Wer sich hierzulande die Webseiten von Alibaba oder Taobao sowie Tmall anschaut, der schmunzelt eher.  Zu fremd für deutsche Augen, zu krude das europäische Sortiment. Doch der chinesische Gigant, auf dessen Offensiv-Pläne auch etailment immer wieder hinweist, hat sich längst sein eigenes Ökosystem aufgebaut und dürfte noch für einige Überraschungen sorgen. Einem singenden EX-CEO inklusive.

In China strebt Alibaba mit dem eigenen mobilen Betriebssystem Aliyun aggressiv in den Markt und hat zudem Anteile des Twitter-Pendants Weibo übernommen und ist mit dem Payment-Dienst Alipay unterwegs. Ein IPO ist in Griffweite.

Der dürfte nicht nur die Kassen für die weitere Expansion füllen. Alibaba hat auch strategische Vorteile.

Angesichts der Tatsache, dass China ein gigantischer Produktionsmarkt ist, könnte Alibaba mit Marktplätzen wie Aliexpress bald weltweit von deutlich verkürzten Wertschöpfungsketten profitieren und Amazon und Co ein Schnippchen schlagen.  Darauf hat erst kürzlich Alexander Graf wohlbegründet hingewiesen.

Die beeindruckende Erfolgsgeschichte, die in China noch Potenzial genug bietet, könnte sich alsbald somit international fortsetzen

Gründer Jack Ma trat zwar nun ab, sein Credo vom Fokus auf den Kunden, wie man es auch von Jeff Bezos kennt, soll aber mit dem neuen Boss Jonathan Lu sogar noch intensiviert werden.

Jack Ma eröffnete jetzt erst einmal eine Tai Chi-Schule und an seinem letzten Tag als Alibaba-Boss trat er im Silber--Kostüm vor 40.000 Mitarbeitern in eimem Fußball-Stadion auf und zeigte sich als begeisterter Pop-Sänger

Da steht uns nicht nur wirtschaftlich noch eine Überraschung bevor.

Seine Abschiedsrede (englisch untertitelt) ist nicht weniger beeindruckend.