Bei einer E-Commerce-Seite geht es in erster Linie darum, den ROI zu optimieren: Wie können die Performance-Kennzahlen verbessert und die Medien-Kanäle, die den Traffic bringen, optimiert werden? Um das zu erreichen, ist es unbestritten wichtig, sich unter anderem auf die Landing Pages, die Produktseiten, die Angebote, die Botschaften und das Media-Budget zu konzentrieren.

Aber man darf nicht vergessen, es gibt auch noch andere Möglichkeiten, E-Commerce-Umsätze zu steigern, meint John Boyle, Digital Marketing & Optimization Consultant bei Webtrends, und gibt im nachfolgenden Gastbetrag für etailment 4 Tipps, die bei Planung und Gestaltung oft übersehen werden - deren Missachtung aber die nervigsten Momenten beim Shopping erzeugen kann.    

1. Digital Marketing Matchmaker: Suchanfragen mit bestimmten Seiten verknüpfen

Häufig ist das Erste, was ein Besucher auf einer Webseite finden möchte, die Suchfunktion.  Diese interne Suche liefert den Betreibern einer E-Commerce-Seite einen wahren Schatz an Informationen darüber, was die Besucher auf der Seite wirklich finden möchten und was sie nicht finden können.

Fakt ist: Je mehr Schritte es in einem Online-Kaufprozess gibt, desto größer ist die Abbruchrate. Daher dürfen die Besucher keine Seite mit Suchergebnissen gezeigt bekommen, sondern sie müssen direkt auf die Seite geschickt werden, auf der sich der gesuchte Inhalt auch befindet. Die Abbruchrate wird kleiner und das Besucherengagement steigt. Ein Beispiel: Sucht ein Besucher nach „Coupons“, dann sollte man diesen direkt auf die Coupon-Seite schicken. Die Suche sollte einfach und intuitiv gehalten sein – der Besucher darf nicht zuerst eine Seite mit 25 möglichen Treffern gezeigt bekommen in der Hoffnung, dass er schon weiter auf den richtigen Link klicken wird.

2. „Fail-out“ - „Sorry“ reicht einfach nicht aus!

In einer idealen Welt entspricht jeder Besucher genau der perfekten Vorstellung. Aber die Realität ist eben anders. Auch wenn der Besucher an dem Shop und dem Angebot Interesse hat, fehlen vielleicht andere wichtige Faktoren, wie z.B. die notwendige Bonität oder das richtige Maß an Bildung, die letztendlich einen erfolgreichen Geschäftsabschluss verhindern. Wenn dieser Fall auftritt, dann wird der Besucher aus dem Kaufprozess genommen. Wenn er dann auf eine „Fail-Out“ Seite geleitet wird mit der Botschaft: „Danke, aber Durchführung ist nicht möglich“, verschenkt der Online-Shop-Betreiber eine riesige Chance.

Genau an diesem Punkt ist die perfekte Gelegenheit dem Besucher zu sagen, warum er sich für das eine Angebot nicht qualifiziert hat und ihm im gleichen Atemzug auf die für ihn passende Möglichkeit hinzuweisen. Wenn keine direkte Upsell-Möglichkeit vorhanden ist, dann ist ein Partnerprogramm eine Idee, denn es gibt immer irgendetwas, das man anbieten sollte und kann.

3. „404-Seiten“: Nicht immer eine Sackgasse

In dem Maße wie die Webseiten zunehmen, verändern sich häufig auch die URLs zu den wichtigen Seiten. Auch wenn Betreiber von E-Commerce-Seiten diese Links entsprechend verändern, heißt das noch lange nicht, dass alle Links von anderen Webseiten auch angepasst werden. Weiterleitungen von nicht mehr aktuellen URLs auf eine aktuelle Seite einzurichten, schafft hier gewisse Abhilfe, aber wahrscheinlich wird nicht jeglicher Besucherstrom auf diese abgelaufenen Seiten abgefangen. Anstelle einer simplen „404“-Botschaft, können diese Seiten angepasst und so Besucher bei ihrer Suche zielgerichtet unterstützt werden. So wäre beispielsweise eine kurze Erklärung auf der Seite, dass der Content sich nun nicht mehr dort befindet, sehr empfehlenswert. Online-Shop-Betreiber sollten Links für häufig gesuchte Produkte anzeigen und eine Suchfunktion anbieten. „404“-Seiten sind nur dann eine Sackgasse, wenn man diese dazu macht!  

4. „Danke“ - heißt das nicht „Auf Wiedersehen“

Herzlichen Glückwunsch, es ist geschafft: Der Kauf wurde erfolgreich abgeschlossen! Das heißt aber nicht, dass die Arbeit nun beendet ist. Auf der „Danke“-Seite haben die Betreiber von E-Commerce-Seiten die große Chance, weitere Angebote mit Mehrwert für den Kunden zu platzieren wie ergänzende Partnerprogramme oder Google-Werbung. Aber nicht zu aggressiv sein und nicht vergessen, dass auf der E-Commerce-Seite der Besucher bereits zu einem Kunden gemacht wurde. Und das Letzte was passieren soll, ist dem frischgebacken Kunden mit Anzeigen und Pop-Ups zu überfordern und zu verärgern. Mit dem goldenen Mittelweg, kommt der Erfolg von allein. 

Das Fazit: Die E-Commerce-Seite besteht also nicht nur aus Angeboten und Kaufen-Buttons. Wenn Online-Shop-Betreiber die oben beschriebenen Möglichkeiten nutzen, kann der ROI der Webseite signifikant verbessert und damit der Umsatz direkt positiv beeinflusst werden. 

Über den Autor

John Boyle hat über 15 Jahre Erfahrung im E-Commerce und Online-Marketing. Als Digital Marketing-und Optimize Consultant bei Webtrends, entwickelt er Online-Marketing-Strategien, die zu mehr Umsatz und einer höheren Kundenzufriedenheit von Webseiten führen sollen. 

Webtrends ist ein Anbieter von Mobile und Social Media Analyselösungen und unterstützt Digital-Marketing-Experten darin, Kampagnen über alle digitalen Kanäle zu erstellen, zu messen und zu verbessern.