Jeden Tag eine neue Spekulation, jeden Tag ein neues Dementi. Das Werben um Kaufhof bietet erwartungsgemäße Kurzweil. Heute streitet Signa-Chef Benko die Höhe seines kolportierten Kaufangebotes ab.

Die österreichische Immobilienfirma Signa hat Medienberichte über ein Kaufangebot für die Metro-Tochter Kaufhof in Höhe von 2,05 Milliarden Euro als falsch zurückgewiesen. "Die genannte Zahl ist Unsinn", sagte Signa-Chef René Benko der Nachrichtenagentur dpa. Auch der Metro-Konzern bezeichnete die Summe als nicht korrekt. Zur tatsächlichen Höhe der vor einigen Tagen abgegebenen bindenden Offerte wollte sich Benko nicht äußern.

In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hatte der Tiroler davon gesprochen, dass er noch vor Weihnachten den Zuschlag für Kaufhof erhalten wolle.

Das "Handelsblatt" berichtet in seiner Ausgabe von morgen (Freitag) unter Berufung auf mehrere gleichlautende Quellen, der Wiener Investor wolle 2,05 Milliarden Euro für das operative Geschäft von Kaufhof, einschließlich der Immobilien, auf den Tisch legen. Auch die "Bild"-Zeitung nannte diesen Betrag. Bisher wurden 2,4 Milliarden Euro als Kaufpreis gehandelt.

Wertvolle Immobilien

Metro hatte immer wieder betont, das Warenhausgeschäft, das der scheidende Vorstandschef Eckhard Cordes bereits vor vier Jahren zum Verkauf gestellt hatte, nicht unter Wert abgeben zu wollen. In der Branche wird der Unternehmenswert von Kaufhof auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien.

Neben Signa ist auch der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen an den rund 140 Warenhäusern von Galeria Kaufhof interessiert. Ein Konzernsprecher hatte unlängst bestätigt, dass Metro weiterhin neben Signa auch mit dem deutsch-amerikanischen Investor spreche. Zudem bewirbt sich noch ein Konsortium um den ehemaligen Karstadt-Chef Wolfgang Urban um die Kaufhauskette.

Bislang gebe es aber mit keinem der Beteiligten konkrete Verhandlungen. Ende kommender Woche wird der geplante Verkauf des Kaufhof vermutlich auch ein Thema bei der Metro-Aufsichtsratssitzung sein.

Ein Autobauer interessiert sich für Warenhäuser

In der "Süddeutschen Zeitung" kündigte der frühere Porsche-Chef und heutige Investor Wendelin Wiedeking unterdessen an, sich aktiv im Beirat von Kaufhof engagieren zu wollen, wenn die geplante Übernahme des Warenhauskonzerns klappen sollte.

"Ich habe mich grundsätzlich bereiterklärt, in den Gremien mitzuarbeiten", sagte er dem Blatt (Donnerstag). Wiedeking bietet im Konsortium um Benko. "Wir haben ein attraktives Angebot auf den Tisch gelegt, das für beide Seiten gut ist", sagte der Manager weiter.