Die Onlinehändler setzen sich 2010 noch höhere Umsatzziele. Sie fordern aber, dass der Gesetzgeber den Missbrauch von Abmahnungen endlich eindämmt.

Der Onlinehandel ist stabil durch die Krise gekommen. Und die Zuversicht für die Zukunft nimmt zu, hat die zweite Ausgabe des "Online Business Barometers" im Auftrag von eBay ergeben.

Ein Thema, das die Onlinehändler jedoch wie kaum ein anderes bewegt, ist der Missbrauch von Abmahnungen: "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich die Gesamtheit der Händler für eine Änderung des geltenden Rechtsrahmens ausspricht", erläutert Dr. Stephan Zoll, eBay-Geschäftsführer Deutschland. "Die Branche ist der Meinung, dass Abmahnungen heute zumeist missbräuchlich eingesetzt werden, um mit leichten Mitteln Geld zu verdienen oder Wettbewerber zu behindern – wobei der entstehende finanzielle Schaden erheblich ist."

Abmahnungen bedrohen Existenz

Im Schnitt seien die Befragten in den vergangenen Jahren zwei Mal abgemahnt worden, mit zum Teil existenzbedrohenden Folgen. "Das Fazit der Händler lautet: Abmahnungen aus legitimen rechtlichen Interessen sind zu befürworten, aber dem Missbrauch sollte durch eine Reduzierung der mit Abmahnungen verbundenen Kosten und einer Einschränkung des Kreises der Abmahnberechtigten begegnet werden", fasst der eBay-Geschäftsführer zusammen.

Eine wichtige Hürde für den internationalen Handel sehen die Onlinehändler demzufolge in den unterschiedlichen Verbraucherschutzregelungen in den verschiedenen Ländern. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Harmonisierung der Regeln innerhalb Europas, wie sie im Moment auf EU-Ebene diskutiert wird, den grenzüberschreitenden Verkauf für die Händler deutlich vereinfachen und den Export weiter fördern würde.

Online keine Konkurrenz für stationären Handel

Als weiteres wichtiges Ergebnis der Studie nennt Zoll, dass der Online- und der stationäre Handel keineswegs in Konkurrenz zueinander stehen: "Die Mehrzahl der Händler setzt auf beide Handelswege und erzielt so Synergieeffekte, die sich insgesamt für ihr Geschäft auszahlen. Dabei trägt der Onlinehandel bereits häufig zum Großteil des Umsatzes bei und leistet so auch einen signifikanten Beitrag für den Erhalt der Einzelhandelsinfrastruktur."

Grundsätzlich blicken die Onlinehändler optimistisch auf das Jahr 2010 - mit gutem Grund: "Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Branche auch in diesem Jahr ihren Wachstumskurs weiter fortsetzen wird."  Zwei Drittel der befragten Onlinehändler hätten die gesteckten Umsatzziele in den vergangenen drei Monaten erreicht. Mehr als die Hälfte der Händler hat sich demnach für die kommenden zwölf Monate höhere Umsatzziele gesetzt als im vergangenen Jahr.

Zur Studie

Das Online Business Barometer im Auftrag von eBay befragt bundesweit professionelle Onlinehändler. 1.202 Unternehmen haben an der aktuellen Onlineumfrage teilgenommen, die zwischen dem 11. und 26. Januar 2010 von dem Beratungsunternehmen FreshMinds in Großbritannien durchgeführt wurde.