Pionierleistung: Der Modehändler Adler verkauft nun in allen Filialen T-Shirts und Polo-Shirts aus fairgehandelter Baumwolle.

"Die dritte Welt ernährt uns und zieht uns an - und wird doch zu selten an unserem Reichtum beteiligt": Wo Transfair-Chef Dieter Overath eine Rede hält, sind oft mahnende Worte zu hören. Auch bei der Einführung der ersten Fairtrade-Kollektion des Modehändlers Adler fehlten sie nicht, die optimistischen Töne überwogen dennoch.

Schließlich stellte Overath in der "Fairtrade-Stadt" Saarbrücken zusammen mit Adler-Chef Lothar Schäfer die erste große Offensive eines Händlers in Sachen Fairtrade-Textilien vor: Der Modeanbieter führt dieser Tage in allen 125 Märkten bundesweit T-Shirts und Polo-Shirts für Damen und Herren aus fairgehandelter Baumwolle ein.

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Rohstoffe aus Indien

Der Rohstoff für die Adler-T-Shirts stammt aus der Kooperative Agrocel in Indien, die bereits 2005 durch Fairtrade zertifiziert wurde. Durch den Anschluss an den Fairen Handel erzielen die Bauer vor Ort höhere Preise für ihre Ware und profitieren von der Fairtrade-Prämie, die in lokale Projekte fließt.

 "Wir haben nicht lange gezögert, bevor wir uns entschlossen haben, eine Fairtrade-Kollektion anzubieten", sagte Adler-CEO Schäfer. Zum einem wolle das Unternehmen Verantwortung übernehmen, zum anderen bei den Kunden als Pionier in Sachen Fairtrade in Erinnerung bleiben.

Ausweitung auf andere Sortimentsbereiche möglich

Für das Engagement hat sich Adler "kein Zeitrahmen gesteckt", sagte Schäfer. Sollte sich die Produktlinie als erfolgreich erweisen, kann er sich mittelfristig eine Ausweitung auf andere Sortimentsbereiche wie zum Beispiel Kinderkleidung vorstellen.

Die Fairtrade-Produkte kosten bei Adler zwischen 12,99 und 19,99 Euro - liegen also im Preisrahmen des übrigen Sortiments. Damit sie günstig bleiben, verzichtet der Modehändler laut Schäfer auf einen Teil der Marge, dies sei jedoch "verkraftbar".

Ob die Adler-Aktion den Durchbruch für Fairtrade-Textilien in Deutschland bedeutet, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass das Engagement gut zum aktuellen Image des Modehändlers passt, der sich nach einer schwierigen Phase auf seine Stärken und auf die Stammkunden zurückbesinnt. Erst vor wenigen Tagen äußerte sich CEO Schäfer zufrieden mit der Umsatzsituation .