Die Supermarktketten in Australien wollen dem Konkurrenten Aldi an den Kragen. Der deutsche Discounter wehrt sich - und legt erstmals Zahlen vor. Das Geschäft ist hochprofitabel.

Der Discounter Aldi macht auch in Australien immer bessere Geschäfte. Unter dem Druck der Konkurrenz legten die Deutschen erstmals Zahlen über ihre Aktivitäten in dem Land vor. Mit mehr als 370 Läden an der australischen Ostküste hat das Unternehmen seinen Vorsteuergewinn zwischen 2010 und 2013 mehr als verdoppelt. Dies geht aus einer Aldi-Stellungnahme vor einem Steuerausschuss im Parlament in Canberra hervor.

Die traditionellen Supermarktketten Woolworths und Coles betrachten den Rivalen mit Argwohn. Aldi ist seit 2001 in Australien und hat dort inzwischen einen Marktanteil von elf Prozent und 9.000 Mitarbeiter.

Gewinn in drei Jahren mehr als verdoppelt

Der Chef des Coles-Besitzers Wesfarmers, Richard Goyder, hatte im Juni verlangt, dass die Steuerzahlungen von Aldi unter die Lupe genommen werden sollten. Das Unternehmen ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach australischem Recht und muss seine Zahlen deshalb nicht offenlegen.

Aldi Australien steigerte seinen Gewinn vor Steuern nach diesen Angaben zwischen 2010 und 2013 von 121 auf 261 Millionen australische Dollar (81 auf 174 Millionen Euro nach aktuellem Kurs). Der Discounter habe die übliche Steuerrate von rund 30 Prozent gezahlt und damit 82 Millionen australische Dollar an Steuern, schrieb Aldi-Australasia-Chef Thomas Daunt in einem Brief vom 3. Juli 2015 an den Ausschuss. "100 Prozent unserer Gewinne haben wir wieder in Australien investiert", betonte Daunt. Aldi Australien gehört zur Aldi-Süd-Gruppe.

Aldi expandiert weiter

Daunt will die Konkurrenz weiter in Schach halten. Das Unternehmen plane 120 neue Läden in Süd- und Westaustralien mit rund 2.000 neuen Jobs. Er verwies auf eine Untersuchung der Verbraucherorganisation Choice vom Juni, wonach ein typischer Einkaufskorb bei Aldi bis zu 50 Prozent billiger sei als bei anderen Anbietern. Aldi greift derzeit auch auf anderen Auslandsmärkten - etwa in Großbritannien und in den USA - verstärkt einheimische Einzelhändler an.