Mit weltweit 80 Trendscouts sucht die Agentur Trendone ständig nach den heißesten neuen Lösungen für Handel und Co. Für etailment stellt die Agentur dabei in einem Report regelmäßig besonders extravagante Micro-Trends vor. Diesmal haben wir die Zukunftsexperten nach den wichtigsten Mega-Trends für 2016 gefragt, die den Handel im kommenden Jahr formen werden.  

Integrated Touchpoints for Seamless Commerce
Egal ob Google, Facebook, Amazon, Pinterest, Twitter oder Instagram, nahezu alle diese großen bzw. Reichweiten-starken Player initiieren integrierte Touchpoints, die es dem Kunden ermögliche direkt auf der jeweiligen Plattform einzukaufen. Sie werden durch integrierte „Buy-Buttons“ oder sonstige direkte Verkaufsfunktionen zum Gatekeeper des Handels und bilden den ganzen „AIDA“-Prozess auf dem mobilen User-Interface ab. Händler die hier nicht vertreten sind bzw. ihr Sortiment nicht für diese Anwendungen öffnen und aufbereiten, sind für den Kunden nicht existent.   

Facebook setzt auf den Buy-Button und integrierte Shop-Lösungen
Facebook setzt auf den Buy-Button und integrierte Shop-Lösungen


Local Commerce
Immer mehr neue lokale Marktplätze entstehen (Atalanda, Locafox), die lokale, stationäre Händler die Möglichkeit geben ihr Sortiment online zu präsentieren und lokale Kundengruppen anzusprechen. In Kombination mit innovativen Liefervarianten (Same Day/Same Hour-Deliveries oder Click&Collect-Optionen) können lokale Händler in Konkurrenz zu den „Pure Online Playern“ treten.

Chatvertising / Chat-Commerce /Chat OS
Kommuniziert wird heute in Chats. Selbst ältere Zielgruppen sind heute bereits in entsprechenden Anwendungen wie WhatsApp aktiv. Dies führt dazu, dass auch Unternehmen dort präsent sein sollten, um mit Ihre Zielgruppen mit personalisierten Botschaften anzusprechen. Zusätzlich wird der Funktionsumfang der verschiedenen Chat-Anwendungen nach und nach erweitert. So kann man schon direkt in Chatanwendungen shoppen (z.B. Tango oder WeChat), Bezahlungen vornehmen oder auch direkt mit stationären Händlern in Kontakt treten (beides möglich mit FB Messenger). Spannend ist hier die neue Funktion „Moneypenny“ von Facebook, die einen auf „Deep Learning“ basierenden virtuellen Assistenten einsetzt, um unter anderem Handel zu betreiben.

Zalon: Styleberatung via WhatsApp
Zalon: Styleberatung via WhatsApp


Data Driven Services
Sowohl für pure Online Player, stationäre Händler aber auch den Vertretern der Königsdisziplin Omnichannel sind datenbasierte Services Erfolgsfaktoren für 2016. Diese Daten sind Grundlage für ein genaues Bild über den Kunden, das die Grundlage für Anwendungen wie Echtzeit-Personalisierung oder dynamische (individuelle) Preise bildet. Spannend sind hier für stationäre Händler der Einsatz sogenannter Beacon-Konzepte oder auch Wlan-anwendungen, die eine anonymisierte Sammlung von Kundendaten ermöglicht.

Kill The Checkout!
Leute wollen shoppen und nicht an der Kasse anstehen. Durch innovative Bezahlverfahren wird das Anstehen an Kassen obsolet und die Kundenerfahrung während des Einkaufes gesteigert. Ein Beispiel sind Selbstbedienungskassen oder Produktscanner-Konzepte, die das Bezahlen schon während des Beladens des Einkaufwagens vornehmen.

Empowering the Employees
Gerade in Zeiten der on- und offline Vernetzung von Absatzkanälen sind kompetente Mitarbeiter das verbindende Element. Sie beraten den Kunden vor Ort (am Regal) mit Hilfe entsprechender Geräte, wie Tablets oder Smartphones. Sie erklären die Produkte nachhaltig mit Fachwissen und multimedial, verweisen auf Produkte, die online verfügbar sind und kassieren bei erfolgtem Kauf auch direkt am Regal ab - über diverse Mobile Payment Anwendungen oder mobile Kreditkartenlesegeräte.

Tablet in der Filiale von Marc O’Polo
Tablet in der Filiale von Marc O’Polo


„IoT“-Commerce

Spannend für 2016 ist die (Weiter-) Entwicklung von Konzepten wie des Amazon Dash-Buttons oder der vergleichbaren Anwendung der deutschen Firma Braintags. Überzeugen diese Konzepte den Kunden durch ihre Einfachheit und Convenience und werden diese zum Gatekeeper des Handels schon zu Hause? Wie gliedert sich der Handel bzw. E-Commerce Akteure in Smart Home Konzepte ein, wird die Waschmaschine oder die Kaffeemaschine tatsächlich selbständig Bestellung für Waschmittel oder Kaffee-Pads aufgeben? Mit Sicherheit werden hier spannende Ideen 2016 in Erscheinung treten.


Lesetipp: Das Trendbook von Trendone. Da hatte auch ich mal wieder ein gedrucktes Buch in der Hand. Gerne. Es bietet etliche Infografiken, 270 Praxisbeispiele, Mega-, Macro-und Micro-Trends auf über 180 Seiten. Für die unterschiedlichsten Branchen. Kompakte Inspiration.