ARTvergnügen: Kunst per App probehängen
ARTvergnügen: Kunst per App probehängen
Wenn Startups heutzutage reüssieren wollen, dann brauchen sie entweder die ganz besondere Idee, einen ganz besonderen Kniff, eine lukrative Nische, möglichst auch solvente Unterstützer.  Und am besten ein bisschen etwas von allem. Wir stellen sechs Startups vor, die sich mit dem speziellen Dreh in (nur) scheinbar längst besetzten Märkten durchsetzen wollen.
Schnieke: Online-Magazin von Pablo & Paul
Schnieke: Online-Magazin von Pablo & Paul


Pablo & Paul

Worum geht es?

Bereits 2013 haben wir 7 Startups mit Sinn für Kunst vorgestellt. Das damals dort beschriebene Startup Auctionata ist mit seinen Live-Versteigerungen von Kunst und Antiquitäten im Netz inzwischen fast schon ein etablierter Klassiker. Das Online-Auktionshaus hat in einer Finanzierungsrunde gerade erst über 42 Millionen Euro eingesammelt. Mit dabei sind MCI Management in Warschau, Hearst Ventures aus New York, Kreos Capital aus London und Yuan Capital aus Hongkong als neue Investoren. Zudem haben sich alle bestehenden Investoren an der Runde beteiligt, darunter Earlybird, e.ventures, Kite Ventures, Raffay Group, TA Ventures, Bright Capital, REN Invest und Holtzbrinck Ventures.

Doch im Markt geht noch so einiges.

Moderne und junge Kunst will beispielsweise das Dresdener Startup Artistimo in die Haushalte bringen. Die Website von Gründer Felix Schulz ist aber noch in Wartestellung.

Weiter ist da Pablo & Paul aus München. Das Startup etabliert sich gerade als ein Shop für exklusive aber erschwingliche Kunst, sammelt auf Companisto per Crowdfunding Geld ein.  Neben dem Online-Shop gibt es auch eine stationäre Verkaufsfläche in Form eines Shop-in-Shop bei BoConcept - einem dänischen Designmöbelhändler - in München. Auf einem großen Touchscreens können sich Kunden Kunstwerke ansehen und kaufen. Einkaufserlebnis der neuen "Art". Weitere Shop-in-Shop-Partnerschaften sind geplant.

Wer macht es?

Starthilfe bekam das Startup Pablo & Paul bislang unter anderem durch den ProSiebenSat.1-Accelerator und eine Beteiligung von ProSiebenSat.1. Die beiden Geschäftsführer und Gründer Philipp Bode und Christoph Buchmann haben unter anderem für A.T. Kearney gearbeitet. Buchmann gründete zudem MeinCasulo – ein Konzept für erschwingliche Möbel. Für mehr Kunstverstand sorgt Elisabeth Wallner, die zuvor in der Galerie Eigen+Art arbeitete.

Pablo & Paul bei BoConcept
Pablo & Paul bei BoConcept



ARTvergnügen: Kunst per App probehängen
ARTvergnügen: Kunst per App probehängen
ARTvergnuegen

Worum geht es?

Noch ein Kunststück: ARTvergnuegen. Das Besondere: Per App kann man die Kunstwerke der auf der Plattform angebotenen Künstler an der eigenen Wand virtuell probehängen. Cleveres Tool. Schließlich ist beim Durchschnittskunden entscheidend, wie gut das Bild zum Sofa passt.

Wer macht es?

Das Kunstportal betreiben der Künstler Steve McGuire und Markus Wiethe, Geschäftsführer der Multichannel-Agentur Wiethe Group. Kein Unbekannter im Markt: Zu den Kunden gehören unter anderem Tom Tailor, Marc O’Polo und Engelhorn.

Kasandria

Worum geht es?

Seit Oktober 2014 bietet das Hamburger Startup Kasandria maßgeschneiderte Kleinmöbel und Dekoration aus nachhaltiger Produktion an. Das Portal will auch mit stationären Händlern kooperieren und deren Waren über den eigenen Webshop verkaufen.

Wer macht es?

Die drei Gründer und Gesellschafter, Paul Denis Gotas , Patrick Hall und Florian Baldric wollen sich ihren Platz im Markt durch ein „wöchentlich wechselndes Angebot (Deal der Woche) sowie Kooperation zu Offline Händlern sichern“, heißt es im Interview mit Hamburg Startups.

 

Checkrobin


Worum geht es?

Die österreichische Crowd-Delivery-Plattform Checkrobin will im zweiten Quartal dieses Jahres in Deutschland reüssieren. Das Konzept: private Fahrer sollen über die Website oder die App Paketen eine Mitfahrgelegenheit bieten. Vertrauen aufbauen soll ein Bewertungssystem für Sender und Empfänger. In Österreich ist das Angebot des Startups seit Juni 2013 verfügbar. Rund 18.000 registrierte Nutzer zählt die Plattform derzeit. Checkrobin soll vor allem die Langstrecke bedienen. Interessant erscheint da das Planspiel von Gründer Hannes Jagerhofer, Tankstellen an Autobahnen als Aufnahme- und Abgabestellen einzubauen.

Wer macht es?

Neben dem Gründer Hannes Jagerhofer und dem Gastronomen Attila Dogudan ist auch der Ex-Rennfahrer Niki Lauda an checkrobin beteiligt. Eventmanager Jagerhof gründete einst die Flugsuchmaschine Checkfelix, die dann für einen mehrstelligen Millionenbetrag an den US-Anbieter-Kayak ging.

 




Kontaktlinsenlounge

Worum geht es?

Das Leipziger E-Commerce Startup Kontaktlinsenlounge betreibt einen Shoppingclub für Kontaktlinsenträger. Innerhalb eines Jahres haben sich über 18.000 Mitglieder dem Club angeschlossen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und an keine Mindestumsätze oder Laufzeiten gebunden. Hinzu kommt ein Ladengeschäft in der Leipziger Innenstadt. Dort können sich Kunden ihre zuvor online bestellte Ware auch selbst abholen.

Wer macht es?

Gründerin Kerstin Schilling bezieht die Ware direkt von den großen Markenherstellern. Sie war von 1994 bis 2001 Leiterin der Marketingabteilung beim E-Commerce-Software-Anbieter Intershop, bevor sie die Marketing-Agentur Bestsidestory, den Fotoservice Pixaco sowie das Bargeldbonusprogramm Andasa gründete.


Volo

Worum geht es?

Das junge Startup Volo bietet einen Lieferdienst für "Qualitätsrestaurants" mit etwas schmackhafteren Portionen und füllt damit eine Lücke jenseits der eher auf Pizzabuden fokussierten Anbieter wie Lieferheld. Volo ist nach dem Start im Oktober 2014 in München und gerade gestarteten Ablegern in Berlin und Frankfurt demnächst auch in London unterwegs.  Weitere geplante Standorte sind Hamburg, Köln und Düsseldorf. Anders als Lieferheld und Co stellt Volo zudem eigene Fahrer bereit und orientiert sich damit an Angeboten wie Deliveroo.

Wer macht es?

Rocket Internet hat das Münchner Startup gerade übernommen. Die Geschäftsführer Konstantin Mehl und Emanuel Pallua wurden mit Volo zudem im Herbst 2014 in die Wayra-Akademie, dem Accelerator des Telekomkonzerns Telefónica, aufgenommen.