Zuletzt konnte Rocket Internet kaum gute Neuigkeiten verbreiten. Jetzt melden die Berliner überraschend den Verkauf der in Südostasien aktiven Lazada Group an den Internetriesen Alibaba.

Alibaba übernimmt die Kontrolle der E-Commerce-Seite Lazada aus der Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet. Der chinesische Internet-Riese kauft nach Angaben von Rocket Internet für 137 Millionen Dollar, umgerechnet gut 120 Millionen Euro, einen Anteil von 9,1 Prozent an der in Südost-Asien aktiven Firma. Zudem haben sich die beiden Unternehmen auf eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Dollar geeinigt, die Alibaba die Kontrolle sichern soll.

Insgesamt sei Lazada mit 1,5 Milliarden Dollar bewertet worden, heißt es. Die Bewertung stelle eine Verfünfzehnfachung des insgesamt von Rocket Internet investierten Kapitals in Höhe von 18 Millionen Euro dar. Rocket Internet hält nach der Transaktion und der Kapitalerhöhung noch einen Anteil von 8,8 Prozent. Die bisherigen Anteilseigner, darunter Rocket Internet, haben sich darüber hinaus mit Alibaba auf eine so genannte Put-Call-Vereinbarung verständigt, die Alibaba innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach der Transaktion das Recht zum Kauf zum Marktpreis und den sonstigen Anteilseigner das gemeinschaftliche Recht zum Verkauf der verbleibenden Lazada-Anteile gibt.

Rocket Internet und Lazada

Rocket Internet baut weltweit Start-ups auf, vor allem in den Bereichen Onlinehandel – prominentes Beispiel ist unter anderem der Modehändler Zalando – und Dienstleistungen wie Essenzustellung. Lazada gehörte zu den am weitesten fortgeschrittenen Projekten von Rocket, die aber bisher rote Zahlen schreiben. Da die Beteiligungsfirma Rocket Internet zuletzt also kaum gute Neuigkeiten vermelden konnten, kam der Exit der Lazada Group überraschend. Der Onlinehändler ist in den in sechs südostasiatischen Märkten Indonesien, Malaysia, Singapur, Vietnam, Thailand sowie auf den Philippinen aktiv.