Wehmeyer beabsichtigt, bundesweit ein Drittel der 39 Filialen zu schließen. Die verbleibenden Filialen sollen profitabel werden.  

Der Modefilialist Wehmeyer wird ein Drittel ihrer Filialen schließen und 23 der ehemals 39 Filialen weiterführen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus mit. Mit dem Sanierungskonzept sollen etwa die Hälfte der 950 Arbeitsplätze wegfallen, 510 bleiben erhalten.

In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Kette geprüft worden. Mit den ausgewählten 23 Filialen habe das Unternehmen „gute Aussichten, am Markt erfolgreich zu bestehen“, sagte Kebekus. Die 13 als dauerhaft verlustträchtig identifizierte Standorte sollen neben den drei bereits vor der Insolvenz verkündeten Schließungen in Neuss, Essen und Mörfelden-Waldorf, geschlossen werden. Die Standorte seien gemeinsam mit potenziellen Investoren ausgewählt worden, mit denen weiter über eine Übernahme von Wehmeyer verhandelt werde.

Umsatz über Erwartungen

Nach derzeitigem Stand liege der Umsatz bis Mitte August etwa zehn Prozent über den Erwartungen, die die Verantwortlichen seit Insolvenzantrag Anfang Juli an die Umsatzentwicklung hatten. „Dies zeigt, dass Wehmeyer Potenzial bietet und seinen Platz im Markt und bei den Kunden hat“, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

Mitte Juli konnte Kebekus durch Verhandlungen mit den Beteiligten den Geschäftsbetrieb an allen Standorten „erfolgreich stabilisieren und sicher stellen, dass die Filialen regelmäßig neue Waren erhalten und die Kunden wie gewohnt aus einem umfangreichen Sortiment wählen können.“ Damit habe er die wesentliche Voraussetzung geschaffen, um die Sanierung des angeschlagenen Modehauses sowie den Investorenprozess einzuleiten: „In allen Filialen liegen bereits die aktuellen Herbst- Winterkollektionen für Damen, Herren und Kinder“, sagt Kebekus.

Filialen Wehmeyer mit Anzahl der Beschäftigten

NRW (29 Filialen): Aachen (55 Beschäftigte ohne Stammsitz), Aalsdorf (9 Beschäftigte), Bochum (20 Beschäftigte), Bonn (27 Beschäftigte), Borken (7 Beschäftigte), Dortmund (27 Beschäftigte), Düren (46 Beschäftigte), Düsseldorf-Derendorf (9 Beschäftigte), Essen (11 Beschäftigte), Geldern (8 Beschäftigte), Grevenbroich (27 Beschäftigte), Hagen (17 Beschäftigte), Herne (13 Beschäftigte), Hückelhoven (13 Beschäftigte), Hürth (44 Beschäftigte), Jülich (15 Beschäftigte), Köln (2 Filialen mit insgesamt 53 Beschäftigte), Leverkusen (25 Beschäftigte), Lüdenscheid (20 Beschäftigte), Marl (17 Beschäftigte), Münster (39 Beschäftigte), Minden (13 Beschäftigte), Mönchengladbach-Rheydt (8 Beschäftigte), Porta Westfalica – Barkhausen (9 Beschäftigte), Neuss (15 Beschäftigte), Remscheid (17 Beschäftigte), Siegburg (26 Beschäftigte), Wuppertal (24 Beschäftigte)

Hessen (3 Filialen): Gießen (19 Beschäftigte), Limburg (23 Beschäftigte), Mörfelden-Walldorf (8 Beschäftigte)

Rheinland-Pfalz (5 Filialen): Koblenz (47 Beschäftigte), Mainz (33 Beschäftigte), Mülheim-Kärlich (12 Beschäftigte), Neuwied (14 Beschäftigte), Worms (18 Beschäftigte)

Niedersachsen (2 Filialen): Göttingen (40 Beschäftigte), Nordhorn (12 Beschäftigte)