Für Mitarbeiter und Gläubiger von Wehmeyer ist es eine gute Nachricht: Standorte und Beschäftigte der insolventen Textilkette werden von Adler übernommen. Der fränkische Modefilialist will die erworbene Marke noch etwas erhalten.

Ein langer Überlebenskampf hat ein gutes Ende gefunden. Die insolvente Textilkette Wehmeyer geht in den Besitz der Adler Modemärkte AG über. Das Tochterunternehmen Adler Mode GmbH übernimmt die 18 Filialen von Wehmeyer, teilt deren Insolvenzverwalter Wolf von der Fecht mit.

Das Haibacher Traditions­unternehmen übernimmt zum 30. September die Waren und alle 285 Wehmeyer-Mitarbeiter an den Verkaufsstandorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. "Das Angebot von Adler ist aus Sicht der Gläubiger die wirtschaftlich überzeugendste Lösung – und eine gute Nachricht für die Mitarbeiter in den Wehmeyer-Filialen ebenso wie für die Vermieter", betonte von der Fecht. "Jetzt gibt es eine überzeugende Zukunftslösung für das Unternehmen, das bereits im Jahr 2008 das erste Insolvenzverfahren durchlaufen hat."

Adler will weiter wachsen

Die Wehmeyer Lifestyle GmbH hatte am 24. Juni dieses Jahres einen zweiten Insolvenzantrag gestellt, das Amtsgericht Düsseldorf hat das Insolvenzverfahren am 22. September eröffnet. Der Anwalt von der Fecht stand in den vergangenen Monaten in Gesprächen mit möglichen Investoren. In Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss sei das Kaufangebot von der Adler Modemärkte AG angenommen worden.

"Diese Akquisition bestätigt unsere Wachstumsstrategie im zukunftsträchtigen Heimatmarkt Deutschland. Strategisch passen die Filialen, die Marke und die Strategie ideal zu uns", kommentiert Lothar Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Adler Modemärkte AG, die Übernahme.

Adler möchte alle Wehmeyer-Standorte umgehend mit eigener Mode bestücken und das Weihnachtsgeschäft nutzen. Den qualitativ hochwertigen Warenbestand von Wehmeyer könne das Unternehmen zudem gut verwerten. Adler werde die übernommenen Filialen integrieren, die Marke Wehmeyer soll zunächst an einzelnen Standorten weiter geführt werden.