Die Adler-Modemärkte sind von der Insolvenz des Mehrheitseigners Steilmann angeblich nicht betroffen. Auch die zwölf Boecker-Modehäuser bleiben geöffnet.

Kurz vor Ostern hatte der Modekonzern Steilmann den Insolvenzantrag gestellt und seine Aktionäre geschockt. Nach den Feiertagen teilte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Frank Kebekus laut "Handelsblatt" mit, dass die zwölf Boecker-Modehäuser geöffnet bleiben. Zudem seien die mehr als 170 Adler-Modemärkte nicht vom Insolvenzverfahren betroffen. Steilmann ist mit knapp 59 Prozent Anteilen Mehrheitseigner der Modekette.

Die knapp 440 Mitarbeiter der Steilmann SE und der Holding bekämen von der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich Mai Insolvenzausfallgeld, zitierte die Zeitung weiter. Erste Maßnahmen zur Stabilisierung der operativen Geschäfte sind laut "Handelsblatt“ eingeleitet worden, als nächstes will der Insolvenzverwalter offenbar Gespräche mit Handelskunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern führen.

Das Steilmann-Management hatte vergangene Woche die Notbremse gezogen, nachdem Sanierungsverhandlungen keinen Erfolg gehabt hatten. Die Nachricht schickte die Aktie des erst seit November 2015 an der Börse notierten Unternehmens am folgenden Handelstag auf eine dramatische Talfahrt: Die Steilmann-Aktie verlor in den ersten Handelsminuten rund 89 Prozent an Wert. Steilmann beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 8.300 Mitarbeiter.