Der Discounter Aldi Nord zahlt laut einem Medienbericht 50.000 Euro im Zusammenhang mit der jahrelangen versteckten Unterstützung der unternehmerfreundlichen Gewerkschaft AUB.

Mit dieser Geldauflage der Staatsanwaltschaft Essen endet ein Ermittlungsverfahren unter anderem gegen den Chef von Aldi Nord, Hartmuth Wiesemann, bei dem es um den Verdacht von Verstößen gegen das Betriebsverfassungsgesetz ging. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Essen konnte den Sachverhalt am Wochenende zunächst nicht bestätigen. Die Gewerkschaft Verdi, die Wiesemann und andere Aldi-Manager angezeigt hatte, bestätigte jedoch gegenüber der dpa am Samstag die Angaben der Zeitung. Bei Aldi Nord war am Samstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

"Zeit und Geld sparen"

Das in Essen ansässige Unternehmen verbreitete aber laut SZ eine "Klarstellung": Aldi Nord habe die Geldauflage nur akzeptiert, um das "Zeit und Geld kostende Ermittlungsverfahren endlich zum Abschluss zu bringen". Bei Wiesemann liege keine Schuld vor.

Ohne jegliche Auflage eingestellt habe die Staatsanwaltschaft Verfahren gegen andere Verwaltungsrats-Mitglieder.

Unternehmerfreundliche Gewerkschaft

Die AUB war lange Zeit von Siemens versteckt finanziert worden, um ein unternehmerfreundliches Gegengewicht zur IG Metall zu schaffen. Auch Aldi Nord habe heimlich Geld gegeben, schreibt die Zeitung. Ein damit finanzierter AUB-Referent habe Aldi-Betriebsräte geschult.

Ein strafbarer Verstoß wegen unzulässiger Einflussnahme auf Betriebsratswahlen sei dies jedoch nicht, entschied die Staatsanwaltschaft laut SZ. Wiesemanns Verschulden sei daher "als gering zu bewerten".