Die italienische Fiat-Tochter Alfa Romeo möchte im Flottenmarkt stärker mitmischen. Neue Modelle sollen auch mittelständische Unternehmen überzeugen.

Nachdem sich die Fiat-Tochter Alfa Romeo nach eigenen Angaben gänzlich aus dem Geschäft mit Autovermietern herausgezogen habe, liebäugelt Deutschland-Chef Haico van der Luyt für 2010 mit einem verstärkten Engagement im Bereich relevanter Flotten, um den Vorjahreserfolg mit 11.993 Zulassungen nicht nur zu bestätigen, sondern die anvisierten 13.000 Verkäufe auch zu realisieren.

"Fuhrparks öffnen sich für Importeure"

„Viele Fuhrparks öffnen sich für die Importeure", hat der oberste „Alfisti" in Deutschland erkannt, weiß aber auch: „Wir sind eine kleine Marke, mit einem überschaubaren Händlernetz und können nicht den großen Werbedruck entfalten, um auf uns aufmerksam zu machen."

Also spricht Alfa Romeo auch bei den gewerblichen Kunden, ganz in der Tradition des Hauses, eher das Herz als den Verstand an. Die Modelle sollen mittelständische Unternehmer und Flottenmanager, die nicht einer festen „Kleiderordnung" bei der Auswahl der Dienstwagen unterliegen, begeistern.

Giulietta neuer Hoffnungsträger

Das Mittelklasse-Modell 159 habe mit der Einführung des 1,8-Liter-Turbomotors im vergangenen Herbst einen Schub erlebt, sagt van der Luyt. Größter Hoffnungsträger ist freilich der Nachfolger des Kompaktwagens 147, der auf den traditionsreichen Namen Giulietta hört und von Frühsommer an noch 5.000 Käufer in Deutschland finden soll.

Zunächst rollt in den derzeit rund 150 Alfa Romeo-Standorten aber erst einmal die Top-Version des kleinen Mito an. Der Zweitürer, im vergangenen Jahr natürlich auch durch die Abwrackprämie unterstützt meistverkauftes Auto der Marke, steht ab sofort mit dem Zusatz „Quadrofoglio Verde" mit einem 125 kW/170 PS starken Turbo-Vierzylinder unter der kurzen Motorhaube zum Verkauf. Während die Baureihe bei 14.450 Euro startet, müssen für das Spitzenmodell wenigstens 20.950 Euro veranschlagt werden.

Erstes aktives Fahrwerk in der Kleinwagen-Klasse

Trotz sportlicher Fahrwerte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h und einer Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in 7,5 Sekunden begnügt sich der 1.220 Kilogramm leichte Italiener mit exakt sechs Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Möglich macht dies die so genannte „Multiair"-Technik, die den Wirkungsgrad des Motors optimiert und eine serienmäßige Start/Stopp-Funktion. Clou des neuen Modells ist das in dieser Klasse erstmals angebotene aktive Fahrwerk „Dynamic Suspension" (600 Euro Aufpreis), das auf Knopfdruck den Charakter von Motor, Lenkung und Dämpfung verändert.

Bernd Nusser