Die insolvente Warenhauskette Hertie will 19 ihrer 73 deutschen Filialen schließen. Betroffen sind 650 der derzeit noch rund 3.400 Mitarbeiter.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag. Schwerpunkt der Schließungen ist Nordrhein-Westfalen. Dort sollen allein zwölf Warenhäuser geschlossen werden.

Die Schließungen sollen voraussichtlich bis Ende März abgewickelt werden. In der Essener Zentrale des Warenhausunternehmens werden nach den Informationen 30 von 125 Arbeitsplätzen gestrichen.

Gesamtkonzern bedroht

Wenn bis Ende Februar keine Lösung mit einem Investor gefunden werde, sei zudem das gesamte Unternehmen bedroht, hieß es. Dies könne das Aus auch für die noch verbleibenden 54 Filialen bedeuten.

Verhandelt werde derzeit vor allem über die Warenhaus-Immobilien, die der britische Investor und Eigentümer Dawnay Day von dem operativen Warenhausgeschäft abgetrennt hatte.

In Nordrhein-Westfalen sollen den Informationen zufolge die Standorte, Bocholt, Duisburg-Walsum, Erkrath, Eschweiler, Essen-Altenessen, Essen-Borbeck, Herdecke, Herne, Köln-Chorweiler, Lünen, Marl und Mettmann geschlossen werden.

In Niedersachsen stehen die Häuser in Hameln und Delmenhorst auf der Liste, in Schleswig-Holstein die Standorte in Niebüll und Mölln, in Bayern Aschaffenburg, in Hessen Kassel sowie das Hertie-Warenhaus in Hamburg-Langenhorn.

Hohe Verluste

Im vergangenen Jahr habe die Warenhauskette einen Verlust von rund 50 Millionen Euro gemacht, hieß es. Auch im Jahr 2007 hatte Hertie bei einem Umsatz von rund 450 Millionen Euro bereits rote Zahlen geschrieben.

Das Unternehmen hatte vor knapp einem halben Jahr Insolvenz angemeldet. Hertie war 2005 von britischen Finanzinvestoren von dem ums Überleben kämpfenden damaligen KarstadtQuelle- Konzern (heute Arcandor) übernommen worden.