Die italienische Fiat-Tochter Alfa Romeo schließt ihre Strukturveränderungen im Händlernetz ab und will wieder wachsen.

Mit der Eröffnung eines neuen Flagship Store auf der Automeile Hanauer Landstraße in Frankfurt am Main hat die Fiat-Tochter Alfa Romeo ihre Strukturveränderungen im Händlernetz abgeschlossen. Das Aushängeschild der Niederlassung Rhein-Main, die über drei Standorte verfügt, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hauptverwaltung der Fiat Automobiles Germany AG und übernimmt die Leitfunktion für alle Betriebe.

Mit Hamburg, Berlin und Rhein-Ruhr verfügt Alfa Romeo über drei weitere Niederlassungen mit insgesamt 16 Standorten. "Wir wollen die Kontrolle in den Ballungsgebieten behalten und wissen, dass unsere Händler dort die gewaltigen Investitionen selbst kaum aufbringen können", erklärt Fiat-Deutschland-Vorstandsvorsitzender Manfred Kantner das Vertriebssystem und ergänzt: "Ansonsten setzen wir aber gerne auf möglichst unabhängige Händler. Da sind uns große Ketten genauso lieb wie der klassische Familienbetrieb."

Vertrauen und Potenzial

"Im Handel hatten wir tatsächlich einige Baustellen, aber inzwischen haben wir unsere Servicestandards gezielt erhöht", ist der neue Alfa-Chef Haico van der Luyt überzeugt und fügt an: „Die Umsetzung unserer neuen CI war mit rund 100 Baumaßnahmen verbunden. Das waren erhebliche Investitionen für unsere Händler, zeigt aber gleichzeitig, dass die Betriebe Vertrauen in die Marke haben." Die 150 Standorte seien gut für "20.000 Zulassungen pro Jahr".

Nach lediglich 7.597 Einheiten im Jahr 2008 und 3.758 Zulassungen in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres verfügen die Italiener also noch über reichlich Potenzial, zumal das Gros der Verkäufe auf den neuen Kleinwagen Mito entfällt, der, dank staatlicher Abwrackprämie und aggressiver Rabattunterstützung mit einem Basispreis von 9.990 Euro eine ganz neue Kundschaft in die Alfa-Showrooms lockt.

Neue Motoren, neue Preislisten

Während der im vergangenen Herbst eingeführte, zweitürige Mini-Gegner immer besser in Schwung kommt, fristen nicht nur der vor der Ablösung stehende Kompaktwagen 147 sondern auch die höherwertigen Modelle 159, Brera und Spider eher ein Schattendasein.

Das wollen die Mailänder jetzt ändern. Mit zwei neuen Motoren und neuen Preislisten sollen ehemalige "Alfisti" zurückerobert werden. "Unseren Modellen fehlte zuletzt der Fahrspaß. Daran haben wir gearbeitet", bekennt van der Luyt bei der Präsentation eines neuen Turbo-Benzin-Antriebes, der unter dem Kürzel "1,8 TBi 16 V" 147 kW/200 PS leistet und vor allem durch seinen spontanen Drehmomentverlauf auffällt.

Neuigkeiten auch für Diesel-Fahrer:

Der 2,0 JTDM 16 V leistet 125 kW/170 PS, erfüllt die Emissionsnorm Euro 5 und soll in einer Eco-Version lediglich 5,1 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbrauchen. Im Alfa 159 werden 29.000 Euro für den neuen Selbstzünder aufgerufen. Und für Flottenkunden interessant: Für den 159 Sportwagon hat der Hersteller zum Preis von jeweils 990 Euro zwei "Business"-Pakete geschnürt, die den Kombi unter anderem zum Preis der Limousine offerieren.

Bernd Nusser