Die Datev profitiert von mehr Erwerbstätigen und der Digitalisierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse. Der IT-Dienstleister konnte seinen Umsatz 2015 um 4,4 Prozent steigern.

Mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die es abzurechnen gilt, mehr betriebswirtschaftliche Prozesse, die digital abgewickelt werden: Der Softwareanbieter und IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte sowie Unternehmen Datev freut sich über ein gutes Jahr 2015. So wuchs der Umsatz im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent auf 880,8 Millionen Euro.  "Damit ist die Datev erneut stärker gewachsen als der IT-Markt und das Bruttoinlandsprodukt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Datev eG, Professor Dieter Kempf.

Zwei Drittel des Umsatzwachstums in Höhe von 37,3 Millionen Euro wurden demnach durch Software (34 Prozent) und Rechenzentrumsdienstleistungen (32 Prozent) erzielt. Auch die Dienstleistung E-Bilanz sei am Markt sehr gut angenommen worden: Inzwischen müssen alle bilanzierenden Unternehmen unabhängig von ihrer Rechtsform und Größe ihre Jahresabschlüsse elektronisch an die Finanzverwaltung übermitteln. 2015 sendeten Unternehmen mit Hilfe der Datev mehr als 1,3 Millionen elektronische Datensätze an die Finanzbehörden, 2014 waren es 0,7 Millionen.

Scan statt Papier

"Auch das in Deutschland eingeführte elektronische Rechnungsformat ZUGFeRD sowie das ersetzende Scannen haben die Digitalisierung im Bereich des Rechnungs- und Belegwesens vorangetrieben", erläuterte Kempf. "Durch das Scannen müssen die Mandanten Original-Buchungsbelege künftig nicht mehr in Papierform aufbewahren." Gleichzeitig beobachtet er, dass die Bereitschaft der Unternehmen zur digitalen Bereitstellung ihrer Belege weiter gewachsen ist: So stieg 2015 die Zahl der gespeicherten Belege im Datev-Rechenzentrum von 310 Millionen im Jahr 2014 auf gut 407 Millionen.

Zudem stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im vergangenen Jahr um mehr als 400.000 auf 43,4 Millionen. Dementsprechend stieg die Zahl der über Systeme des IT-Dienstleisters aus Nürnberg erstellten Lohn- und Gehaltsabrechnungen 2015 um 3 Millionen auf 139 Millionen.

"Von der Digitalisierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse profitieren nicht nur wir als genossenschaftliches Unternehmen und Treiber dieser Entwicklung, sondern vor allem unsere Mitglieder und deren Mandanten – also gut 2,5 Millionen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland", so Kempf, der zum 1. April 2016 den Vorstandsvorsitz an den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. Robert Mayr abgeben wird.

Big Data und Cloud

Das Betriebsergebnis der Genossenschaft verbesserte sich 2015 gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Millionen Euro oder 8,2 Prozent auf 56,7 Millionen Euro. Das lag dem künftigen Datev-Vorstandsvorsitzenden Mayr zufolge daran, dass sich der Betriebsaufwand im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 25,9 Millionen Euro unterproportional zum Umsatzwachstum entwickelte.

Die Gesamtzahl der Mitarbeiter ist 2015 um 59 auf 6.839 Mitarbeiter gestiegen. Die Zahl der Mitglieder der Genossenschaft für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte ist zum Jahresende 2015 um 108 auf 40.501 gewachsen. Die geplante Höhe der genossenschaftlichen Rückvergütung beträgt wie im Vorjahr 5 Prozent des rückvergütungsfähigen Umsatzes.

„Auch für 2016 streben wir einen soliden Wachstumskurs an. Am stärksten wachsen im Markt die Geschäfte mit Software und IT-Dienstleistungen, wobei die Nachfrage nach Big Data und Cloud Computing überdurchschnittlich stark zulegen wird“, ist Mayr überzeugt.