Neue Studie belegt: Unternehmen am Neuen Markt haben keine nachvollziehbare Akquisitionsstrategie, verzichten weitgehend auf externe Beratung und haben Schwierigkeiten bei der Integration der akquirierten Unternehmen.

Keine nachvollziehbare Akquisitionsstrategie, weitgehender Verzicht auf externe Beratung und Schwierigkeiten bei der Integration der akquirierten Unternehmen: Das sind die ernüchternden Kernergebnisse einer breit angelegten Studie der Beratungsfirma Apcon Business Consulting und des Corporate-Finance-Magazins "Finance".

112 Unternehmen – d.h. jeder dritte Wert am Neuen Markt, repräsentativ nach Branchen ausgewählt - wurden zu ihrer Akquisitionsaktivitaet seit ihrem Börsengang befragt. Die Bilanz: Gekauft wurde reichlich. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen hat sich seit dem Börsengang auf dem Markt für Unternehmen überwiegend in der eigenen Branche bedient. Ingesamt wurden 275 Unternehmen ganz oder anteilig erworben, das bedeutet 85 Unternehmen sind im Durchschnitt 3,24 Beteiligungen eingegangen. Jeder vierte Deal ging auf das Konto von Software-Dienstleistern.

Überwiegend hatte die New Economy kleine Firmen im Visier mit einem Transaktionsvolumen von unter 10 Mio. DM. Gerade einmal sechs Prozent aller Beteiligungen haben mehr als 100 Mio. DM gekostet.

Im Gegensatz zur der von den Unternehmensberatern allseits gepredigten Verlängerung der Wertschöpfungskette, war die Diversifizierung des Produktportfolios das entscheidende Motiv für den Zukauf. Eine wichtige Rolle spielte auch die Vertriebsstärkung. Überraschend: Die Übernahme des Mitarbeiterstammes wird nur selten als Kaufgrund angeführt.

Alles in allem legen die Ergebnisse die Erkenntnis nahe: Eine klare Akquisitionsstrategie verfolgen nur die wenigsten Unternehmen am Neuen Markt. Diese Schlussfolgerung lässt auch die Geschwindigkeit, mit der Deals durchgezogen werden, zu: Die meisten Unternehmen ließen nichts anbrennen. Jede zehnte Akquisition wurde innerhalb von 30 Tagen getätigt, bei 60% dauerte die Verhandlungsphase weniger als drei Monate. Kein Wunder, dass nicht genuegend Zeit blieb für eine ordentliche Due Diligence durch einen Berater. "Das können wir am besten alleine", war bei 65% der Deals die Devise. Sie verzichteten auf einen externen Berater.

Die Studie versucht auch die Ursachen der beinahe blinden Kauflust zu ermitteln. Ein Grund sei sicherlich die Notierung im Wachstumssegment Neuer Markt: Viele Vorstände wurden von den eigenen Wachstumsversprechen getrieben, das unzureichende interne Wachstum durch Akquisitionen zu ergänzen.

Apcon-Berater Dr. Klaus Blettner: "Unter altgedienten Industriekapitänen gelten Firmenuebernahmen schon geraume Zeit als 'letztes großes Abenteuer'. Dass aber auch die New Economy so abenteurlich - weil konzeptlos - einkauft, überrascht. Schluckbeschwerden sind dann unvermeidlich." (DS)


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