Am Ende ging es noch schneller, als erwartet: Mit Beginn der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist Peter Simmel als Aufsichtsratschef der Edeka zurückgetreten. Einen Nachfolger gibt es schon.

Edeka hat seit dem heutigen Montag einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: Adolf Scheck aus dem badischen Achern ist Nachfolger von Peter Simmel, teilte das Unternehmen in Hamburg mit.

Gegen Simmel laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Bespitzelung von Mitarbeitern sowie möglichen Sozialversicherungsbetrugs. 
Die Deutsche Rentenversicherungsanstalt in Leipzig wurde von der Gewerkschaft Verdi zu einer Überprüfung von Simmels Unternehmen aufgefordert. Es besteht der Verdacht, dass in der Simmel-Gruppe Überstunden mit Warengutscheinen vergütet und auf diese Weise womöglich die Sozialkassen geschädigt wurden.

Die Rentenbehörde soll den Fall inzwischen an das Hauptzollamt in Chemnitz abgegeben haben. Simmel hat die Beschuldigungen stets zurückgewiesen.

Seit 2005 Vorsitzender des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Edeka AG wurde seit Juni 2005 von Simmel geführt, der dem Gremium weiterhin als einfaches Mitglied angehören will. Unter seiner Leitung habe das Unternehmen wichtige Weichenstellungen und Entwicklungen vorangetrieben, die Edeka an die Spitze der Lebensmittelhandels in Deutschland geführt hätten.

Im Zusammenhang mit den öffentlich erhobenen Vorwürfen verwies der Edeka-Aufsichtsrat nochmals auf zwei unabhängige Gutachten, die Simmel rehabilitiert hätten. Der Gewerkschafter Jörg Lauenroth-Mago, Fachbereichsleiter Handel bei Verdi-Mitteldeutschland, bezeichnete diese Papiere im Gespräch mit derhandel.de als Gefälligkeitsgutachten.  

Simmel betreibt 32 Edeka-Märkte in Sachsen, Thüringen und Bayern mit rund 1.000 Beschäftigten.

dpa, DH