An Neujahr wechselte bei Wöhrl der Unternehmenschef, gut zwei Wochen später kauft sich ein Mitglied des Familienbetriebes beim Mitbewerber Adler Modemärkte ein. Beide Textilhändler wollen gemeinsame Sache machen.

Kaum steht beim Textilhändler Wöhrl wieder ein Familienmitglied an der Spitze. schon wird  eine wichtige Entscheidung getroffen: Das Nürnberger Traditionsunternehmen hat rund 3,1 Prozent der Aktien der Adler Modemärkte AG erworben. Wöhrl legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass die Papiere vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gerhard Wöhrl als Privatperson gekauft worden seien.

Damit legt Wöhrl ein flottes Tempo bei wichtigen Entscheidungen vor. Denn erst am 1. Januar hatte Oliver Wöhrl die operative Unternehmensführung übernommen. Der Enkel von Unternehmensgründer Rudolf Wöhrl (2010 verstorben) löste den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Marc Kossendey ab, der den Textilhändler Ende 2011 verlassen hat.

Kossendey war im April 2010 vom Konkurrenten Peek & Cloppenburg nach Nürnberg gewechselt und hatte Gerhard Wöhrl als Vorstandsvorsitzenden abgelöst.

Konstruktive Zusammenarbeit ausloten

Gerhard Wöhrl bewertet den Einstieg des Unternehmens bei Adler aus finanzieller und auch aus langfristiger strategischer Sicht als sinnvolles Investment. Wöhrl habe sich aus diesen Überlegungen bereits in der Vergangenheit an deutschen Bekleidungseinzelhändlern wie die Ludwig Beck AG beteiligt.

Es sei beabsichtigt, Gespräche auf Vorstandsebene zu führen mit dem Ziel, Möglichkeiten einer konstruktiven Zusammenarbeit von Wöhrl und Adler in einzelnen Bereichen auszuloten. Darunter könnten sowohl der Einkauf (etwa für Eigenmarken im Fernost) als auch die Standortoptimierung fallen.