Die letzte Ruhe: Ein Auswahl prominenter Unternehmerpersönlichkeiten, die 2009 verstorben sind.

Adolf Merckle (74) - 5. Januar

Der schwäbische Milliardär gab der Finanzkrise auf tragische Weise ein Gesicht: Einer der reichsten Männer Deutschlands warf sich vor einen Zug. Sein Firmenimperium aus Unternehmen wie dem Pharmahersteller Ratiopharm oder HeidelbergCement mit 100.000 Mitarbeitern stand vor der Zerschlagung. Die Finanzkrise hatte seinem jahrzehntelangen Erfolg ein Ende gesetzt. Hinzu kam ein
Milliardenverlust mit VW-Aktien durch eine Fehlspekulation. Die Notlage habe Merckle gebrochen, erklärte seine Familie.

Rolf H. Dittmeyer (88) - 17. Mai

"Entweder frisch gepresst oder Valensina", sagte "Onkel Dittmeyer" stets in seinen Werbespots. Der Fruchtsaftproduzent hatte die Marke Valensina 1966 gegründet, 1978 kam Punica hinzu. Bereits von 1960 an stellte er in Marokko und in Südafrika Zitrussäfte her, die er als erster Hersteller direkt bei den Plantagen abfüllte und in Flaschen nach Deutschland verschiffte. Als Dittmeyer 1984 einen Hörsturz
erlitt, verkaufte er seine Firmengruppe an den amerikanischen Konzern Procter & Gamble - um sie als 77-Jähriger wieder zurückzukaufen.

Paul Riegel (82) - 2. August

Von den beiden Haribo-Brüdern galt Paul als der Tüftler. Zu seinen Erfindungen gehört eine Lakritzschnecken-Wickelmaschine, bei dem Fruchtgummi-Hersteller war er für Produktion und Technik zuständig. Paul hatte zusammen mit seinem Bruder Hans Riegel 1946 den damals kleinen väterlichen Betrieb übernommen und zu einer Weltmarke geformt. Inzwischen wird Haribo seit Jahrzehnten von dem dreieinhalb Jahre älterem Hans geführt. Die Brüder sollen unter anderem in der Frage des Firmenstandorts nicht immer auf einer Linie gewesen sein.

Josef Wiese (77) - 16. September

Die wichtigste Erfindung des Mitgründers der Tiefkühlkonditorei Coppenrath & Wiese war ein Verfahren, mit dem Schlagsahne lange aufgeschlagen bleibt. Damit wurde die Herstellung von Torten in
großer Menge erst möglich - das Erfolgsrezept des Unternehmens, das Josef Wiese mit seinem Vetter Aloys Coppenrath im Jahr 1975 startete. Die beiden Gründer waren bis 2005 aktiv, dann gab die Wiese-Familie ihre Anteile an die Coppenraths ab.

Reinhard Mohn (88) - 3. Oktober

Der Ur-Ur-Enkel des Verlagsgründers Carl Bertelsmann machte das kleine Druck- und Verlagshaus aus Gütersloh zum größten Medienkonzern Europas. Von 1947 bis 1981 stand Mohn an der Bertelsmann-Spitze des Unternehmens. Die Erfolgsgeschichte begann mit der Idee des "Bertelsmann-Leserings" 1950. Später kamen Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, das Zeitschriftengeschäft (Gruner + Jahr) und schließlich das Fernsehen (RTL) hinzu. Mohn rief Unternehmer zu mehr Engagement in der Gesellschaft auf.

Klaus Steilmann (80) - 14. November

"Mode für Millionen" - mit diesem Motto wurde Klaus Steilmann zu einem der erfolgreichsten Textilunternehmer der Nachkriegszeit. Zeitweise war er der führende Konfektionshersteller in Europa.

Steilmann belieferte vor allem die großen Einzelhändler wie Karstadt, Kaufhof oder C&A mit deren Eigenmarken. Doch fallende Weltmarktpreise und zunehmende Konkurrenz stoppten die Erfolgsgeschichte. Die Insolvenz vor Augen, verkaufte Steilmann 2006 sein Unternehmen an den
italienischen Mischkonzern Miro Radici.

Yves Rocher (79) - 26. Dezember

Er galt als der König der "grünen Kosmetik". Mit 14 Jahren mischte Yves Rocher auf dem elterlichen Speicher aus Kräutern seine erste Pomade. Seitdem ließen ihn die Pflanzen und ihre Wirkung auf die Schönheit nicht mehr los. 1959 gründete der Bretone die Firma Yves Rocher, die zunächst per Direktversand arbeitete, und legte damit den Grundstein für ein Weltimperium. Die Gruppe setzt gut zwei Milliarden Euro um und hat 15.000 Mitarbeiter. 46 Jahre lang war Rocher auch nahezu allmächtiger Bürgermeister seines Geburtsorts La Gacilly.

dpa

Anmerkung der Redaktion: "Alles Vergängliche Ist Nur Ein Gleichnis" steht auf dem Grabstein von Schriftsteller Kurt Tucholsky im schwedischen Mariefred.