Produktoffensive, längst geplanter Umbau der Betriebe auf die neue CI und Personalsuche: Die Vertriebspartner der Volkswagen-Tochter Skoda stehen 2013 vor großen Aufgaben.

2013 beginnt für die rund 570 deutschen Händler der tschechischen Automobilmarke Skoda mit einer eher angenehmen Aufgabe. Gleich in den ersten Januartagen haben die Vertriebspartner in Spanien die Gelegenheit, die neue Octavia Limousine kennenzulernen. Danach dürfte das Jahr freilich arbeitsintensiv und herausfordernd werden.

Es gilt, gleich sieben neue Modelle in den Markt einzuführen, die eigentlich schon für 2012 vorgesehene Umstellung der Verkaufsräume auf das neue Kommunikationskonzept (Corporate Identity) und in einem stagnierenden Markt die ehrgeizigen Pläne des Herstellers umzusetzen.

Palette wird bis 2014 komplett erneuert

Freud und Leid liegen dabei dicht beieinander. Nach zwei ruhigeren Jahren, in denen die Kreativabteilung am Stammwerk in Mlada Boleslav unter kräftiger Hilfestellung der weiteren Konzermarken lediglich den Kleinstwagen Citygo und die kompakte Limousine Rapid hervorbrachte, nimmt die angekündigte Produktoffensive nun tatsächlich volle Fahrt auf. „Bis 2014 werden wir unsere komplette Palette erneuert haben“, verkündet Skoda-Deutschlandchef Hermann Schmitt.

Zunächst wird das Volumenmodell des Importeurs Nummer eins in die dritte Generation gehen. "Der Octavia ist für unsere Marke so wichtig wie der Golf für Volkswagen“, unterstreicht Schmitt die Bedeutung des meistverkauften Modells. Am 16. Februar startet die Limousine, Ende April soll der hierzulande im Privatmarkt und vor allem in den Flotten besonders stark gefragte Kombi zu den Händlern rollen. Auch die Allradversionen und der sportliche „RS“ sind versprochen.

Rapid "Spaceback" und Überarbeitungen für Superb und Yeti

Foto: Skoda
Foto: Skoda
Die "Spaceback“ genannte zweite Karosserievariante des Rapid sowie die Überarbeitungen für Superb und Yeti runden das stramme Jahresprogramm ab. "Es ist klar, dass der Hersteller da von uns als Importeur nicht erwartet, dass wir uns Gesundschrumpfen“, blickt Schmitt mit Humor auf die Vorgaben, die mindestens einen Absatz in der Größenordnung von 2012 (rund 147.000 Zulassungen) und eine Verbesserung des Marktanteils von 4,7 auf 5 Prozent vorsehen.

Bei der ersten Präsentation der neuen Modelle seien die Händler "begeistert“ gewesen und hätten "Tränen in den Augen gehabt“, berichtet Hermann Schmitt etwas pathetisch und verkündet für die Partner auch eine branchenüberdurchschnittliche Umsatzrendite von 1,9 Prozent. Manche Händler würden "gar 4 oder 5 Prozent“ erwirtschaften.

Herber Rückschlag: Umstellung auf neue CI stockt

Doch die erfolgsverwöhnte Volkswagen-Tochter erlebte auch einen herben Rückschlag: Längst sollten die Handelsbetriebe in neuem Glanz erscheinen, mit sattem Grün, strahlendem Weiß und LED-Bildschirmen an der Außenwand noch mehr Kunden anlocken. Doch das ehrgeizige Projekt geriet mächtig ins Stocken. Mit Ausnahme des Pilotunternehmens in Hofheim in der Nähe von Frankfurt am Main ist noch kein Betrieb umgerüstet.

"Das haben wir in der Komplexität sicher unterschätzt“, gesteht der Skodachef aus der Importeurszentrale in Weiterstadt ein. Einerseits hätten die Lieferanten die Zubehörteile nicht im benötigten Umfang bereitstellen können, andererseits fehlt es den Skoda-Händlern angesichts des derzeit schwierigen Marktumfelds auch an "Investitionsfreudigkeit“, wie Hermann Schmitt "nach einem der schwierigsten Jahre für die Branche“ umschreibt.

Da trieb es den Händler aus anderen Gründen Tränen in die Augen. So seien die Mindestanforderungen an die neue CI nochmals angepasst worden. Die Hoffnungen auf Umsetzung ruhen nun auf 2013.

Jobbörse der Handelsbetriebe

Neben der Vermarktung der neuen Modelle und den Umbaumaßnahmen kommt noch eine weitere Herausforderung auf die Händler zu: Der Wachstumskurs der Marke erfordert auch mehr Personal. Schon jetzt arbeiten allein in Deutschland zusammengenommen rund 16.000 Menschen für Skoda.

"Die Zahl wird schnell auf 18.000 steigen und der Handel sucht dringend nach qualifizierten Mitarbeitern“, erklärt Schmitt. Die eigens installierte Internetplattform auf jobs.skoda-auto.de soll potenzielle Bewerber ansprechen. Aktuell werden dort 187 offene Stellen angeboten.

Bernd Nusser