Dritter Ausstand innerhalb weniger Tage: Die Gewerkschaft kämpft weiter für höhere Löhne für Amazon-Mitarbeiter. Bisher sieht es aber nicht danach aus, als ob das Unternehmen dem Druck nachgibt.

Im Tarifstreit beim Internet-Versandhändler Amazon macht die Gewerkschaft Verdi weiter Druck. Die Beschäftigten am bundesweit größten Standort im hessischen Bad Hersfeld haben erneut die Arbeit niedergelegt. Zahlreiche Mitarbeiter der Frühschicht seien am Montagmorgen in den Ausstand getreten, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft.

"Wir gehen davon aus, dass sich etwa 300 bis 400 Mitarbeiter an dem Streik beteiligen werden", sagte die Sprecherin weiter. Der Ausstand werde erneut den ganzen Tag dauern. Auch die Spätschicht werde nicht arbeiten, hieß es. In Bad Hersfeld sind mehr als 3.300 Männer und Frauen für das US-Unternehmen tätig.

Gewerkschaft fordert Einzelhandels-Tarif

Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das Unternehmen will sich dagegen an der Bezahlung in der Logistikbranche orientieren.

Amazon ist der weltgrößte Online-Versandhändler. Er hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9.000 Mitarbeiter. Ein neuntes Logistikzentrum soll 2013 im brandenburgischen Brieselang entstehen.