Geiz ist geil? Wer beim Discounter billige Haushaltsgeräte kauft, kann böse Überraschungen erleben. Gelegentliche Ausnahme: Aldi.

Denn Aldi-Kunden haben in einer Umfrage das gute Preis-Leistungsverhältnis bei Kleidungsstücken des Discounters hervorgehoben. Nach einer Studie der Fachzeitschrift TextilWirtschaft erhielt der Discounter von mehr als 60 Prozent der 1.000 Befragten in dieser Kategorie ein „Gut”, 20 Prozent wählten sogar „Sehr gut”.

Auf den Plätzen folgen Tchibo und C&A, während sich spezialisierte Textildiscounter auf den hinteren Plätzen der Kundenzufriedenheit finden. Bei Menschen unter 30 Jahren führt allerdings H&M das Ranking an, gefolgt von Esprit und C&A.

Vorsicht, Säge

Doch generell haben Discounter Defizite bei der Qualität ihrer preisgünstigen Aktionsware, wie Haushaltsgeräte und Sportartikel. Dies haben Untersuchungen der Stiftung Warentest ergeben. Jedes dritte vermeintliche Schnäppchen habe sich als Fehlkauf herausgestellt, teilte die Stiftung an diesem Donnerstag mit. Dies bedeute, dass die Qualität so schlecht gewesen sei, dass darüber auch ein niedriger Preis nicht hinwegtäuschen könne.

Die Prüfer stützen sich dabei auf 396 Tests in den vergangenen sechs Jahren. Zudem sei festgestellt worden, dass viele Aktionen innerhalb kurzer Zeit wiederholt worden seien und der Preisunterschied zu Markenprodukten nicht groß gewesen sei.

So zeigte ein Schnelltest für die Novemberausgabe von test, dass die Kettenbremse der Säge Comet CKS 2000, die Penny für 79 Euro verkauft, in der Sicherheitsprüfung versagte. Penny zog das Gerät daraufhin aus dem Handel zurück. Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Kauf von Aktionsware ein echtes Schnäppchen zu landen, liegt bei rund 30 Prozent, teilt Stiftung Warentest mit.

Aldi schneidet vergleichsweise gut ab

Eine vergleichsweise höhere Trefferquote mit rund 40 Prozent haben Kunden bei Aldi. Am zweitbesten ist die Erfolgsquote bei Lidl. Andere Discounter, wie Plus, Penny und Norma, aber auch die Real-Märkte oder Tchibo, boten in den Tests mehr Fehlkäufe als Schnäppchen.

Ein leicht positiver Trend zu einer stärkeren Qualitätssicherung sei allerdings zu erkennen, berichtet die Stiftung in der November-Ausgabe der Zeitschrift test. Hintergrund seien Garantieerklärungen für die Kunden, die die Handelsketten unter Druck setzten.

Insgesamt liege die Wahrscheinlichkeit, mit Aktionsware ein echtes
Schnäppchen zu finden, bei 30 Prozent.