Neue Startups und neue E-Commerce-Ideen? Fast kann man den Eindruck haben, es geht nur noch ums Essen und um Kurierdienste. Aber dann geht es doch auch immer noch um Mode und Schuhe. Das dann aber mit individuellen Lösungen und individualisierbaren Angeboten. Denn statt des Verkaufs von der Stange geht es immer mehr um das Produkt nach Maß. Hier sind 15 persönlich und individuell ausgewählte Startups und Ideen.

Bloomy Days:

Tolles Wachstum, tolle Blumen. Allerdings wären mir 19,90 für ein paar frische Schnittblumen (kurzstieliges oder langstieliges Bouquet)  alle 14 Tage etwas zu teuer. Aber ich bin auch kein Zahnarzt oder VC. Denn Gründerin Franziska von Hardenberg peilt mit ihrem Blumen-Abo von Bloomy Days gerade auch eine B2B-Kundschaft an. Blumenschmuck fürs Wartezimmer und so.
Das Konzept überzeugt auch mit anderen Ideen. Kunden können eine Abo-Pause einlegen, es gibt einen Live-Chat, ein blumiges Blog. Zudem gibt es Cross-Promotions und Kooperationen mit passenden Händlern und Herstellern bei Aktionsboxen. Unter anderem gab es Boxen mit Freixenet, Essie, Cupper Tea, Oh!Saft und Annemarie Börlind. Offline gibt es Bloomy Days auch. Im BLOOMEN-Shop in Berlin Mitte gibt es eine große Auswahl an Vasen und anderem Deko-Zubehör. Monatlich werden rund 5.000 Bouquets verschickt. 2015 will man profitabel sein.
Bloomy Days bei Instagram
Bloomy Days bei Instagram


Sugar Trends:

Die beste Ansammlung lokaler Shops verspricht die Plattform Sugar Trends. Unternehmer Christian Schwarzkopf und Tim Lagerpusch wollen damit dem Einheitsbrei im Web begegnen und wählen die Partner selbst aus. Dafür aber ähneln Idee und Umsetzung dem bekannten Rezept lokaler Marktplatz-Konzepte. Das muss nicht schlimm sein. Das bessere Sortiment gewinnt.

Joolz:

Individualisierung mit Blick auf das Produkt (Me-Product) ist ein wichtiges Thema beim etailment Summit in Berlin. Produkte nach Maß statt von der Stange können nämlich ein USP im Wettbewerb sein. Mit Spannung beobachten wir daher, dass der Premium-Anbieter Joolz den Start der hauseigenen E-Commerce Webseite in Deutschland mit einem Programm zur Individualisierung des eigenen Kinderwagens begleitet.


Belsonno:

Noch mal Individualisierung: Jochen Cuntz, Gerrit Hunsdick und Jana Seibt wollen via www.belsonno.de Bettwäsche nach Maß vertreiben. Kunden können im Onlineshop ihre ganz persönliche Bettwäsche, abgestimmt auf ihre eigenen Vorlieben und Bedürfnisse (Größe, Farbe, Qualität, Verschluss) konfigurieren. Die schräge Idee kommt von erfahrenen Köpfen: Cuntz verantwortete vor der Gründung den internationalen Rollout bei nu3, davor war er als Entrepreneur in Residence bei Glossybox und Projektleiter im Bereich Assurance & Advisory bei Deloitte. Jana Seibt kommt von Zalando eProductions (später: Zuumeo) und war dort als COO für das operative Geschäft verantwortlich.

 

Shopwings:

Mit Shopwings startet Rocket Internet im vierten Quartal 2014 ein Same-Day-Delivery-Startup. Über die Vermittlungsplattform sollen Kunden Lebensmittel bestellen können, die dann von Einkäufern nach Hause geliefert werden, meldet Location Insider. Das Konzept ähnelt Modellen wie Algel, Instacart oder Deliv.


Algel:

Der Lieferdienst Algel ist noch jung auf dem Markt. Die Darmstädter vermitteln über ihre Plattform, ähnlich wie Shippies in Frankfurt, dem Kunden Personal Shopper, die dann für ihn im Laden Lebensmittel einkaufen und binnen Stundenfrist liefern sollen. Was Algel kostet? 12,5 % Vermittlungsprovison kostet das Modell - plus Trinkgeld für den Boten. Algel finanziert sich derzeit über Crowdfunding. Noch kann man einsteigen - auf einer Crowdinvesting-Plattform, die Algel-Gründer Mikail Yazici selbst dafür gegründet hat. Samt einiger eher ungewohnter Details im Kleingedruckten nicht zwingend ein Vertrauensbonus. Aber, hey, andere sind schon mit wenig familienfreundlichen Klingelton-Abos groß geworden.


My Schoko World:

Individualisierung als süße Verführung. Auf My-Schoko-World können Kunden der Schokolade jetzt ein Gesicht geben, indem sie mit eigenen Fotos verschiedene Schokoladen-Produkte gestalten wie z.B. ein Schokoladen-Puzzle oder Schokoladen-Memory.


Eatfirst:

Und noch ein Essensdienst: Nach London hat Rocket Internet seinen Gourmet-Lieferdienst EatFirst nun auch in Berlin gestartet. Für 7 Euro liefert der Dienst binnen 15 Minuten. Zwei Gerichte stehen zur Wahl, eines davon vegetarisch. Die Menus der hippen Version von "Essen auf Rädern" kommen aus einer eigenen Küche von einem professionellen Kochteam.


MeinFrühstück24:

Internet und Kurierdiensten zum Trotz. Brötchen-Lieferungen zum Frühstück sind immer noch nicht so der Renner. Thomas und Christof Lang wollen das jetzt zunächst in Marburg mit MeinFrühstück24 und regionalen Bäckern ändern. 


Aponow:

Ordermed-Gründer Markus Bönig will mit Aponow eine nationale Vorbestellplattform für Apotheken schaffen.  Das Projekt will alle deutschen Apotheker auf einer Plattform bündeln - gleichgültig , ob die online sind oder nicht oder überhaupt eine Online-Bestellmöglichkeit bieten. Auf der Plattform wählt der Kunde einfach die nächstgelegene Apotheke an seinem Standort aus und entscheidet sich, ob die Kommunikation per E-Mail oder Telefon erfolgen soll und ob die Ware gleich geliefert werden kann. Apotheken ohne Neuland-Anschluss werden gegebenenfalls auch per Fax informiert. Doof für den Kunden: Wenn die Apotheke nicht reagiert, muss er sich neuerlich auf die Suche machen. Verrückte Idee. Hintergründe erklärt Deutsche Startups

 

Miavilla:

Schöner Wohnen mit der Conleys-Mutter Creatrade. Die hat mit der Marke miaVILLA vor kurzem ein neues Wohnen-Portal gestartet und bietet unter www.miavilla.de über 4.000 Artikel aus dem Bereich Wohnen an.


Fablife:

"Lifestyle Produkte für vornehmlich anspruchsvolle Männer" verspricht Fablife. Na, da guck ich doch mal. Das Münchner Start-up, das bei der Auswahl auf die Hilfe einer Community setzen will, ist aber noch so beta, dass es gerade offline ist. Auf der Facebook-Fanpage lässt sich erahnen, dass sich das Konzept an der Pinterst-Optik orientiert.  


BOOKyourPRESENT:

BOOKyourPRESENT will als Geschenke-Web-Portal per Algorithmus mit Hilfe einiger Fragen aus über 300 Produkten und 5 Kategorien (Beauty & Fashion, Lifestyle & Dekor, Genuss Pur, Für Männer von Welt, Für Frauen mit Stil) passende Geschenkideen für den Beschenkten liefern. Funktioniert nur so lala. Für eine "Sie" schlägt das System unter anderem ein typisch männliches Rasierpinsel-Set vor. Gottlob aber kann und soll man aus den Vorschlägen wählen, dann daraus ein Geschenkebuch oder ein pdf erstellen, dass man dem zu Beschenkenden überreicht. Der kann sich dann sein Lieblingsprodukt aus der vorab zusammengestellten Geschenkauswahl aussuchen und sich kostenfrei zusenden lassen.  Ähnlich wie bei einem klassischen Geschenkgutschein ist die Auswahl schließlich schon bezahlt. Die Geschäftsidee stammt von Florian Breier, Master-Absolvent der SRH Hochschule Heidelberg, Alexander Hall und Gabriele Schöpfer.


DesignByMe:

Schuhe kaufen - kann man im Web an jeder digitalen Ecke.  Das Berliner Start up DesignBy.Me hilft dagegen per Konfigurator beim individuellen Gestalten der Treter. Wählbar sind verschiedene Partien des Oberleders, das Innenleder, die Sohle und die Farben. Zudem gibt es in Berlin-Charlottenburg einen eigenen Point of Sale. Das Projekt von Piotr Czemerys, Thomas Brzezinski und Arcan Akkas ist an der Freien Universität Berlin entstanden.


Lendandrent:

Ich hab ja immer meine Schwierigkeiten, wenn sich ein Start-up einem Massenpublikum nähern will, aber sich dann einen Namen wählt, der dem durchschnittlichen Deutschen nicht gerade eingängig erscheinen dürfte. Dabei setzt die Verleihplattform Lendandrent durchaus auf einen in Zukunft massentauglichen Trend: Sharing. Steven Pakasathanan  hilft mit seiner Plattform dabei, das Mieter und Vermieter von Bohrmaschinen und Co lokal zusammenfinden. Für Teilnehmer ist das Portal kostenlos. Erlösmodell: offen. 

Sie wollen mit uns werben? Unsere Mediadaten.