Alnatura freut sich über ein Umsatzplus von 13 Prozent in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres und will weiter expandieren. Dazu baut der Bio-Händler das weltweit größte Hochregallager aus Holz.

Alnatura freut sich mal wieder über ein zweistelliges Umsatzplus im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013: Vom 1. Oktober 2012 bis 31. März 2013 legte der Bio-Händler um 13 Prozent zu, meldet das Unternehmen aus dem hessischen Bickenbach. In dem Zeitraum seien zudem 150 neue Arbeitsplätze entstanden, die Anzahl der Mitarbeiter habe sich auf knapp 2.000 erhöht.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das zum 30. September 2012 endete, erreichte Alnatura demnach einen Rekordumsatz von 516 Millionen Euro netto und damit ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsführung wieder ein zweistelliges Umsatzwachstum.

Mindestens 15 Neu-Eröffnungen geplant

In der ersten Geschäftsjahreshälfte 2012/2013 gingen sechs neue Alnatura Super Natur Märkte in Tübingen, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Berlin und Hannover (2) an den Start. Die Filialanzahl erhöhte sich damit deutschlandweit auf aktuell 77 Märkte. Bis Ende 2013 soll es mindestens acht weitere Neueröffnungen geben, und zwar in Hannover, München (2), Aachen, Berlin (2), Ravensburg, Karlsruhe und Ulm.

Darüber hinaus stehen in zehn bestehenden Märkten größere Umbauarbeiten an: Bis Ende 2014 sollen alle Alnatura-Filialen ein einheitliches, nach Nachhaltigkeitskriterien gestaltetes Ladenbild erhalten. "Im Mittelpunkt stehen hierbei nicht nur funktionale und ästhetische Aspekte, sondern vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, durch die in den Filialen bis zu 30 Prozent Energie eingespart werden kann", meldet Alnatura.

Auch die Kooperation mit der Migros, dem größten Einzelhandelsunternehmen der Schweiz, gestalte sich weiter positiv, meldet das Handelsunternehmen. Nach der erfolgreichen Eröffnung des ersten Alnatura Bio-Supermarktes in Zürich-Höngg im August 2012 plant die Migros weitere neue Märkte, unter anderem in Regensdorf im Kanton Zürich für November 2013. Weitere Standorte sind in Vorbereitung.

Weltweit größtes Hochregallager aus Holz

Die wachsende Nachfrage nach Alnatura Produkten spiegele sich auch in neuen logistischen Anforderungen: Mitte Januar dieses Jahres hat Alnatura mit den Bauarbeiten zur Erweiterung des bestehenden Verteilzentrums in Lorsch begonnen. Auf einer Grundfläche von 9.000 Quadratmetern soll das weltweit größte Hochregallager aus Holz entstehen, mit mehr als 31.000 Palettenplätzen auf acht Ebenen. Das Investitionsvolumen für den Bau beträgt Alnatura zufolge 15 Millionen Euro. Generalunternehmer des Neubaus mit vollautomatisiertem Betrieb ist die Swisslog AG.

"Sinnvoll für Mensch und Erde – dieser Unternehmensgrundsatz gilt für Alnatura seit fast 30 Jahren. Eine möglichst nachhaltige und ästhetische Bauweise ist deshalb maßgeblich für die Einrichtung unserer Alnatura Super Natur Märkte und auch den Erweiterungsbau unseres Verteilzentrums", erläutert Götz Rehn, Gründer und Geschäftsführer von Alnatura.

Mit der ungewöhnlichen Bauweise setze das Bio-Handelsunternehmen neue Maßstäbe in der Logistikbranche: Sowohl die Ausmaße der Holzkonstruktion als auch die Energietechnik seien nach neuesten ökologischen Standards konzipiert: Die 1.335 Regalsteher von je 20 Meter Höhe werden aus PEFC-zertifiziertem Holz aus Österreich gefertigt. Die Längsträger bilden neun Gassen von je 120 Metern und summieren sich auf insgesamt 65 Kilometer Länge. Insgesamt werden demnach für das Regalsystem 5.000 Kubikmeter Holz verarbeitet, das entspricht rund 100 LKW-Ladungen. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und damit eines der ökologisch nachhaltigsten Baumaterialien.

Weder Heizung noch Kühlung nötig

Die auffällige, von der Autobahn A67 aus gut erkennbare Fassade besteht aus PEFC-zertifizierter Lärche. "Dank guter Dämmung und der Versenkung der Regalanlage 2,50 Meter tief ins Erdreich komme der Neubau ohne Heizung und Kühlung aus und arbeitet somit klimaneutral", heißt es in der Pressemeldung. Öko-Strom, Grünareale mit Bäumen und Versickerungsflächen für Regenwasser sorgten nicht nur für eine gute Öko-Bilanz des Gebäudes, sondern "gewährleisten auch eine natürliche Einbindung des Geländes in die Umgebung und bieten ein angenehmes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter." Darüber hinaus plant Alnatura die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Das Richtfest für das neue Hochregallager soll am 9. Juli 2013 unter Mitwirkung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier stattfinden. Die Inbetriebnahme ist für Frühling 2014 geplant.

Kombiverkehr-Projekt reduziert CO2-Emissionen

Neue Wege geht Alnatura zudem mit der Verlagerung von Transporten auf die Schiene: Nach erfolgreichen Kombiverkehr-Tests wird seit Januar täglich eine Warenladung zwischen Süd- und Norddeutschland mit der Bahn transportiert, was eigenen Angaben zufolge eine Reduzierung der CO2-Emissionen um rund 70 Prozent bewirkt. Mit der Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien könnten, je nach Ort der Verladung, die Emissionen sogar um bis zu 85 Prozent verringert werden. Zudem seien weitere Projekte für umweltverträglichere Transporte geplant.