitentscheidend für den Erfolg sind hier Servicefaktoren wie geprüfte Ware, sofortige Verfügbarkeit der Artikel, ein schneller und kostenloser Versand, Rückgaberecht und anspruchsvolle Verpackungen. Aber auch ein finanzielles Polster. So hat das Münchner Start-up Glamloop mit Alexandra Podeanu (ex-Rocket-Internet) und Kiana Mardi (ex-Zalando) Capnamic Ventures, OP Ventures (France Télécom-Orange/Publicis) und Holtzbrinck Ventures im Rücken. Natürlich zählt auch das Sortiment. Glamloop bietet daher auch Ware für Männer und Kinder. Zudem kann man nach speziellen Verkäufern Ausschau halten.




Den zweiten Teil der Reihe lesen Sie hier