Der Allianz-Konzern will ein milliardenschweres Immobilienportfolio verkaufen und sich künftig verstärkt auf große Gewerbeimmobilien wie Shoppingcenter konzentrieren.

Nach zweieinhalb Jahren Zurückhaltung während der Krise will der Versicherungskonzern Allianz wieder in größerem Stil Immobilien verkaufen. Eine Sprecherin der Allianz Real Estate GmbH bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland".

Demnach bietet der Konzern rund 100 Objekte im Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro an, darunter vorwiegend Bürogebäude, die einzeln oder in kleinen Paketen veräußert werden sollten. Zuletzt hatte die Allianz mit der Übernahme von 80 Immobilien des Discounters Aldi Süd von sich reden gemacht.

Shoppingcenter im Fokus

Die Sprecherin sagte, das sei eine "ganz normalen Portfoliobereinigung": "Wir trennen uns von Assets, die zu klein sind." Stattdessen will sich das Unternehmen auf große Gewerbeimmobilien wie Einkaufszentren konzentrieren. Zugleich bleibe es bei der geplanten Aufstockung der Immobilienbestände inklusive Fondsinvestitionen von derzeit 17 auf 30 Milliarden Euro, betonte die Sprecherin.

Mit dem Verkauf ist der Immobiliendienstleister CB Richard Ellis beauftragt, der die Objekte in den kommenden 18 Monaten veräußern soll und die Allianz bereits beim Erwerb des Aldi-Immobilien-Porfolios beraten hatte.

Dem Vernehmen nach handele es sich weniger um Spitzenimmobilien, sondern um vergleichsweise alte Gebäude in zweitbesten Lagen, hieß es in der FTD. Die Pläne seien ein gutes Zeichen für den deutschen Häusermarkt, weil mit der Allianz einer der weltweit größten Immobilieninvestoren sein Vertrauen demonstriere.

Stabile Erträge in Zeiten niedriger Zinsen

Anfang dieser Woche hatte die Allianz Real Estate France das Einkaufszentrum “Beursgallery" in Rotterdam gekauft. Immobilien gelten in Niedrigzinsphasen wie derzeit als stetige Einnahmequelle. Darauf sind gerade Lebensversicherer, die ihren Kunden eine Zinsgarantie auf Policen geben, angewiesen.

Zuletzt hatte die Allianz 2007 und 2008 Immobilienpakete mit Milliardenvolumen veräußert. Dabei ging es um eigene Objekte, die an die Immobiliengesellschaft IVG verkauft wurden, sowie um vermietete Bürogebäude, die an den Goldman-Sachs-Immobilienfonds Whitehall gingen.

In der September-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel erläuterte Stefan Brendgen, CEO der Allianz Real Estate Germany GmbH, warum Handelsimmobilien für institutionelle Anleger wie die Allianz aktuell interessant sind. Das Interview lesen Sie auch hier.

dpa, hb