Der Handelskonzern Douglas stellt 15 seiner bundesweit 300 Thalia-Filialen auf den Prüfstand. Die unrentablen Standorte sollen möglichst schnell wieder "auf Kurs" gebracht werden.

Bei den 15 Filialen handele sich dabei um Standorte, die derzeit nicht rentabel seien, sagte eine Sprecherin der Buchhandelsgruppe am Freitag und bestätigte in Teilen einen Bericht des "Hamburger Abendblatts".

Es sei aber nicht so, dass eine Schließung schon beschlossene Sache sei. Zunächst werde Thalia versuchen, die Filialen wieder auf Kurs zu bringen. Daher sei auch noch nicht klar, wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten.

Thalia hatte in einem Schreiben seine Beschäftigten über die notwendig gewordene Restrukturierung informiert. Das Unternehmen verliert Kunden an Internetbuchhändler wie etwa Amazon.

Um gegenzusteuern will Thalia künftig auf kleinere Filialen setzen, seine eigenen Online-Angebote ausbauen und verstärkt Zusatzsortimente wie Spielwaren oder Geschenkartikel aufnehmen.

Douglas leidet unter Buchhandelssparte

Der Sanierungsfall Thalia hat finanzielle Konsequenzen für den Mutterkonzern. Der Sprecherin zufolge werden Wertberichtigungen in Höhe von rund 130 Millionen Euro anfallen. Weitere 40 Millionen fallen für Rückstellungen an.

Douglas-Chef Henning Kreke hatte bereits angekündigt, dass wegen Thalia das Ergebnis im Gesamtkonzern in diesem Jahr zurück gehen wird.

Bislang erwartet Kreke für das Geschäftsjahr 2011/12 (Ende September) ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Douglas an gleicher Stelle noch 292,9 Millionen Euro verdient.

Der Aufsichtsrat des Handelskonzerns Douglas hatte sich bei seiner außerordentlichen Sitzung am vergangenen Mittwoch vor allem mit der Zukunft der Buchhandelstochter beschäftigt.