Aldi Nord nimmt wieder Markenbiere ins Sortiment auf und nutzt somit die Lidl-Schwäche, berichtet die Lebensmittelzeitung. Aldi Süd bleibt bei seiner Sortimentsstrategie.

Aldi Nord geht im Getränkegeschäft in die Offensive und hat erstmals wieder Markenbier ins Sortiment genommen. Zuletzt hatte der Discounter 2002 Marken geführt, damals allerdings noch in der Dose, berichtet die Lebensmittelzeitung.
Aldi Süd hält dagegen an seiner Eigenmarkenpolitik fest.

Nachdem Lidl nach der Auslistung von Biermarken Ende vergangenen Jahres nur noch mit stark gebremster Kraft im Markengeschäft aktiv ist, springe nun überraschend Aldi Nord in die entstandene Lücke.  Lidl hatte aufgrund der Verwechslungsgefahr mit Mehrweg Bier in Glas-Einweg ausgelistet und suche seither nach geeigneten Alternativen.

Holsten, Astra, Feldschlösschen

Aldi Nord nutzt diese Schwäche und bietet seit Mitte März fast alle Marken der deutschen Carlsberg-Niederlassung in PET an. Die Palette reicht von Holsten, Astra und Lübzer vor allem im Norden bis hin zu Feldschlösschen, Dresdner Felsenkeller oder dem Billigbier "5.0 Export" in den südlichen Ostregionen.

Wie es scheint, konnte Carlsberg zwar nicht alle 35 Aldi Nord-Regionen überzeugen, anscheinend aber die Mehrzahl der Verkaufsgebiete. Durch die Konzentration auf nur einen Lieferanten halte der Discounter die Komplexität in Grenzen.

Von dem Vorstoß im Markengeschäft erhofft sich Aldi offenbar nicht nur eine Stärkung im Vergleich zu Lidl, sondern im Markt generell. Aldi konnte mit den Eigenmarken der belgischen Martens-Brauerei nur eine begrenzte Kundenschicht ansprechen. Denn das Potenzial scheint ausgeschöpft: Nur knapp ein Fünftel der Biermenge im Discountgeschäft in Deutschland entfällt auf Aldi, knapp 5 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels.