Die Facebook-Fanpage gehört inzwischen zum guten Ton. Da wird ein alter Geselle der Web-Welt gerade von mittelständischen Händler gerne vergessen: Das eigene Blog. Dabei kann das Blog jenseits der Fanpage eine Reihe von Vorteilen bieten. 13 Tipps, wie man damit umgeht.

  

Zalando tut es,  Otto tut es, Kaufhof tut es. Sie haben ein Blog, der wie beim Kaufhof häufig wie ein Magazin aufgemacht ist. Doch auf die Größe und den Chic allein kommt es nicht an. Avocado und ein mittelständischer Handwerker wie die Möbelmacher (rund ums Thema Nachhaltigkeit) bieten beispielsweise ebenso Lesestoff.

Ausrichtung und Inhalte der Blogs sind unterschiedlich. Mal geht es um Lifestyle-Tipps, mal um Hintergründe. Zuweilen erfüllt der Content ganz spezielle Aufgaben und sorgt wie im Azubi-Blog von Otto für eine bessere Selbstdarstellung im "War for Talents". Einige machen prominent auf der Startseite auf das Blog aufmerksam, zuweilen muss man danach suchen.

Warum die Mühe?

Touchpoints: Die Blogs erzeugen zusätzliche Berührungspunkte mit den Kunden und erweitern die Optionen zur Vernetzung. Vielleicht kommt es sogar zum Dialog.

Newsletter-Ersatz: Es gibt Kunden, die reagieren allergisch auf Newsletter. Sie kann man womöglich per Blog auf dem Laufenden halten. Denn die lassen sich auch anonym per RSS abonnieren.

Suchmaschinenoptimierte Öffentlichkeitsarbeit: Natürlich sollte man im Blog nicht einfach eine Pressemeldung platzieren (Gähn), aber die Inhalte (Trends, Produkte, Aktionen) können via Google Kunden auf das Blogs und so in den Shop lotsen. Beispielsweise wenn Nutzer nach entsprechenden Begriffen, Themen und Neuigkeiten suchen. So hilft der Blog auch für SEO.

Mehr Raum: Haben Sie ein Produkt, das Sie besonders toll finden, das Sie vielleicht sogar selbst getestet haben? Die übliche Shop-Software lässt ihnen jenseits der nackten Produktinfo dafür nur wenig Raum. Da kann ein Blog hilfreich sein und eine Spielwiese bieten.  

Journalisten: Ein Blog kann eine zentrale Auslieferungsstelle für Inhalte sein. Man kann dort auch buntere Themen publizieren, die nicht auf die Webseite passen. Das Blog kann gerade damit auch eine Chance sein, Medien auf sich aufmerksam zu machen.

Wie es mit den Blog klappt:

1. Sagen Sie, wer da spricht und was das Ziel ist. Verstecken Sie die Marke nicht hinter einem bunten Auftritt.

2. Ein Corporate Blog ist keine digitale Pressemappe. Bieten Sie relevante Informationen, die nicht aus PR-Satzbausteinen bestehen. Gibt es Unternehmensinfos, die auch in den Blog gehören? Dann formulieren Sie diese lesernah.

3. Versuchen Sie nicht zu klingen wie ein Werbeclip, sondern wie ein Mensch. Wenn das klappt, kann man versuchen, auch noch suchmaschinenoptimiert zu schreiben. Aber in erster Linie geht es um leserfreundliche Inhalte. Der Kunde soll schließlich beim Lesen Spaß haben, nicht Google.

4. Sagen Sie, wer da schreibt und was er tut. Ein Foto wäre auch schön. Wenn der Leser weiß, welche Personen hinter den Inhalten stehen, erhöht das das Vertrauen.

5. Machen Sie vor dem Blogstart einen Plan, was man dort in den kommenden Wochen zeigen und erzählen will. Längere Blog-Abstinenz schadet. Der Leser ist ein untreues Wesen. Sie wissen nicht, was Sie über das Unternehmen erzählen sollen? Fragen Sie die Mitarbeiter. Oder denken Sie über Nutzwert für den Leser nach, der zur Branche passt. Tipps (*räusper*) sind immer gut.

6. Zeigen Sie dem Leser, dass Sie auch an seiner Meinung interessiert sind. Stellen Sie Fragen, starten Sie Diskussionen. Vergessen Sie aber nicht, dann auch zu antworten.

7. Bieten Sie dem Leser doch auch mal Futter aus anderen Quellen, beispielsweise Links auf andere interessante Beiträge zu den Themen des Blogs. Keine Angst, wenn er das Blog mag, dann kommt er schon wieder. Andernfalls ist er so oder so weg.

8. Antworten Sie auf Kommentare zeitnah. Die lange Leitung kennt er aus der Serviceabteilung. Er ist nicht im Blog gelandet, um hier die gleichen Erfahrungen zu machen.

9. Reagieren Sie auf Kritik nicht sauertöpfisch. Kritik beweist Interesse an der Marke und das Zutrauen, dass das Unternehmen noch in der Lage ist, etwas zu ändern. Betrachten Sie Kritik also als Chance zum Dialog. Besser das Unternehmen diskutiert mit dem Kritiker hier im Blog, als dass er andernorts um die digitalen Häuser zieht.

10. Nutzen Sie den Dialog, um weitere Gespräche anzustoßen. Lesen Sie im Zweifel noch mal die alten Unterlagen aus dem Studium zum Thema Empfehlungsmarketing nach.

11. Denken Sie dabei daran: Es lesen auch Dritte mit, die man nicht sieht. Andere Kunden, Kooperationspartner. Auch ihnen gegenüber macht die Gesprächsbereitschaft im Blog die Kundenorientierung sichtbar.

12. WennSie auf Dinge nicht antworten können oder wollen (Betriebsgeheimnisse), bemühen Sie um eine Erklärung. Stecken Sie den Kopf nicht einfach in den Sand – denn bei dieser Übung schaut immer noch ein Körperteil heraus, dem man einen Tritt verpassen kann

13. Verteilen Sie die Blogbeiträge in den Netzwerken. Machen Sie das Blog auch per Newsletter und Co bekannt und üben sich dann Geduld. Es kann dauern bis der Leserkreis wächst.


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